Motoren "Made in Germany": Brose startet Produktion von E-Bike Antrieben

17.07.2014 10:03

Der internationale Automobilzulieferer Brose startet die Serienproduktion von Elektromotoren für Elektrofahrräder. Der Mechatronik-Spezialist wird sein Antriebssystem "Made in Germany" künftig in seinem Werk in Berlin fertigen, dafür hat Brose 3,4 Millionen Euro in den Aufbau der Produktionskapazitäten gesteckt. Zunächst will man die Fahrradhersteller Bulls und Pegasus sowie Rotwild beliefern.

"Es ist sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte von Brose, dass wir heute in der Stadt, in der Max Brose 1908 seine erste Firma gründete, erstmals die Technikkompetenz und die Werte unserer Unternehmensgruppe auf einen neuen Markt übertragen", so Michael Stoschek, Gesellschafter der Brose Gruppe. "Hier wollen wir mit höchster Technologie und Qualität die klare Nummer 1 im Premiumsegment sein und danach schrittweise auch die darunter liegenden Klassen erschließen."

Die Entwicklung des neuen Mittelmotor-Antriebssystems für Elektrofahrräder basiert auf dem millionenfach produzierten Lenkungsmotor für Pkw. Grundlage für das in drei Jahren Entwicklungszeit entstandene Produkt sind Laborprüfungen analog zur Automobilentwicklung und intensive Dauerlauf-Fahrtests unter Härtebedingungen in den Alpen. Dafür wurden seit Juli 2013 mehr als 100 000 Kilometer mit dem Brose-Antrieb zurückgelegt.

Das Werk in Berlin hatte bisher ein jährliches Produktionsvolumen von 2,6 Millionen Elektroantrieben für Kühlerlüftermodule. Mit dieser fundierten Expertise und etablierten Qualitätsmethoden der Automobilbranche steigt man Selbstbewusste in die Herstellung der E-Bike Antriebe ein.

Über den selbstgefertigten Antrieb hinaus bietet Brose auf Wunsch ein individuell abgestimmtes Gesamtsystem an. Das heißt, die Hersteller können alle weiteren Komponenten, die zur Ausstattung eines E-Bikes notwendig sind, individuell ergänzen: vom Display über Kabelsätze bis hin zur der in den Fahrradrahmen zu verschweißenden Aufnahme. Die passenden Akkus steuert Europas größter Batteriehersteller, die BMZ GmbH Karlstein, bei.

Mit einem Gewicht von 3,4 kg und einer Spitzenleistung von bis zu 600 Watt kann sich die Leistungsdichte der Brose Mittelmotoren sehen lassen. Gewichtsreduzierte, hochfeste Materialien und eine kompakte Bauform in Verbindung mit flexiblen Einbaupositionen ermöglichen den Herstellern Modelle mit guter Geometrie, ausgewogener Gewichtsverteilung und agilen Fahreigenschaften anzubieten. Aufgrund der Konstruktion können standardisierte Einfach- bzw. Mehrfachkettenblätter und damit gängige Schaltgruppen eingesetzt werden.

Je nach Kundenanforderung werden sowohl der Antrieb als auch der Akku in den Rahmen integriert und Gehäuseabdeckungen kundenspezifisch angepasst. Auch das Fahrverhalten ist individualisierbar: So kann die zeitliche Verzögerung beim Zuschalten der Tretunterstützung und deren Intensität modellspezifisch gestaltet werden.

"Wir sind davon überzeugt, dass sich E-Bikes als Sportgerät genauso wie im mobilen Alltag durchsetzen. Ob Mountainbike, Trekking- oder Tourenrad ? wir bieten den Herstellern, die auf maximale Individualität und höchste Qualität setzen, eine optimale Systemlösung", sagt Christoph Bantle, Leiter Produktbereich E-Bike Brose Gruppe. "Unser Motor läuft nahezu geräuschlos und vibrationsfrei. Die feinfühlige Sensorik sorgt für eine harmonische und gleichzeitig leistungsstarke Tretunterstützung ? und spricht damit unterschiedliche Zielgruppen an."

Schon im Mai 2014 hatte Fahrradhersteller Rotwild mit dem All-Mountain R.Q1 ein E-Bike mit dem Brose-Mittelmotor präsentiert. Ab Herbst soll das Mountainbike im Handel erhältlich sein. Im selben Zeitraum startet die Belieferung der Marken Bulls und Pegasus.

  • Antriebssystem für Elektrofahrräder

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