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Deutsche machen immer häufiger Urlaub mit dem E-Bike

ADFC Radreiseanalyse 2021

Viele Menschen fahren in ihrer Freizeit mit dem Fahrrad. Sie unternehmen einzelne Ausflüge oder machen sogar Urlaub auf zwei Rädern. Wie genau sich das im Detail darstellt, ermittelt seit 2010 der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC). Der hat nun die Ergebnisse seiner Radreiseanalyse für das Jahr 2021 vorgelegt.

Auf ihrer Internetseite informiert die größte Interessenvertretung der Radfahrenden in Deutschland mit Texten, Bildern und zahlreiche Statistiken über den Radtourismus hierzulande. Wir haben uns die Untersuchung angeschaut und fassen für euch die zehn wichtigsten Fakten zusammen.

1. Wie steht es um den Radtourismus im zweiten Corona-Jahr?
2. In welche Länder zieht es die Deutschen?
3. Welches sind die beliebtesten Regionen für einen Radreise in Deutschland?
4. Auf welchen Radfernwege reisen die Menschen am liebsten?
5. Warum reisen Menschen mit dem Fahrrad?
6. Wie viele sind mit einem E-Bike unterwegs?
7. Warum greifen die Menschen für ihre Radreise zu einem E-Bike?
8. Wie lang sind die Strecken?
9. Wonach richten sich die Menschen bei der Entscheidung über eine Reise?
10. Wie reisen die Radfahrenden an?

1. Wie steht es um den Radtourismus im zweiten Corona-Jahr?

Während die Fahrradverkäufe in den zurückliegenden Jahren von einem Rekord zum nächsten geeilt sind, schlägt sich das nicht ganz so bei den Radreisen nieder. In 2021 sind 3,9 Millionen Deutsche auf einer solchen Reise gewesen. Das sind eine halbe Million mehr als noch 2020. Auch wenn das Vorjahr komplett unter dem Zeichen der Corona-Pandemie stand, geht aus der Analyse des ADFC nicht hervor, in wie weit Covid genau unser Verhalten diesbezüglich beeinflusst hat.

Grafik zur Anzahl der Radreisenden in Deutschland für 2021

Anzahl der Radreisenden in Deutschland

Fest steht, dass die Zahlen noch deutlich unter dem Niveau der Jahre vor Beginn der Pandemie liegen. Den höchsten jemals gemessenen Wert ermittelte der ADFC mit 5,5 Millionen Radreisenden im Jahre 2018. Im Jahr darauf wurde der mit 5,4 Millionen fast noch einmal erreicht. Schon 2016 brachen 5,2 Millionen Deutsche zu einer Radreise auf.

Ein etwas anderes Bild zeigt sich beim Blick auf die Tagesausflüge mit dem Fahrrad. Dort stieg die Anzahl der Menschen, die solchen Touren unternehmen, um elf Millionen auf jetzt 41,6 Millionen.

2. In welche Länder zieht es die Deutschen?

Wer zu einer Radreise aufbricht, bleibt dafür meist innerhalb Deutschlands. Lediglich 22 Prozent der Radreisenden sind im Ausland unterwegs. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Deutschen stand 2021 dabei Österreich. Es folgten Italien, Frankreich, Niederlande und die Schweiz.

3. Welches sind die beliebtesten Regionen für einen Radreise in Deutschland?

Mit malerischen Flusslandschaften, sanften Hügeln, Auen, Seen, Wäldern und zahllosen Bauernhöfen hat es vor allem das Emsland zusammen mit dem Osnabrücker Land sowie der Grafschaft Bentheim den Deutschen angetan. In die Gegend zieht es die meisten der Radfahrenden. Große Teile des Ostens des Landes scheinen momentan dagegen eher noch als Geheimtipp zu gelten. Als einzige ostdeutsche Region hat es der Spreewald unter die zehn beliebtesten Regionen geschafft.

Übersicht zu den beliebtesten Regionen für Radreisen in Deutschland im Jahre 2021

Die beliebtesten Regionen für Radreisen in Deutschland im Jahre 2021

4. Auf welchen Radfernwege reisen die Menschen am liebsten?

Am meisten Betrieb herrschte 2021 entlang der Weser und Elbe. Die dortigen Radfernwege werden am häufigsten befahren.

Übersicht zu den beliebtesten Fernradwegen in Deutschland im Jahre 2021

Die beliebtesten Fernradwege in Deutschland im Jahre 2021

Das schönste Erlebnis verspricht allerdings wohl eine Tour auf dem MainRadweg und dem Fünf-Flüsse-Radweg. Beide erhielten bei der Frage nach der Zufriedenheit mit den Routen die Topnote von 1,5. Grundsätzlich schneiden hier aber alle Radfernwege erstaunlich gut ab. Keiner der Wege, auf denen die meisten Menschen radeln, wurde schlechter als 1,9 bewertet. Die Skala dieser erstmals vom ADFC erfragten Rubrik reicht von eins für „sehr gut“ bis sechs für „ungenügend“.

Interessant zudem, dass zwei Drittel der Radfahrenden während der Radreise von einem Startpunkt zu einem Ziel fahren. Das übrige Drittel sucht sich dagegen einen festen Standort aus und fährt von dort aus in unterschiedliche Richtungen.

5. Warum reisen Menschen mit dem Fahrrad?

Auf den ersten Blick scheint die Frage vielleicht etwas belanglos. Warum fährt man Fahrrad? Weil man Lust darauf hat, ganz klar. Der ADFC hat in seiner Radreiseanalyse aber konkretere Antworten erhalten. Demzufolge bietet das Fahrrad für 80 Prozent der Befragten die Chance, viel von Land und Leuten mitzubekommen. Schon direkt danach folgt mit 67 Prozent der Wunsch nach dem Aktivsein im Urlaub. Rund der Hälfte der Menschen sind zudem eher rationale Aspekte wichtig wie eine umweltfreundliche Art des Reisens als auch das Fördern der eigenen Gesundheit.

Statistik zu den Beweggründen für eine Radreise im Jahre 2021

Beweggründe für eine Radreise im Jahre 2021

6. Wie viele sind mit einem E-Bike unterwegs?

Unter Punkt 1 haben wir ja festgestellt, dass die steigenden Verkaufszahlen von E-Bikes sich nicht in einer steigenden Anzahl an Menschen niederschlagen, die mit dem Rad reisen. Unter denjenigen, die so etwas tun, sind E-Bikes jedoch immer beliebter. Bei 42 Prozent liegt inzwischen der Anteil der Befragten, die im Urlaub auf die elektrische Unterstützung bauen. Das bedeutet ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zur Erhebung für 2020. Gerade einmal 18 Prozent waren es 2017.

Grafik zum Anteil an E-Bikes bei den Radreisen der Deutschen im Jahre 2021

Anteil an E-Bikes bei den Radreisen der Deutschen

7. Warum greifen die Menschen für ihre Radreise zu einem E-Bike?

Den eigenen Aktionsradius vergrößern ist der größte Vorteil, den die Radfahrenden in der Nutzung eines E-Bikes sehen. Logisch, länger fahren bedeutet mehr sehen und mehr Leute treffen zu können. Mehr als 72 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie mit einem E-Bike im Urlaub längere Strecken zurücklegen als mit einem Fahrrad ohne Motorunterstützung. Dank des E-Antriebes schrecken viele auch vor anspruchsvolleren, hügeligeren Touren nicht länger zurück. Auf rund 53 Prozent der Befragten trifft dies zu. Und auch der Gemeinschaftsgedanke spielt eine zentrale Rolle. Mehr als ein Viertel der Radfahrenden sagt, dass sie jetzt mit anderen im Urlaub mithalten könnten.

Statistik zu den Beweggründen für das Nutzen eines E-Bikes im Rahmen einer Radreise im Jahre 2021

Beweggründe für das Nutzen eines E-Bikes im Rahmen einer Radreise im Jahre 2021

8. Wie lang sind die Strecken?

Was genau mit den erwähnten längeren Strecken gemeint ist, geht aus der Radreiseanalyse nur in Bezug auf die Tagesausflüge hervor. Dort werden durchschnittlich 43 Kilometer zurückgelegt. Immerhin etwas mehr als 20 Prozent der Tagesausflüge sind 60 Kilometer oder länger.

9. Wonach richten sich die Menschen bei der Entscheidung über eine Reise?

Die absolute Mehrheit der Fahrradfahrenden entscheidet nach persönlichen Vorlieben und erstellt ihren Tagesausflug in Eigenregie. Auf diese Weise gehen 82 Prozent der Befragten vor. Auf schon vorhandene Routenvorschläge vertrauen hingegen die übrigen 18 Prozent.

10. Wie reisen die Radfahrenden an?

Los geht’s zum Tagesausflug für 59 Prozent der Menschen von zuhause aus. Steht eine komplette Radreise auf dem Plan, sinkt der Wert auf gerade einmal 16 Prozent. In dem Falle sind dann mit 41 Prozent eher der Pkw und mit 33 Prozent die Bahn das Mittel der Wahl.

 

Mehr als ein Jahrzehnt an Expertise

Mit seiner Radreiseanalyse sammelt der ADFC seit 2010 Erkenntnisse über den Fahrradtourismus in Deutschland. An der bundesweiten Online-Befragung nahmen diesmal 10.269 Menschen teil. Die Erhebung ersteckte sich vom November 2021 bis in den Januar 2022. Beteiligt war neben dem ADFC der Online-Fachhändler fahrrad.de. Als Radreise wird bei der Analyse eine Reise gewertet, bei der das Fahrradfahren eines der Hauptmotive ist und die sich über mindestens drei Übernachtungen erstreckt.

 

Bilder: Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC); Panasonic Industry Europe GmbH

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