E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie

Studie zeigt: Das geht am E-Bike am häufigsten kaputt

Zum zweiten Mal nach 2020 hat der Versicherer Wertgarantie die Ergebnisse einer Befragung rund um das Thema E-Bikes vorgestellt. In Zusammenarbeit mit dem Online-Portal Statista wurden mehr als 2.000 Menschen befragt, was an ihren Fahrrädern kaputtgegangen ist und wie sie den Schaden behoben haben.

1. Gründe für einen Schaden
2. Motor: Asien vor Europa
3. Akku: Marktriese nicht überzeugend
4. Display: Bosch dominiert
5. E-Bike-Reparatur: Selbst ist die Frau
6. Details zum Studiendesign

An den präsentierten Zahlen lässt sich Erfreuliches und weniger Erfreuliches ablesen. Über allem thront zum Beispiel ein Pluszeichen, das uns allen nicht gefallen wird. In der Relation sind nämlich mehr Schäden zu verzeichnen, als im Vorjahr. Die Studie unterscheidet die Schäden nach den folgenden drei Ursachen:

  • Technische Probleme
  • Unfall
  • Diebstahl

In jeder Kategorie ist ein Anstieg zu verzeichnen. Hier zeigt sich womöglich ein wenig die Schattenseite des E-Bike-Booms.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zu den Schadenursachen

E-Bike-Reparatur Studie 2021: Ursachen für Schäden

1. Gründe für einen Schaden

Spitzenreiter bleibt weiterhin der Defektteufel. Etwa jeder fünfte Befragte wurde von ihm heimgesucht. Betroffen sind häufig der Motor und der Akku. Die genauen Gründe erfasst die Studie leider nicht. Für möglich halten die Autoren jedoch Fehler in der Herstellung, einen unsachgemäßen Umgang mit den Komponenten, eine unzureichende Pflege des Systems sowie den einen oder anderen falschen Handgriff bei der Reparatur in der privaten Werkstatt. Im Falle des Akkus sind die Zahlen jedoch rückläufig. Dies könnte unter anderem an der steigenden Anzahl an komplett im Rahmen integrierten Batterien und dem damit einhergehenden besseren Schutz liegen.

Zweithäufigste Ursache für einen Schaden ist mit rund 16 Prozent ein Unfall mit dem E-Bike. Am ehesten wird dabei der Lenker in Mitleidenschaft gezogen. Während dessen Ersatz in der Regel kein solch tiefes Loch in den Geldbeutel reißt, sieht das im Falle von Akku und Display schon anders aus. Beide landen auf Platz 2 und 3 der Teile, die bei einem Unfall Schaden nehmen.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zu den bei einem Unfall beschädigten Teilen eines E-Bikes

Übersicht zu den bei einem Unfall beschädigten Teilen eines E-Bikes

Im Vergleich dazu setzt der „Komplettschaden“ durch den Verlust eines E-Bikes natürlich noch einen drauf. Glücklicherweise sinkt der Anteil derjenigen, denen ein E-Bike gestohlen wurde, sogar leicht um rund drei Prozent. Im selben Maße steigt dagegen der Diebstahl einzelner Komponenten an. Was genau die Diebe entwenden, geht zwar nicht aus der Befragung hervor. Von Akkus, über am E-Bike steckengelassene Displays bis hin zum Ausbau wertvoller Teile wie Laufräder oder Federgabeln ist hier alles denkbar.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zum Diebstahl von kompletten Fahrrädern und Fahrradteilen

2. Motor: Asien vor Europa

Besonders interessant an der Studie ist der Blick auf die Schadenverteilung der für das E-Bike essentiellen Komponenten Motor, Akku und Display. Eingangs wurde ja erwähnt, dass zu einem Schaden neben dem klassischen technischen Defekt auch ein Unfall und ein Diebstahl zählen. In Bezug auf die Bewertung des Motors sind Diebstähle explizit ausgenommen, sodass die hier abgebildeten Werte aussagekräftiger sind, was zum Beispiel den Aspekt der Standfestigkeit der jeweiligen Komponenten anbelangt.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zur Verteilung der technischen Defekte

Verteilung der technischen Defekte auf die jeweiligen E-Bike-Komponenten

Aufgrund der wenigsten Nennungen schneiden in der Kategorie der Motoren der Fischer Silent Drive, der Bosch Performance Line und der Giant SyncDrive Sport am besten ab. Der Spitzenwert entfällt auf den PW-ST von Yamaha. Diese vier Aggregate bewegen sich im einstelligen Prozentbereich, was als sehr gut zu bewerten ist.

Im Mittelfeld tummeln sich weitere Aggregate von Bosch zusammen mit dem nimmermüden Impulse Evo sowie weit verbreiteten Modellen von Shimano. Mit über 40 Prozent tauchen die Namen des Drive S Mag von Brose sowie des Steps 6100 von Shimano mit Abstand am häufigsten auf. Der Unterschied zum Rest des Feldes fällt so deutlich aus, dass technische Defekte hier von größerer Relevanz zu sein scheinen.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zur Schadenverteilung von Motoren

Schadenverteilung unter den genannte Motoren

3. Akku: Marktriese nicht überzeugend

Nur die technischen Defekte betrachtet, zeigt sich der Akku dort am auffälligsten. Immerhin sinkt ihr Anteil um rund fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am besten schneidet Panasonic SF-06-S ab. Gerade einmal vier Prozent der Befragten berichten von Schäden an diesem Gerät. Mit dem Giant EnergyPak 500 und dem Yamaha Lithium Ionen landen zwei weitere Akkus unter der Zehn-Prozent-Marke. Weit abgeschlagen rangiert der Steps BT-E8014 von Shimano auf dem letzten Platz. Eine ähnliche Variante des Rahmenakkus, des Shimano BT-E8010, kommt etwas besser weg. Zur Konkurrenz klafft jedoch eine deutliche Lücke.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zur Schadenverteilung von Akkus

Schadenverteilung unter den genannten Akkus

4. Display: Bosch dominiert

Sieger nach Punkten unter den Displays ist der Hersteller Bosch. Kiox, Intuvia und Purion belegen nicht nur Rang 1, 2 und 4 in dieser Kategorie, sondern bleiben dabei zudem in mehr als 90 Prozent der Fälle von einem Schaden verschont. Unter das Trio mischt sich mit dem SC-E6100 von Shimano ein Vertreter, der schon recht lange am Markt ist. Weniger positiv fällt das Fazit für das wesentlich neuere SC-E7000. Mit ihm bildet Shimano erneut das Schlusslicht innerhalb der Befragung.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zur Schadenverteilung von Displays

Schadenverteilung unter den genannten Displays

5. E-Bike-Reparatur: Selbst ist die Frau

Wozu es keinen Experten braucht, das wird in Eigenregie erledigt. Diesem Motto folgen weiterhin anscheinend zahlreiche Menschen, wenn es am E-Bike etwas zu reparieren gilt. Fast 45 Prozent der Teilnehmenden äußern sich in der vorliegenden Studie so. Das sind sogar etwas mehr als 2020. Der Anteil derer, die alles am eigenen Gefährt selbst reparieren, sinkt dagegen um gut ein Viertel auf jetzt 17 Prozent. Das Vertrauen in die Fähigkeiten des Fachhandels scheint auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Um die 35 Prozent der Menschen bringen Ihr E-Bike zu diesem Zweck in eine professionelle Werkstatt. „Diese Tatsache ist durchaus positiv zu bewerten, da so die Gefahr unsachgemäßer Eigenreparaturen und daraus folgender sicherheitstechnischer Beeinträchtigungen verringert wird“, sagt Marco Brandt, Bereichsleiter Digital Business bei Wertgarantie.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zur Reparatur des eigenen E-Bikes

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 zur Reparatur des eigenen E-Bikes

Um ausgedienten Klischees auch die letzte Dynamik zu rauben, sei an dieser Stelle auf ein Detail explizit hingewiesen. Unter denjenigen, die sich in der Lage sehen, ihr E-Bike komplett selbst zu warten und instand zu halten, stellen Frauen im Alter bis 29 Jahren die größte Gruppe dar. So viel vielleicht zur technischen Begabung des angeblich schwachen Geschlechts.

Ergebnisse der E-Bike-Reparatur Studie 2021 von Wertgarantie zur Geschlechterspezifik bei der Reparatur des eigenen E-Bikes

Jüngere Frauen reparieren besonders häufig ihr E-Bike selbst.

6. Details zum Studiendesign

Auf die ganz spezielle Interpretation eines Schadenfalls, der dieser Studie zugrunde liegt, sind wir ausführlich eingegangen. Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass als Datenbasis für die E-Bike-Reparatur-Studie 2021 eine Hersteller- und Modellliste diente, die Wertgarantie in Absprache mit Statista erstellt hatte. Diese beinhaltete ausschließlich E-Bikes und Pedelecs, keine S-Pedelecs. Der Versicherer befragte zusammen mit Statista über ein Online-Panel exakt 2.098 Menschen im Alter von mindestens 18 Jahren. Das Ganze fand vom 14. Dezember 2020 bis zum 21. Januar 2021 statt.

Die komplette Studie findet ihr auf der Homepage von Wertgarantie. Klickt euch im Menü unter „Presse“ zu den „Studien“ durch. Dort findet ihr den entsprechenden Link.

 

Bilder: London Cyclist; Wertgarantie

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