Pedelec-Rennen ohne Limit

16.04.2018 13:05

Wie schnell kann ein Pedelec beschleunigen? Bei einem Pedelec Sprint Contest im Rahmen der VELOBerlin wollte man dieser Frage rein 'experimentel' nachgehen. Der Airfield Race Track auf dem historischen Tempelhofer Flugfeld bot ideale Ausgangsbedingungen für den vom Verein ExtraEnergy initiierten Test. Zur Idee äußerte sich im Vorfeld Hannes Neupert, der Vorsitzende von ExtraEnergy: "2017 hat die UCI, Union Cycliste Internationale, Dachverband nationaler Radsport-Verbände, das Thema Pedelec erstmals als Teil des Radsports anerkannt und in diesem Bereich Aktivitäten angekündigt. Als ExtraEnergy 2007 im Rahmenprogramm der Rad WM ein Pedelec Bergrennen veranstaltete, wurde dies noch kontrovers und ablehnend diskutiert. Heute scheint sicher, dass das Pedelec in den Radsport einziehen wird. Bisher ist noch nichts passiert.“

E-Bike-Rennen ohne liminierte Motorleistung

Was der Sprint Contest zu ersten Mal in der Öffentlichkeit zulies, waren unlimitierte Motorleistungen und Geschwindigkeiten. Diese Kategorie lässt sich bislang nur mit sehr wenigen E-Bikes füllen. Unter den Renn-Teilnehmern waren ein Bafang Demonstrator und das Steiner Modell Ultra-E-Fully, jeweils mit Bafang Ultra M 620 Antrieb mit 1.000 W, 48 V und einem Drehmoment von 160 Nm. Damit konnten beim Rennen mehr als 60 km/h mit Tretunterstützung erreicht werden.

Der Firmeninhaber von Steinerdesign Jürgen Steiner – der selbst mit dem Ultra-E-Fully, das bereits mit Straßenzulassung in Serie am Markt ist, beim Rennen unterwegs war, kommt aus dem Motorradrennsport. "1978 war ich deutscher Meister in der 500 ccm Klasse beim internationalen Straßenrennen. Seither bauen wir Fahrräder. Seinerzeit haben wir eines der ersten Fullys und die erste Doppelbrückengabel gebaut. Federgabeln gab es damals überhaupt noch nicht. Technisch waren wir immer Vorreiter. Für Porsche bauten wir unter der Marke Votec eines der ersten Fahrräder."

Was sind die schnellsten Pedelecs am Markt?

Das knapp 8500 Euro teure Ultra-E-Fully von Steinerdesign konnte so auch beim Sprint Contest den ersten Platz belegen. Den zweiten Platz holte das Demo-Modell von Bafang. Riese & Müller stiegen mit dem Delite GT touring HS mit 350W Bosch Performance Speed Mittelmotor auf das dritte Treppchen.

Pedelec Sprint Contest: Die Sieger

Foto: Angela Budde, www.ExtraEnergy.org

Im kommenden Jahr will man das Rennen wiederholen, dann allerdings mit neuem Reglement. "Um sicherzustellen, dass bei Rennveranstaltungen dieser Art keine Motorräder gewinnen, wird zukünftig ein Reglement notwendig werden. Nach diesem Reglement sollte die Beschleunigung zweimal gemessen werden: einmal mit und einmal ohne Motor. Nur so kann der Fahrradcharakter erhalten bleiben," erklärte Hannes Neupert.


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