Testergebnisse über Elektrofahrräder schlagen weiter hohe Wellen

20.06.2013 10:18

"Die Kunden sind verunsichert", erklärte Susanne Eickelmann vom Verband des Zweiradhandels (VDZ). "Elektroräder werden abbestellt und Kaufentscheidungen vertagt". Nun befürchtet der Verband sogar, dass die diesjährigen Verkaufszahlen hinter denen von 2012 zurückbleiben werden.Eine vom VDZ durchgeführte Blitzumfrage bei verschiedenen VDZ-Mitgliedern ergibt, dass die Ergebnisse kaum die Realität widerspiegeln. Lenker- oder Rahmenbrüche bei Elektrofahrrädern seien im Handel so gut wie unbekannt. Die Belastungen, denen die Räder im Test ausgesetzt worden waren und die widersprüchlichen Test-Werte gleicher Bauteilen müssten kritisch hinterfragt werden. Händler und Hersteller kritisieren zudem, dass die Prüfkriterien nicht bekannt seien.

Merkwürdig sei auch, warum der VDZ, der im Beirat der Stiftung tätig ist, nicht wie üblich, hinzugezogen worden sei.

Die Stiftung Warentest hatte unlängst die Testergebnisse von 16 Elektrofahrrädern veröffentlicht. Neun hatten die Note "mangelhaft" erhalten. Schlechte Bremsen, Lenker- und Rahmenbrüche unter Dauerbelastung wurden als Ursache genannt.

Seitdem ist die Branche in Aufruhr, kämpft mit negativen Kundenreaktionen und zunehmender Verunsicherung. Die meisten Hersteller haben sich inzwischen öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die entsprechenden Statements haben wir in unserer Newsmeldung veröffentlicht. Man spricht vom "Kaputtmachtest" und bezieht sich damit vor allem auf die viel zu harten und unrealistischen Anwendungen.

Trotzdem setzen die führenden Unternehmen erste Ausrufezeichen. Mit der rückwirkenden Garantieverlängerung auf 10 Jahre zeigt der Schweizer Elektrofahrrad Pionier Flyer deutlich, welche Qualitätsansprüche mit diesen Elektrofahrrädern verbunden sind.

Die Stiftung Warentest bestreitet nach wie vor, die Hersteller ungenügend über die Testmethoden und -kriterien informiert zu haben. Dass die Stiftung den Test in Partnerschaft mit dem ADAC, also der Autolobby durchgeführt habe, stößt der Branche genauso unangenehm auf. Da sei ein Veriss des Fahrradtrends vorprogrammiert. Kolja Oppel von der Stiftung Warentest wehrt sich: "Die Testmethoden hat der ADAC nicht beeinflusst!" Der Automobilclub habe nur einen Großteil der Kosten des sehr teuren Tests, den die Stiftung Warentest sich sonst hätte nicht leisten können, getragen.


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