TUMCREATE entwickelt superleichten mobilen Elektroantrieb für Fahrräder

07.02.2017 09:49

Immer und überall wählen, ob man mit Motor radeln möchte oder nicht? Ingenieure der Forschungseinrichtung TUMCREATE in Singapur haben dieser Tage einen leichten und einfach zu bedienenden elektrischen Antrieb zum Mitnehmen vorgestellt. Das Modul, das an fast jedes Fahrrad passt und jeder Zeit ohne Probleme mitgenommen werden kann ist zur Zeit noch in der Prototyp-Phase.

Mobiler eBike-Antrieb ease

Der sogenannte "ease" könnte allerdings schnell in Großstädten, wo viele Menschen ihr Fahrrad für den Weg zur Arbeit nutzen, interessant werden. Denn mit ease kann das Bike, je nach Wetter, Streckenverlauf oder Stimmung in ein eBike verwandelt werden. Wem ein herkömmliches eBike bisher zu teuer war oder wer Angst hatte, es am Bahnhof oder Arbeitsplatz abzustellen, könnte in ease eine Alternative sehen.

mobiler ebike antrieb ease

"Es gibt bereits einige Ansätze in diese Richtung, aber bei diesen sind meist Veränderungen am Fahrrad nötig", sagt Felix Römer, Doktorand bei TUMCREATE. "Diesen Aufwand scheuen viele." Zudem passen diese Einheiten oft nur an spezielle Fahrräder oder Felgen. Römer und die Masterstudenten Marius Mrosek und Simon Schmalfuss entwickelten daher ein komplett eigentständiges Gerät. Römer radelt selbst fast jeden Tag zur nächsten U-Bahn-Station, um von dort weiter zu Arbeit zu pendeln. Dabei macht das schwüle Klima in Singapur Radfahren nicht immer zum Vergnügen. So entwickelte Römer die Idee eines flexiblen Elektromotors, der einfach an jedes Rad angebracht werden kann.

Alle Komponenten in einem Gehäuse verbaut

Die benötigten Komponenten wie Motor, Akku und Sensoren kompakt in einem Gehäuse unterzubringen, war eine der größten Herausforderung für das Entwicklerteam. "Wir brauchen zum Beispiel optische Sensoren, die erkennen, dass die Pedalen getreten werden", erklärt Römer. Bei den meisten eBikes sind solche Sensoren fest im Tretlager verbaut. "Es hat sehr viel Zeit und Mühe gekostet, bis alles ohne Kabel oder Zusatzeinheit funktioniert hat." Die Erkennung der Pedalenbewegung ist notwendig, um die Gesetzesvorgaben zur Zulassungsfreiheit für eBikes in Europa zu erfüllen. So schaltet der 250 Watt-Motor auch automatisch ab, wenn eine Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern erreicht wurde. Gespeist wird der Antrieb von einem Lithiumakku, der je nach Beanspruchung bis zu 50 Kilometern Reichweite schafft.

ease mobiler ebike antrieb

Der funktionstüchtige Prototyp, den die Ingenieure vorgestellt haben, wiegt 3,5 Kg und kann an einem Gelenk in der Mitte zusammengeklappt werden. Somit kann der Fahrer das Gerät einfach im Rucksack verstauen.

Befestigt wird mit Hilfe einer Kabelschlaufe, die im Rahmen verhakt und mit einem drehbaren Knauf angebracht wird. Die Montage soll weniger als zehn Sekunden dauern. "Wenn man die Einheit abnimmt, bleibt nichts am Fahrrad zurück", sagt Römer. Da ease zu verschiedenen Rahmenformen passt, kann er gleichermaßen an beiden Seiten des Fahrrads angebracht werden. Das Gerät erkennt automatisch, welche Seite gewählt wurde.

Nun hofft man auf die Kooperation mit einem Industriepartner. Erst dann könne man auch abschätzen, wie viel "ease" kosten wird. Das Patent auf ihre Erfindung haben die Wissenschaftler bereits angemeldet.

TUMCREATE ist übrigens eine gemeinsame Forschungseinrichtung der Technischen Universität München und der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur.


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