Satteltaschen Race Light und Tube Bag von Vaude im Vergleich

Die kleine Schwarze für Unterwegs: Zwei Satteltaschen im Kurztest

Satteltaschen sind nützliche Begleiter für kürzere Ausfahrten. Sie eignen sich prima für Lunch-Rides oder After-Work-Touren. Gerade bei RennradfahrerInnen und MountainbikerInnen sind diese Taschen sehr beliebt. Zum einen kommen in ihnen die wichtigsten Pannenhelfer locker unter. Zudem lassen sie sich windschnittig unter dem Sattel anbringen.

In diesem Kurztest vergleichen wir zwei Satteltaschen von Vaude. Dabei tritt die Race Light (links) gegen die Tube Bag (rechts) an. Im Gegensatz zu größeren Bikepacking-Taschen kommen die meisten kleinen Satteltaschen ohne permanente Haltesysteme aus. Ihr befestigt sie über Klettverschlüsse an den Sattelstreben und am Sattelrohr. Das dauert nicht einmal 20 Sekunden.

1. Vaude Race Light
2. Vaude Tube Bag
3. Was kommt in eine Satteltasche rein?
4. Welche Satteltasche passt zu mir?

1. Vaude Race Light

Die Race Light besticht durch ein sehr geringes Gewicht und ihre kompakte, sportive Form. Es gibt sie in vier verschiedenen Größen: S, M, L und XL. Gerade einmal 45 Gramm zeigt die Waage für die Größe M an. Das Hauptmaterial besteht aus 100 Prozent Polyamid, einem reiß- und scheuerfesten Material. Das Innenfutter ist aus 100 Prozent Polyester gefertigt. Sauber verarbeitete Nähte und zusätzliche Absteppnähte an den Reflektoren und dem Reißverschluss hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Das Fassungsvermögen der Größe M beträgt 0,4 Liter. Mehr als doppelt so viel passt in die Größe XL.

Satteltasche Race Light von Vaude am Fahrrad befestigt

Innen unterteilt sich die Tasche aus unserer Sicht sehr stimmig in drei Fächer:

  • ein großes Hauptfach
  • ein Nebenfach mit Klettverschluss
  • ein kleines Schlüsselfach

 

Auf Gefallen stoßen bei uns außerdem die Reflektoren und der Blinklichthalter. Die Reflektoren sind eingenäht und nicht nur geklebt. Das verhindert ihr schnelles Ablösen. Einziger Kritikpunkt in der Praxis: Wer seinen Sattel ziemlich weit hinten auf der auf der Sattelstütze positioniert hat, kann den Reißverschluss der Satteltasche recht schwer öffnen. Achtet darauf, dass ihr die Kletthalterung am Sitzrohr möglichst weit oben befestigt. Dann ist die Tasche besser zugänglich.

Satteltasche Race Light von Vaude für E-Bikes
Details zur Satteltasche Race Light von Vaude für E-Bikes

2. Vaude Tube Bag

Die Tube Bag ist in den Größen S und M verfügbar. Mit einem Gewicht 51 Gramm in der Größe M spielt sie in derselben Liga wie die Race Light. Hier bestehen Hauptstoff sowie Innenfutter zu 100 Prozent aus Polyamid. Erneut fällt uns die saubere Verarbeitung der Nähte auf. Schnittkanten sind nicht sichtbar. Dank der wasserabweisenden Imprägnierung der Tube Bag perlen Wasser und Schmutz weitestgehend an der Tasche ab. Im Sprachgebrauch von Vaude heißt dieser Schutz „Eco-Finish“. Produkte mit dem Eco-Finish-Label sind umweltfreundlich, da sie auf Fluorcarbone (PFC) verzichten. Die spezielle Schicht erleichtert gleichzeitig das Reinigen.

Im Vergleich mit der Race Light fällt die Tube Bag etwas größer aus. Die 0,6 Liter an Stauraum reichen bequem für Ersatzschlauch und Reifenheber. In Müsliriegeln gemessen, beträgt der Unterschied zum kleineren Schwestermodell in etwa zwei bis drei Stück 😉

Bekanntlich ist Größe aber nicht alles. Das zeigt ein Blick auf die Reflektoren. Diese sind bei der Tube Bag lediglich aufgeklebt. Im Rahmen unseres Tests lösen sich diese bereits nach wenigen Ausfahrten und Reinigungen ab. Woran das liegt, könne wir nur raten. Besser wäre es, der Hersteller würde auch diese zusätzlich aufnähen.

Satteltasche Tube Bag von Vaude für E-Bikes

Auch die Tube Bag unterteilt sich in drei Fächer:

  • großes Hauptfach
  • Nebenfach ohne Klettverschluss
  • kleines Schlüsselfach

 

Vorteil gegenüber der Race Light ist wiederum der Reißverschluss. Hier reicht dieser über die komplette Außenseite. Defacto kommt ihr so besser an den kompletten Inhalt heran. Das Nebenfach ohne Klettverschluss ist im Vergleich zur Race Light kleiner gehalten. Auch das Schlüsselfach ist etwas anders konzipiert. Öffnen könnt ihr es nämlich zur Innenseite der Tasche. So gelangen Fremde deutlich schwieriger an eure Wertsachen. Das Gleiche gilt allerdings für euch, wenn ihr euren Schlüssel herausnehmen möchtet.

Details zur Satteltasche Tube Bag von Vaude für E-Bikes

3. Was kommt in eine Satteltasche rein?

Fast so entscheidend wie das Äußere ist natürlich das Innere der Satteltasche, sprich die Füllung. Gewöhnlich geht der erste Griff zu den Utensilien, die gerade bei einer Panne gefragt sind. Hier seht ihr einige der Dinge, die aus unserer Sicht dort hineingehören:

  • Multitool
  • Reifenheber
  • Ersatzschlauch oder Flickset
  • Minipumpe oder CO2-Kartusche
  • Wohnungsschlüssel

 

Je nachdem, was ihr davon alles einpackt und wie groß eure Satteltasche ist, bleibt eventuell noch ein wenig Platz übrig. Zum Auffüllen haben wir folgende Vorschläge:

  • Banane, Kekse oder Kuchen
  • Müsliriegel, Powerbars und -gels als schnelle Energielieferanten
  • leichte, dünne Wind- und Regenjacke

 

Keine Frage, Essen und Kleidung passen ebenso gut in die Taschen von Trikots und Jacken. So habt ihr sie während der Fahrt jederzeit greifbar. Manche von euch stören aber vielleicht die damit einhergehenden Beulen im Trikot. Das umgeht ihr gekonnt – ganz genau – mit kleinen Satteltaschen 😉

4. Welche Satteltasche passt zu mir?

Race Light und Tube Bag sind zwei Satteltaschen von Vaude, die denselben Zweck erfüllen. Über Klettverschlüsse könnt ihr beide Taschen einfach und schnell anbringen. Die Form der Race Light mutet sportlicher an. Ihre Fächer sind etwas besser aufgeteilt. Aufgrund ihrer Form und der Länge des Reißverschlusses ist die Tube Bag hingegen besser zugänglich. Während der Fahrt bemerken wir die Taschen praktisch nicht. Den „Gravel-Schnee-und-Matsch-Test“ auf der Schwäbischen Alb hat das Duo souverän bestanden. Außen dreckig, innen sauber 😉

Als größtes Unterscheidungsmerkmal bleibt die äußere Formgebung. Während die sportive Race Light am Rennrad und Gravelbike eine gute Figur abgibt, passt die Tube Bag möglichweise eher an das Alltags- oder Trekkingrad.

Letztlich ähneln sich die Satteltaschen recht stark. Ihr solltet euch vor allem fragen, welche Form euch besser gefällt und wie viel Stauraum ihr euch wünscht. Falls ihr noch keine Satteltasche besitzt, bekommt ihr in beiden Fällen einen wirklich tollen Begleiter für kürzere Ausfahrten.

Bilder: Vaude; Elektrofahrrad24

Ein Gedanke zu „Die kleine Schwarze für Unterwegs: Zwei Satteltaschen im Kurztest“

  1. Man sollte dazu erwähnen, dass bei der Vaude zwischen Tasche und Sattelrohr Schmutz an der Tasche haften bleibt, der die Beschichtung des Sattelrohrs wegreibt und somit beschädigt. Bei hydraulischen Sattelstützen ist das ein Problem.

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