München arbeitet intensiv am Netz für Radschnellwege

19.08.2015 10:08

In München bewegt sich was beim Radverkehr. Bei einer Veranstaltung des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) Ende Juli informierten sich um die 100 kommunale Vertreter der Region über Radschnellwege, deren Zweck und wo sie in München und Umland Sinn machen. Der PV möchte die Radschnellwege weiter vorantreiben. Mit der Landeshauptstadt und den angrenzenden Landkreisen soll eine Pilotstrecke zwischen dem Münchner Stadtzentrum und dem Hochschulcampus in Garching bei München auf die Machbarkeit überprüft werden. 13 weitere Korridore werden umfassend untersucht.

Entlastung für Pendlerverkehr

"Aufgrund der ausgeprägten Pendlerbeziehungen zwischen der Landeshauptstadt und dem engeren Umland sind Radschnellwege für die Region München ideal. Sie leisten einen sinnvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Alltagsmobilität. Denn gerade zu Hauptverkehrszeiten entlasten die vier Meter breiten Trassen überfüllte Straßen und Züge.", so Birgit Kastrup, Stadtplanerin beim PV.

Radschnellverbindungen sollen den Alltagsradverkehr erleichtern, besonders den Berufs- und Ausbildungspendlerverkehr über längere Strecken bis zu 20 Kilometer. Dazu hat der PV eine Potenzialanalyse für Radschnellverbindungen in München und Umland vorgelegt. Darin wird ein System von 14 Rad-Korridoren ? jeder zwischen elf und 25 Kilometer lang ? vorgeschlagen. DieKorridore sind radial auf die Landeshauptstadt ausgerichtet und liegen in der Nähe zu Schienenhaltepunkten und Siedlungsgebieten.

Strecken werden geprüft

Auch der Allgemeine deutsche Fahrrad Club (ADFC) arbeitet mit. So hat man sich in den letzten Monaten verschiedene längere Fahrradstrecken in München angeschaut und nach Möglichkeiten der Optimierung gesucht. Ergebnis ist ein Konzept zum 1. Münchner Radschnellweg "München-Nord < - > Hauptbahnhof", das bereits im Februar den Parteien im Münchner Stadtrat, den Münchner OB-Kandidaten sowie dem Planungsreferat der Landeshauptstadt München überreicht worden war.

Dabei kann München von vielen Beispielen lernen: In der Metropolregion Nürnberg und im Ruhrgebiet laufen bereits Vorbereitungen für Radschnellwege. In den Niederlanden und in Dänemark profitieren Pendler, Radler auf langen Distanzen und Nutzer von Pedelecs schon seit längerer Zeit von sogenannten Radschnellwegen. Auf ihnen können Radler bevorrechtigt, zügig, sicher und komfortabel fahren. Dadurch steigen Autofahrer um, lassen den Wagen immer öfter stehen und radeln ganz einfach. Niederländische Studien belegen den Umstieg auf Fahrrad und Pedelec und die Zunahme an immer längeren Strecken, die radelnd zurückgelegt werden.

Radschnellwege sind ideal für verdichtete und urbane Räume, in denen schon heute viele Radfahrer unterwegs sind und in denen es auf Parallelstraßen vor allem Staus und Zeitverluste für Pendler gibt. Daher sind sie definitiv ein perfektes Instrument für München, um den Radverkehr in der Landeshauptstadt auch auf längeren Entfernungen und von und zu den Umlandgemeinden weiter zu fördern.