Nach Ende der Dynamo-Pflicht Millionen Radfahrer weiterhin illegal unterwegs

08.07.2013 10:31

Sehr viele Radfahrer dürften sich angesichts der Meldung über die Aufhebung der Dynamo-Pflicht stark wundern. Allerdings wahrscheinlich weniger darüber, dass sie nun auch ohne Dynamo ihr Fahrrad beleuchten dürfen, sondern über den Umstand, dass Batterieleuchten bisher offensichtlich verboten waren. Millionen von Radlern nutzen wie selbstverständlich die im Handel erhältlichen Stecklampen auf Batterie- oder Akkubasis. Obwohl in Deutschland Fahrräder nur mit Licht aus Lichtmaschinen genutzt werden durften.

Allerdings behielt der Bundesrat beim Beschluss der Abschaffung der Dynamopflicht die Formulierung "dass die Beleuchtungsanlage fest am Rad angebracht und ständig betriebsbereit sein muss" bei. Das heißt, die allseits beliebten Strecklampen bleiben weiter verboten.

Grundsätzlich ist die Neuordung des Gesetzes zu begrüßen. Bereits im Jahr 2000 hatte das Verkehrsministerium in Hannover einen Bericht an den Bund geschickt und empfohlen batteriebetriebene Fahrradbeleuchtung, aus sicherheitstechnischen Gründen für unbedenklich zu erklären. Aktuell setzte sich Hamburg für einen entsprechenden Beschluss ein. 13 Jahre ließ man sich also Zeit, die Straßenverkehrsordnung in Sinne dieser Empfehlung anzupassen.

Die Eingabe Hamburgs hatte sich auch gegen den Beschluss Niedersachsens, Akkus für Fahrradlampen zur Pflicht zum machen, gerichtet. In Niedersachen hatte sich die Mehrheit im Verkehrsausschuss dafür ausgesprochen, Batterielampen nur noch mit Akkus und einer Kapazitätsanzeige zuzulassen.

Nachdem Bund und Länder seit vier Jahren heftig darüber diskutieren, hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer versprochen, sich um einen Vorschlag für die künftige Fahrradbeleuchtung zu bemühen. Zu lange passierte nichts. Auch die Forschungsergebnisse des Lichttechnischen Instituts der Uni Karlsruhe, von TÜV und DEKRA hatten auf sich warten lassen. Für verfehlt halten allerdings auch diese Institute den aktuellen Beschluss. Es fehle ein Gesamtkonzept, so die Kritik.

Fahrer von Elektrofahrrädern dürfen sich entspannt zurücklehnen. Die meisten Modelle sind mit verlässlichen Nabendynamos, bzw. mit Scheinwerfern, die direkt mit dem Akku verbunden sind ausgestattet. Scheinwerfer von Busch & Müller verfügen sogar über ein Tagfahrlicht und sorgen so 24-Stunden für Sicherheit.