Nach aufrüttelndem Test: noch keine Ruhe in der Elektrofahrradbranche

11.07.2013 17:08

Fast hätte man meinen können, die Wogen haben sich nach dem vernichtenden Urteil der Stiftung Warentest etwas geglättet. Nun ging der Staffelstab der Negativ-Berichterstattung über die Sicherheit und Qualität von Elektrofahrrädern an das ARD-Magazin Plusminus, das gestern Abend im Top Thema mit der Fahrradindustrie hart ins Gericht ging.

Von schweren Unfällen war die Rede, Gutachten und das Testurteil der Stiftung Warentest von Frühjahr 2013 wurden zitiert. Als Grund für die angeblichen Mängel wurde die zu hohe Nachfrage genannt. Hersteller würden, um schnell auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren, mangelhafte Modelle herausbringen, ohne die spezifischen Anforderungen an Gewicht und Geschwindigkeit von Elektrofahrrädern zu Ende zu denken.

Mangelnde Normen für Elektrofahrräder und unübertragbare Sicherheitsbestimmungen von konventionellen Fahrrädern seien der Grund, warum ungenügend ausgestattete Elektrofahrräder am Markt seien, bei denen es zu Rahmenbrüchen und ähnlichen Komplikationen gekommen seien, hieß es bei PlusMinus. In diesem Zusammenhang wurden dem Zentralverband der Zweiradindustrie, der auch Billiganbieter vertrete, Interessenskonflikte vorgeworfen. Der ZIV hatte seine Mitglieder und deren Produkte mit Klarheit verteidigt und darauf verwiesen, dass die Sicherheitsbestimmungen ausreichend seien.

Das Fazit von PlusMinus: Schärfere Vorschriften und Kontrollen von Elektrorädern könnten helfen, schwere Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Doch da die Bundesländer für die Kontrollen zuständig seien und laut dem Magazin kein Land systematisch, "die ohnehin laschen Vorschriften" kontrolliere, forderten Experten einen TÜV für Elektroräder.

Diese Ansätze dienen aus unserer Sicht lediglich der weiteren Bürokratisierung und sind Taschenspielertricks. Sinnvoll sind gesetzliche Normen und eine einheitliche bundesdeutsche Herangehensweise. Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass die von uns vertriebenen Elektrofahrräder höchsten Qualitätsnormen unterliegen und dauerhaft getestet werden.

Reaktionen namhafter Hersteller von Qualitäts-Elektrofahrrädern, die schon offen die Methoden der Stiftung Warentest kritisiert hatten, lassen sich auch hier wieder ins Feld führen. Die wenigen Einzelfälle und Schäden, die unter fragwürdigen Testbedingungen aufgetreten sind, decken sich nicht mit den langjährigen Erfahrungen der Produzenten. Elektrofahrrad24 berichtete.