Zurück zu den Wurzeln? Der ehemalige Fahrradbauer Kia stellt seine ersten Elektrofahrrad-Prototypen vor

10.03.2014 16:15

Und noch ein Autobauer, der den Trend wittert, auf zweirädrige E-Mobilität setzt und das Spektrum an umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln erweitert: Kia Electric Bicycle, kurz KEB, nennt sich der Prototyp eines Elektrofahrrades, den der koreanische Hersteller Kia Motos auf dem Genfer Autosalon 2014 vorstellte.

In den Varianten City- und Mountainbike, kommt der Hinterrad-Elektromotor des KEB mit einer Leistung von 250 Watt und einem Drehmoment von 45 Nm daher. Den Strom liefert ein leicht abnehmbarer Lithium-Ionen-Polymer-Akku, der beim Citybike hinten im Rahmen integriert ist.

Das KEB Citybike ist ein klassisches Pendler-E-Bike mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern, aufladbar in vier Stunden. Mit seinem Durchstieg und den 28-Zoll-Rädern verspricht dieses E-Bike bequemes und komfortables Radfahren. Das Mountainbike dagegen zielt auf sportliche Fahrer: mit einer 100-Millimeter-Rock-Shock-Federgabel vorn, mittig platzierter Batterie und 26-Zoll-Rädern mit Crossreifen.

Das Kia Venture Business Development Team des zentralen Forschungs- und Entwicklungszentrums der Marke in Namyang zeichnet sich für die Entwicklung des Elektrofahrrades verantwortlich. Bei der Herstellung des neuartigen Monocoque-Rahmen des Kia Electric Bicycle, der auf den ersten Blick wie ein Karbonrahmen anmutet, kam ein modernes Metall-Stanzverfahren und ein automatisierter Schweißprozess zur Anwendung.

Dieses Stanzverfahren wurde speziell für die Fertigung des KEB-Rahmens entwickelt worden. Im Vergleich mit dem sonst beim Fahrradbau zum Einsatz kommenden Hydroforming-Verfahren, ist diese Produktionsmethode erheblich komplexer und kostenintensiver. Doch das Stanzverfahren gibt den Entwicklern mehr Spielraum in puncto Beschichtung und Konstruktionsstruktur. Zudem können mit diesem Verfahren auch Rahmen aus Aluminium sowie aus hochfestem oder rostfreiem Stahl produziert werden.

Beide Prototyp-Varianten des Kia Electric Bicycle bringen 20 kg auf die Waage und unterstützen den Fahrer bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h.

Rahmen, Elektromotoren und Batterien der beiden Prototypen wurden in Korea gefertigt, Bremsen und Schaltungen stammen vom japanischen Hersteller Shimano. Die Endmontage der Elektrofahrräder erfolgte allerdings in Deutschland.

Mit dieser überraschenden Neuentwicklung betritt Kia kein Neuland: Gegründet wurde das Unternehmen 1944 als Fahrradhersteller.

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