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Defekt am E-Bike: Das sind die häufigsten Ursachen

Update 19. Juli 2021

Hier findet ihr die Ergebnisse der Befragung von 2021.

 

Originalbeitrag vom 27. Mai 2020

Unfälle und Diebstähle verursachen genauso häufig Schäden am E-Bike wie technische Defekte. Zu diesem Ergebnis gelangt eine jetzt veröffentlichte Studie des Versicherers Wertgarantie.

1. Die häufigsten Schadensursachen
2. Reparatur am E-Bike beleuchtet
3. Akku: Größere Unterschiede sichtbar
4. Motor: Viele gleichwertig – und ein Ausreißer
5. Display: Begrenzte Aussagekraft
6. Hintergrund: Kein exaktes Abbild aller E-Bikes in Deutschland

1. Die häufigsten Schadensursachen

Fast exakt jeder fünfte Schaden an E-Bikes geht auf technische Probleme zurück. Am häufigsten trifft es dabei Akkus und Motoren. Worauf sich die Schäden zurückführen lassen, geht aus der Studie nicht genau hervor. Als denkbare Gründe werden unsachgemäße Handhabung, misslungene Selbstreparatur und fehlende Wartung genannt.

Mit 15,8 Prozent sind Unfälle die zweithäufigste Schadensursache. An dritter Stelle folgen mit 4,1 Prozent die Diebstähle. Zusammen ergibt dies ebenfalls beinahe genau ein Fünftel aller Schäden. Bei einem Unfall tragen vor allem Akku, Vorbau und Motor Schäden davon. Erfahrungsgemäß fallen bei einer entsprechenden Reparatur dafür schnell höhere Kosten an. Erst recht, da im Falle des Akkus aus Sicherheitsgründen grundsätzlich ein Austausch ratsam ist. Niemand möchte freiwillig erleben, wie ein defekter Akku sich selbst entzündet.

Bei einem Blick auf die Diebstähle fällt auf, dass es die Kriminellen in 45 Prozent der Fälle auf einzelne Komponenten von E-Bikes abgesehen haben. Das hält sich also fast die Waage mit den kompletten Fahrrädern. Die Zahl unterstreicht, wie sinnvoll es ist, den Akku oder das Display, wenn möglich, bei sich zu tragen oder zwischenzeitlich einzuschließen, statt sie lange unbeobachtet am Bike zu lassen.

Wertgarantie Schadenverursacher beim E-Bike

Schadenverursacher beim E-Bike

2. Reparatur am E-Bike beleuchtet

Großer Pluspunkt der Studie ist ihr Fokus auf dem Thema Reparatur. In Bezug auf E-Bikes operiert Wertgarantie mit einem Reparatur-Index. Dieser vereint zwei für E-Bikerinnen und E-Biker wichtige Aspekte: Wie häufig geht etwas kaputt? Mit welchen Reparaturkosten geht das einher? Der Index wird in den Schulnoten von 1 bis 4 angegeben. Gute Gesamtnoten erhielten Modelle von KTM, Kalkhoff und Velo de Ville. Am Ende des Feldes landete ebenfalls prominente Namen wie Haibike Sduro Hardnine oder Trek Powerfly. Diese Ergebnisse decken sich durchaus mit unseren eigenen Erfahrungen.

Die Spitzengruppe:

  • KTM Macina Cross Pro 10 – Note: 1,2
  • Kalkhoff Agattu i8r advance – Note: 1,2
  • Velo de Ville CEB 400 – Note: 1,2
  • KTM Macina Tour 10 – Note: 1,3
  • Kalkhoff Agattu 3B – Note: 1,3

 

Das Gruppetto:

  • Kettler Traveller E – Note: 2,6
  • Trek Powerfly 7 – Note: 2,7
  • Haibike Sduro HardNine 7.0 – Note: 2,8
  • Stevens E-Caprile – Note: 2,8
  • Trek Powerfly FS7 – Note: 3,0

 

3. Akku: Größere Unterschiede sichtbar

Bei den Komponenten steckt der Fehlerteufel am häufigsten im Akku. Fast jeder zweite erfasste Schaden bezog sich auf die Energiezellen.

Wertgarantie Betroffene Komponenten bei technischen Defekten

Betroffene Komponenten bei technischen Defekten

Innerhalb dieser Produktgruppe gibt es gravierende Unterschiede. So bereitet Yamaha kaum jemanden Probleme. Nur drei Prozent der Geräte zeigte sich anfällig. Unklar bleibt, welche Yamaha-Akkus genau gemeint sind. Die Studie spricht nur allgemein vom Typ „Yamaha Lithium Ionen“.

Dicht dahinter folgt Impulse mit einer Quote von 4,2 Prozent. Auch Bosch verbucht gute Werte. Platz 3 für den Bosch PowerTube beweist, dass auch relativ neue Entwicklungen entsprechend standfest sein können. Abgeschlagen thront am Ende mit dem Shimano STEPS BT-E8020 ein Akku des Weltmarkführers aus Japan. Die Schadensrate von deutlich über 50 Prozent spricht eine deutliche Sprache. „Falsches Laden oder falsche Lagerung können durchaus die Lebensdauer von Akkus negativ beeinflussen. Der Unterschied zwischen dem Shimano und Yamaha Akku ist jedoch so drastisch, dass das Nutzungsverhalten der E-Bike-Besitzer vermutlich nicht ausschlaggebend für die Differenz ist.“ erklärt Marco Brandt, Bereichsleiter Digital Business bei Wertgarantie.

Wertgarantie Schadenverteilung bei E-Bike-Akkus

Schadenverteilung bei E-Bike-Akkus

4. Motor: Viele gleichwertig – und ein Ausreißer

Regelmäßigen Grund zum Ärger liefern auch die Motoren von E-Bikes. Mit 37,3 Prozent stellen sie die zweithäufigste Ursache unter den technischen Problemen bei E-Bikes dar. Allerdings liegen die verschiedenen Marken hier wesentlich enger beieinander. Vorn tauchen mit Bosch und Giant die üblichen Verdächtigen auf. Impulse folgt knapp dahinter. Das Ende des Feldes ziert erneut Shimano. Auf den STEPS E8000 entfiel etwa jede dritte Nennung bezüglich der defekten Motoren.

Wertgarantie Schadenverteilung bei E-Bike-Motoren

Schadenverteilung bei E-Bike-Motoren

5. Display: Begrenzte Aussagekraft

Zur Kategorie der Displays lässt sich nicht so viel sagen. Hier listet die Studie lediglich drei Produkte namentlich. Das Intuvia und das Purion sichern Bosch sozusagen den Doppelsieg. Die Schadensrate liegt bei knapp unter bzw. über zehn Prozent. Das Schlusslicht ist, wer hätte es gedacht, abermals Shimano. Mit einem Wert von 26,7 Prozent rangiert das SC-E7000 deutlich hinter der Konkurrenz.

6. Hintergrund: Kein exaktes Abbild aller E-Bikes in Deutschland

Wertgarantie bietet über den Fachhandel Versicherungen an, mit denen ihr euch gegen Reparaturkosten für Fahrräder schützen könnt. Für diese repräsentative Studie hat der Versicherer mit dem deutschen Online-Portal Statista zusammengearbeitet. Im Zeitraum vom 06.08.2019 bis zum 29.08.2019 wurden insgesamt 1.714 Menschen ab 18 Jahren befragt.

Angesichts des Designs bildet die Studie nicht die Gesamtheit der aktuell in Deutschland genutzten E-Bikes. Die Ergebnisse sind grundsätzlich verzerrt durch die Tatsache, dass mit dem Reparatur-Index nur Bikes beurteilt wurden, die bei Wertgarantie versichert sind. Auf die verbauten Komponenten trifft diese Einschränkung nicht zu. Hier handelt es sich im Prinzip um eine umfassende Abbildung des Marktes. Eine gewisse Unschärfe entsteht weiterhin durch das Zurechnen von Unfällen und Diebstählen in die Kategorie Schadensursache. Mit dem Begriff Schaden ist also nicht ausschließlich ein technischer Defekt gemeint. Zudem unterscheidet die Studie nicht zwischen Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes.

Hier findet ihr die komplette Studie

 

Bilder: Pixabay; Wertgarantie

7 Gedanken zu „Defekt am E-Bike: Das sind die häufigsten Ursachen“

    1. Hallo Birgit,
      damit dir jemand, der den Blog liest oder wir helfen können, braucht es ein paar Angaben zu deinem Fahrrad. Marke, Modell, Baujahr, welcher Antrieb, welcher Akku, welches Display – solche Dinge. Zudem wäre es gut, wenn du genauer beschreibst, was du mit „Schaltknopf“ meinst.

      Sportliche Grüße
      Matthias

  1. Dieser Artikel ist fachlich unterirdisch. Die Überschrift findet sich nicht im Text wieder. Es wird keine Aussage getroffen!!! Reine Zeitverschwendung

    1. Hallo Herr Tosic, das können wir nicht ganz nachvollziehen. Die Überschrift: „Defekt am E-Bike: Das sind die häufigsten Ursachen“. Die Antwort im ersten Absatz und in der Infografik: Technische Probleme, Unfall, Diebstahl. In dieser Reihenfolge. Welche Informationen haben Sie sich denn gewünscht?

  2. Kann es sein, dass die Statistik irreführend interpretiert wird? Es schein mir unwahrscheinlich, dass ‚jeder dritte Shimano-Motor‘ oder jeder fünfte Bosch Performance-Motor einen Defekt zeigt. Bei einer derart grottigen Schadensquote würde wohl kein Händler mehr sowas verkaufen wollen. Ist vielleicht gemeint, dass von den gemeldeten Motor-Schäden 31% Shimano betrifft? Klingt jedenfalls für mich plausibler.

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