Volle Power, aber noch kein TÜV – Brite bringt in München selbstentwickeltes e-Fatbikes zur Marktreife

04.12.2017 09:54

Ob Fatbikes einst wirklich erfunden worden waren, um auf Schnee und Sand besser vorwärts zu kommen, sei dahin gestellt. Fakt ist, die Tendenz ihrer Beliebtheit steigt. Und das nicht nur, weil die Dinger einfach 'fat' sind, sondern weil sie ein ganz neues Fahrgefühl vermitteln. Wenn man den Teilen dann auch noch einen eBike Motor spendiert, purzeln die Endorphine.

Wicked Fatbikes aus München. Wer steckt dahinter?

So ein eBike der Spitzenklasse ist jüngst in München aus der Taufe gehoben worden. Wicked Fatbike heißt das Baby und steht mit einem 120 Nm Antrieb von TQ Systems auf den noch jungen Beinchen, sorry: Rädern. Damit könnte das Wicked Fatbike sogar 70 km/h schaffen, das ist in Deutschland leider nicht erlaubt. Erlaubt ist aber, jegliche Art von Berg mit dem Rad bezwingen zu wollen und das ist nun überhaupt kein Thema mehr.

Der Kopf hinter dem Projekt ist Paul Benjamin, der sich mal eben sein absolutes Traumrad selbst gebaut hat. Im Übrigen wollte er schon immer ein Unternehmen gründen, das "Wicked" heißt. Das hat Benjamin im Interview mit der Süddeutschen Zeitung verraten. Mit Wicked Enterprises hat sich der gebürtige Engländer und BMW-Mitarbeiter nun in München niedergelassen und will künftig alles unter einem Dach bündeln, was mit seinem Projekt zu tun hat, angefangen vom Design, bis hin zum Service. Bisher wird noch in sehr kleinen Stückzahlen produziert. Logisch, eBikes für 7000 Euro landen nicht auf der Stange.

Teile der Finanzierung noch offen

Noch sucht Benjamin eifrig nach Kooperationspartnern. Neben den Fatbikes sollen auch Mountainbikes und Urbanbikes die Produktpalette komplettieren. Natürlich immer als eBike. Selbstverständlich sind auch Cargobikes für den 44-jährigen Familienvater ein großes Thema. Über 150 000 Euro hat er bereits auf eigene Kappe in das Projekt gesteckt. Doch das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange. Den Paul Benjamin schweben nicht nur Spitzenräder aus eigener Produktion vor. Eine ganze Erlebniswelt will er erschaffen.

Fatbike im Schnee

Doch immer langsam. 2018 kommt nun erstmal die Wicked Fatbikes mit Karbonrahmen – gefertigt in Asien – als Hardtail oder Fully, bestückt mit SRAM EX1 oder Rohloffschaltung und dem sehr starken Motor auf den Markt. Ergonomisch optimierten Sitzkomfort liefert der Sattel von SQ Lab. Wer eine Beleuchtungsausstattung wünscht, bekommt eine Supernova M99.

Wicked Bikes mit hochwertigen Komponenten

Der kraftvolle Motor fordert zudem natürlich auch einen entsprechenden Akku mit satten 880 Wh. Das schreit förmlich nach einer S-Pedelec Variante, die es neben der “normalen” Ausführung mit 25 km/h geben wird. Beide Modelle durchlaufen gerade die Prüfungsphase durch den TÜV.

Das Wicked Fatbike spielt durch die Leistungsdaten des TQ Motors schon fast in der e-Motorrad-Liga mit. Erste Tests auf 3000 Meter Höhe sind schon gelaufen. Als nächstes sind die Sanddünen Dubais dran. Eine Crowdfunding Kampagne auf der Plattform Indiegogo soll nun das letzte Finanzierungsloch stopfen. Wir drücken die Daumen!


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