Neue Europäische Norm macht eBike-Akkus noch sicherer

21.11.2016 16:00

Lange gefordert, endlich da: Ein europaweit einheitlicher Sicherheitsstandard für Lithium-Ionen-Batterien für sogenannte "Light Electric Vehicles". Die Mitte November 2016 veröffentlichte europäische Norm EN 50604-1:2016 soll die Sicherheit von Elektrofahrrädern und anderer Elektro-Leichtfahrzeugen, wie zum Beispiel Elektromotorräder oder Elektroroller, erhöhen und den Umgang klarer regeln. Bis Januar 2017 soll die Regelung in eine DIN-Norm überführt sein.

Verbände haben sich für europäische Akku-Norm stark gemacht

Der ZVEI ? Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, der ZIV ? Zweirad IndustrieVerband und die Battery Safety Organization BATSO hatten lange dafür gekämpft."Diese Batterien sind 'Hightech-Kraftpakete', die auf kleinstem Raum viel Energiespeichern. Die vielen hunderttausend Pedelec- und eBike-Besitzer müssen sich auf dieSicherheit ihrer Batterien verlassen können", fordern die Verbände in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Schutz der Akkus gegen Überladung u.Ä.

So sollen die Akkus nicht nur gegen Überladung oder Tiefentladung, sondern auch gegen Kurzschluss, extreme Temperaturen und Erschütterungen verlässlich gesichert sein. Dazu sei das Ladegerät und der Batterie-Pack so abzustimmen, dass nur die dafür vorgesehenen Akkus geladen werden können. Dafür sollten sich zugehörige Ladegeräte und Batterien zweifelsfrei wechselseitig erkennen. Durch mechanische, elektrische oder elektronische Maßnahmen, sie dies durchaus technisch möglich.

Team für einheitlichen Akku-Standard

Damit die Verbindung der eBike-Akkus mit dem Wechselstromnetz oder anderen nicht vorgesehenen Stromquellen sicher verhindert wird, müssen auch die Steckkontakte entsprechend beschaffen sein.

Klare technische Orientierung für eBike-Akkus

"Angesichts des Booms bei den elektrisch unterstützten Fahrrädern brauchen Verbraucher,Händler und Hersteller klare technische Orientierung", so Siegfried Neuberger, der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands. "Pedelecs, Elektro-Zweiräder und deren Komponenten müssen nach einheitlichen, hohen Qualitätsstandards hergestellt sein, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten", ergänzt der Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, Otmar Frey.

Der Vorsitzende der Battery Safety Organization BATSO Stephan Scheuer, hat an derErarbeitung der technischen Grundlagen mitgearbeitet. Scheuer: "Anders als beielektrisch betriebenen PKWs sind die Batterien bei Pedelecs und eBikes von außenzugänglich und größtenteils herausnehmbar. Daraus folgen besondereSicherheitsanforderungen, um Anwender besser zu schützen. Die neue EN 50604-1 setzthierfür den Maßstab."