Uni Frankfurt untersucht Beitrag von Elektrofahrrädern zu nachhaltiger Mobilität

09.01.2014 15:00

Unter der Überschrift "E-Bikes: eine kleine Revolution in der Elektromobiliät" stellte die Goethe-Universität Frankfurt am Main ihr neuesten Forschungsprojekt zur Elektromobiltät vor. Thomas Prill, Doktorand am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität, untersuchte in Kooperation mit der "urbane konzepte GmbH" Offenbach welchen Beitrag Elektrofahrräder zu einem nachhaltigeren Mobilitätssystem leisten können. In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Forschung Frankfurt" haben die Wissenschaftler über die Ergebnisse ihres Projekts, das im Rahmen der Modellregion Elektromobilität RheinMain gefördert wurde, berichtet.

Forschungsansatz war die Frage, ob angesichts der immer weiter steigenden Verkaufszahlen, Elektrofahrräder mehr sein können, als ein getuntes Fahrrad. Mit Hilfe von Interviews und Gesprächen mit Nutzenden und Experten erhoben und analysierten die Forscher Daten zur Akzeptanz, Nutzung und Wirkung von elektromobilen Angeboten. Der Fokus lag dabei auf der Marktvorbereitung, -einführung und -verbreitung von Elektrofahrrädern sowohl für den Privatbesitz als auch für die Integration in Flottenkonzepte.

"Die Gespräche mit den Nutzerinnen und Nutzern zeigen, dass Pedelecs auf breite Akzeptanz stoßen, und dass vor allem die erste Fahrt mit einem E-Bike für viele ein Schlüsselerlebnis mit Wow-Effekt ist, das Begeisterung auslöst", berichtet Steffi Schubert von der urbane konzepte GmbH. Die Elektrofahrräder werden vor allem bei Arbeitswegen und Dienstfahrten geschätzt, weil sie gegenüber dem ÖPNV oder Fahrgemeinschaften eine selbstbestimmtere Mobilität ermöglichen. Die Ankunft beim Kunden oder Geschäftspartner mit einem Pedelec eröffnet oftmals einen guten Gesprächseinstieg. Umwelt-, Nachhaltigkeits- oder Imageaspekte haben bei den meisten Befragten eine eher implizite Bedeutung. Sie sind positive Nebeneffekte.

Leistungsdefizite zum Partner auszugleichen, ist für viele Nutzer ein erheblicher Mehrwert im privaten Bereich. "Insgesamt hat sich gezeigt, dass Elektrofahrräder bei denjenigen, die die Möglichkeit hatten, diese ausgiebig testen zu können, meist auf großen Zuspruch stoßen", fasst Prill die Ergebnisse der Studie zusammen. Arbeitgeber erwiesen sich hier als gute Multiplikatoren. Unternehmen, die Elektrofahrräder im Rahmen der Modellregion Elektromobilität als neue Option im Fuhrparkmanagement aufnahmen, berichteten über zahlreiche positive Effekte auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene.

"Um weitere Zielgruppen erreichen zu können, sind öffentlich zugängliche Angebote und andere Betreiberkonzepte interessant, wie beispielsweise Leih- und Testmöglichkeiten über Wohnungsgesellschaften, Energieversorger oder Verkehrsunternehmen", empfiehlt Steffi Schubert. Auch diese Möglichkeiten werden derzeit in Modellprojekten getestet.

Ein Probeheft von Forschung Frankfurt kann kostenlos bei Helga Ott bestellt werden unter Ott@pvw.uni-frankfurt.de.


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