Mit dem Elektrofahrrad zum Bus ? Wismar testet neue Mobilitätsidee

16.07.2013 11:15

300 Tester haben sich bisher bereit erklärt, die neue Mobilitätsstudie für den ländlichen Raum der Hochschule Wismar zu unterstützen und nutzen das Elektrofahrrad für den Weg zur Bushaltestelle. "120 Tester nutzen das Elektrofahrrad täglich" sagte Professor Udo Onnen-Weber von der Hochschule Wismar. Onnen-Weber leitet den Modellversuch "Inmod ? elektromobil auf dem Land".

Auf drei Busstrecken in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Vorpommern-Greifswald sind die Räder dort im Einsatz, wo die Überlandbusse zu lange unterwegs wären, würden sie alle Dörfer der Strecke einzeln anfahren.Die Grundidee ist die, dass Busse sich nun auf die Hauptverkehrsachsen konzentrieren können und auf den Zubringerstrecken werden Elektrofahrräder eingesetzt. Damit können ? durch kürzere und schnellere Strecken ? die Busse öfter fahren. Durch die individuelle Nutzung des zur Verfügung gestellten Elektrofahrrads ist der Verkehrsteilnehmer unabhängiger, schneller und spontaner ans Streckennetz angebunden.

Drei Gruppen testen inmod im täglichen Gebrauch: die Bewohner des ländlichen Raumes, die unregelmäßig Verkehrsmittel benutzen, um mittlere und untere Zentren zu erreichen. Die Pendler, die zum Teil auch weite Strecken zurücklegen und aufs Auto verzichten können und wollen und Touristen, die sich dank inmod frei ohne eigenes Automobil zwischen Küste und Binnenland bewegen können.

Um inmod zu nutzen, benötigen Tester die »inmod-card«. Mit deren Hilfe, können die elektronisch verschließbaren Boxen, in denen die Elektrofahrräder vor Wind, Wetter und Diebstahl geschützt sind, geöffnet werden. In diesen Fahrradgaragen werden auch die Elektromotoren der Fahrräder mit Ökostrom aus der Region geladen. Die meisten inmod-Strecken sind bis zur nächsten Haltestelle sind 2 bis 5 Kilometer lang.

Das Forschungsvorhaben inmod, das sich die Wiederbelebung des Öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum zum Ziel gesetzt hat, wird durch zahlreiche Partner aus Wirtschaft, Forschung und Technologie unterstützt. Gestartet ist die Initiative im Herbst 2012. Der Modellversuch läuft bis Ende 2014 und kostet rund 4,5 Millionen Euro. Das meiste davon trägt der Bund.

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