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"State of the Nation"-Report 2022 von Shimano

Was motiviert zum E-Bike-Fahren? Shimano weiß es und noch mehr.

Shimano gilt nicht nur als weltweit führender Produzent von Fahrradteilen und Komponenten. Das Unternehmen beschäftigt sich auch auf gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene mit dem Fahrradfahren. Ein Resultat dieses Engagements ist eine Art Bestandsaufnahme, in der die Einstellung der Menschen in Europa zum Thema E-Bike zum Ausdruck kommt. Shimano nennt diese Befragung „State of the Nation“. Gerade ist deren vierte Ausgabe erschienen.

1. Was motiviert Menschen zum Fahren mit dem E-Bike?
2. Wie ist es um die Fahrradinfrastruktur bestellt?
3. Welches sind die Zielgruppen für E-Bikes?
4. Steht demnächst ein Werkstattbesuch an?
5. Warum wenden sich die Fahrradfahrenden an die Werkstatt?
6. Hintergründe zur Studie

Wie aktuell diese Bestandaufnahme ist, spiegelt die jetzige Untersuchung eindrucksvoll wider. Im Jahr zuvor stand der Report noch stark unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Diesmal schlagen sich zum Beispiel der rekordverdächtig trockene Sommer und die europaweit enorm gestiegenen Kosten für Energie und Lebenshaltung nieder.

1. Was motiviert Menschen zum Fahren mit dem E-Bike?

Am deutlichsten zeigt dies, wie die über 15.500 Befragten auf die Frage geantwortet haben, warum Menschen in den vergangenen zwölf Monaten ein E-Bike gekauft oder gemietet haben. Als wichtigster Beweggrund werden dabei die aktuell hohen Lebenshaltungskosten genannt. Mit dem Fahren eines E-Bikes lässt sich Geld sparen, beispielsweise für Benzin, die Autoreparatur oder das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. In neun der zwölf europäischen Länder, die an der Befragung teilnahmen, traf dieses Argument auf die meiste Zustimmung.

Die zweitstärkste Motivation für das Fahren eines E-Bikes bilden Kaufanreize. Wenn der Preis zum Teil subventioniert wird, spielt das für die Befragten anscheinend eine große Rolle. Auf Platz drei der Begründungen landete die Aussage, dass die Menschen so die negativen Auswirkungen ihres alltäglichen Lebens auf die Umwelt reduzieren können. Laut der Studie spielen die Umweltbelange vor allem in Ländern eine Rolle, die in diesem Sommer mit großer Hitze und Trockenheit zu kämpfen hatten. In Italien, 51 Prozent, und Spanien, 46 Prozent, greifen die Menschen aufgrund des Klimas vermehrt zum E-Bike. Im Gesamtergebnis betrug der Wert dagegen nur 33 Prozent.

Aussagen zur Motivation zum E-Bike-Fahren im "State of the Nation"-Report 2022 von Shimano

Einblicke in die Aussagen einzelner Altersgruppen und Nationen zur Motivation zum E-Bike-Fahren

Bei der Frage nach den Gründen für das E-Bike-Fahren weichen die Ergebnisse für Deutschland deutlicher vom europäischen Kanon ab. So wird den gestiegenen Lebenshaltungskosten zwar ebenfalls die meiste Bedeutung zugeschrieben. Das Maß der Zustimmung bleibt mit 31 Prozent aber klar hinter den 47 Prozent für gesamte Befragung zurück. Beim Umweltaspekt nähert sich die Meinung mit 27 Prozent gegenüber 33 Prozent wieder an. An dritter Stelle plädieren die Deutschen für das Wissen, mit dem E-Bike-Fahren ihre persönliche Gesundheit und Fitness zu verbessern. Erst auf Platz vier folgt das Argument der Subvention beim Kauf.

Das Pendeln mit dem E-Bike auf Arbeit, um sich so vor einer Corona-Infektion zu schützen, spielt mit 17 Prozent für Deutschland und 18 Prozent im europäischen Maßstab momentan nur noch eine untergeordnete Rolle.

2. Wie ist es um die Fahrradinfrastruktur bestellt?

Als Antwortmöglichkeit für die Motivation zum E-Bike-Fahren taucht auch eine verbesserte Radverkehrsinfrastruktur auf. Der schreiben die Befragten aber allenfalls eine mittelmäßige Überzeugungskraft zu. Und dies kommt nicht von ungefähr, zumindest bezogen auf Deutschland. Laut des Reports hat hier nur ein Drittel der Menschen, genauer gesagt 32 Prozent, den Eindruck, die regionale Infrastruktur für Radfahrende habe sich in den zurückliegenden zwölf Monaten verbessert. Knapp die Hälfte der Menschen, 49 Prozent, stimmen der Aussage nicht zu.

In der Gesamtstudie fallen die Ergebnisse mit 39 Prozent Zustimmung und 45 Prozent Ablehnung etwas positiver aus. Vor allem in einigen Metropolen des Kontinents hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie in der Richtung einiges bewegt. Anscheinend hat sich das noch nicht in der Wahrnehmung der Menschen niedergeschlagen. Oder es ist einfach noch zu wenig passiert.

Aussagen zur Fahrradinfrastruktur im "State of the Nation"-Report 2022 von Shimano

Was zu einer guten Fahrradinfrastruktur gehört und wie das jeweilige Kriterium gewertet wird, ist von Land zu Land teilweise recht verschieden.

3. Welches sind die Zielgruppen für E-Bikes?

Zu den spannendsten Fragen des „State of the Nation“-Reports gehört mit Sicherheit die Frage danach, für wen E-Bikes im Allgemeinen geeignet sind. Bei den Antworten gehen die Tendenzen zwischen Deutschland und der Gesamtstudie erneut spürbar auseinander. In Europa lautet das Ranking wie folgt:

1. Umweltbewusste Menschen – 52 Prozent
2. Pendler – 48 Prozent
3. Ältere Menschen – 38 Prozent
4. Kostenbewusste Menschen¬ – 30 Prozent
5. Eltern – 22 Prozent

Aussagen zur Zielgruppe für E-Bikes im "State of the Nation"-Report 2022 von Shimano

Auch zu den Zielgruppen für E-Bikes weichen die Ansichten im internationalen Vergleich mitunter deutlich voneinander ab.

In Deutschland ist sowohl die Reihenfolge auf den ersten drei Plätzen als auch die Gewichtung eine andere:

1. Ältere Menschen – 48 Prozent
2. Umweltbewusste Menschen – 43 Prozent
3. Pendler – 39 Prozent
4. Kostenbewusste Menschen – 22 Prozent
5. Eltern – 20 Prozent

Diese Einschätzung treffen zu einem großen Teil allerdings Menschen, die gar kein Fahrrad besitzen. In der Gesamtstudie lag dieser Anteil bei 41 Prozent, bei den befragten Deutschen bei 42 Prozent. Zudem geht aus dem Report nicht hervor, bei wie vielen, die ein Fahrrad besitzen, es sich um ein E-Bike handelt.

Daher ist es ganz aufschlussreich, in diesem Punkt gezielt auf das Ergebnis für die Niederlande zu schauen. Dort liegt der Anteil derjenigen, die kein Fahrrad besitzen, nämlich mit 13 Prozent am niedrigsten. Dennoch deckt sich zumindest die Reihenfolge fast komplett mit der für Deutschland.

1. Ältere Menschen – 65 Prozent
2. Umweltbewusste Menschen – 42 Prozent
3. Pendler – 37 Prozent
4. Eltern – 24 Prozent
5. Kostenbewusste Menschen – 22 Prozent

Mit Abstand die wenigsten Fahrradbesitzenden verzeichnet Großbritannien. Dort geben 63 Prozent der Menschen an, kein Fahrrad ihr Eigen zu nennen. Und bemerkenswerterweise fällt die Zuordnung, für wen sich ein E-Bike eignen würde, gänzlich anders aus, als bei den vorherigen drei Beispielen:

1. Umweltbewusste Menschen – 53 Prozent
1. Pendler – 53 Prozent
2. Kostenbewusste Menschen – 32 Prozent
3. Ältere Menschen – 24 Prozent
4. Eltern – 16 Prozent

4. Steht demnächst ein Werkstattbesuch an?

In den beiden abschließenden der insgesamt fünf Fragen konzentriert sich Shimano auf die Menschen, die ein Fahrrad, mit oder ohne elektrische Unterstützung, besitzen. Es geht um die Pflege und Wartung desselbigen. Im Falle der E-Bikes ja ein ganz wesentlicher Faktor, da die Kräfte des Motors eine zusätzliche Belastung für verschiedene Teile und Komponenten darstellen und den Verschleiß erhöhen.

Vor dem Hintergrund wollte Shimano wissen, wer in den nächsten sechs Monaten für eine Wartung ein Fahrradgeschäft aufsuchen wird. Etwa ein Viertel der Befragten haben das vor, sowohl in Deutschland mit 24 Prozent als auch bezogen auf die Gesamtstudie mit 25 Prozent. Ein jeweils etwas größerer Anteil hält das dagegen für unwahrscheinlich, 28 Prozent in Deutschland, 30 Prozent in Europa.

5. Warum wenden sich die Fahrradfahrenden an die Werkstatt?

Mit dem Besuch in der Werkstatt möchte der Hälfte der Befragten sicherstellen, dass ihr Fahrrad sich so lange wie möglich nutzen lässt. Rund 40 Prozent sehen darin einen Beitrag, um sicher unterwegs zu sein. Fast genauso viele Menschen möchten die Experten prüfen lassen, ob noch alles am Fahrrad korrekt funktioniert, nachdem zuvor ein Defekt oder Ähnliches auftrat. Für fast ein Drittel gehört der Besuch in der Werkstatt innerhalb der nächsten sechs Monate zu ihrer Fahrradroutine.

Aussagen zu den Gründen für einen Werkstattbesuch im "State of the Nation"-Report 2022 von Shimano

Ergebnisse der Gesamtstudie zu den Gründen für einen Werkstattbesuch

Etwa ein Zehntel der Befragten wendet sich erst an eine Werkstatt, wenn das Fahrrad tatsächlich kaputt ist. Shimano nennt das in seinem Report „besorgniserregend“. Gut möglich, dass in diese Gruppe aber auch etliche Menschen fallen, die das normale Maß an Wartungsarbeiten an ihrem Fahrrad sehr gut selbst bewerkstelligen können.

6. Hintergründe zur Studie

Zum mittlerweile vierten Mal legt Shimano seinen „State of the Nation“-Report vor. Die Datenerhebung lag erneut in den Händen des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Plc. Das Institut befragte online insgesamt 15.500 Erwachsene. Die Teilnehmenden stammten aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, der Schweiz, Spanien und dem Vereinigten Königreich.

 

Bilder: Shimano

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