Mit dem E-Bike durch den Winter kommen

19.10.2016 21:34

Wer sein E-Bike auch in den Wintermonaten regelmäßig nutzt, sollte auf ein paar Besonderheiten des Elektrofahrrads achten. Wer einige Grundregeln beherzigt wird weder mit dem Akku, noch mit der Steuerung oder auch in Sachen Verkehrssicherheit Probleme haben. Dazu sollte man auch auf die eigene Fahrweise achten. Das E-Bike ist im Schnitt 10 Kilo schwerer als ein normales Fahrrad, gerade beim Bremsen (längerer Bremsweg) und in Kurven (höhere Fahrdynamik) sollte man daran denken. Fahren Sie lieber defensiv!

Der Akku mags im Winter warm

Die technischen Aspekte: Vor allem der Akku braucht im Winter etwas besondere Pflege. Da die elektrochemischen Prozesse bei Kälte langsamer ablaufen, kann sich die Reichweite reduzieren. Diesem Effekt kann man entgegenwirken, wenn man die Batterien im Winter bei Zimmertemperatur lädt und lagert. Die optimale Umgebungstemperatur beim Laden liegt bei etwa 20 °C. Den Akku dann am Besten erst kurz vor Fahrtbeginn wieder einsetzen.

Steuerdisplay auf Funktionalität prüfen

Beim Steuerdisplays sollte man darauf achten, dass einige Displaytypen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht mehr verlässlich arbeiten. Meistens funktionieren sie aber wieder normal, sobald die Temperatur steigt. Auch hier gilt: Das Display abnehmen (sofern möglich) und mit ins Warme nehmen.

Wer bei Eis und Schnee unterwegs ist fährt am sichersten mit einem Allradantrieb: Das heißt der Elektromotor arbeitet am Vorderrad, währen die Muskelkraft für genügend Schwung am Hinterrad sorgt. Verfügt der Vorderradantrieb über eine Antischlupf-Regelung ist man ganz auf der sicheren Seite, denn das verhindert das Durchdrehen des Vorderrads, wenn es mal rutschig wird.

Der passende Antrieb

Für einen guten Schwerpunkt und eine ideale Gewichtsverteilung sorgt ein Hinterradantrieb mit Mittelmotor. Nabenmotoren im Hinterrad verlagern meist den Schwerpunkt des Radssehr weit nach hinten und oben, was das Handling des E-Bikes im Winter etwas erschwert. Mittelmotoren erweisen sich auch deshalb als günstig, weil sie den Einbau einer Nabenschaltung erlauben, denn hier ist das Getriebe besser gegen Witterungseinflüsse geschützt, als bei einer Kettenschaltung. Eine Kombination aus Nabenschaltung und Riemenantrieb oder eine zumindest gut gekapselte Kette sind ideal.

Ob Winterreifen am E-Bike Sinn machen hängt von den Fahrbahnverhältnissen ab: Winterreifen mit feinem Lamellenprofil haben bei geschlossener Schneedecke und Schneematsch durchaus ihre Vorteile. Ist die Straße vereist, helfen nur Spikereifen, die übrigens im Gegensatz zum Auto, immer erlaubt sind.

Bremsen checken und Helm tragen!

Bremsen sollte man bei einem vorsorglichen Wintercheck prüfen lassen, ob sie voreindringender Nässe geschützt sind. Für Felgenbremsen gibt es spezielle Bremsbeläge für Nässe. Besser sind hydraulisch zu betätigende Scheibenbremsen, die im Normalfall bei jeder Witterung zuverlässig funktionieren und wartungsarm sind.

Verzichten Sie auch im Winter nicht auf den Helm! Spezielle Helme sind für den Winterbetrieb ausgerüstet und haben zum Beispiel weniger oder regulierbare Lüftungsschlitze, damit der Kopf nicht auskühlt und die Ohren gegen kalte Zugluft geschützt sind. Manche Helme können auch miteinem Winter-Kit versehen werden und werden so zum Ganzjahreshelm. Unterziehmützen sind auch eine Lösung. Keine Alternative sind dicke Wintermütze unter dem normalen Helm, da dieser dann nicht mehr richtig auf dem Kopf sitzt.

Wer unsicher ist, aber trotzdem im Winterfahren möchte, kann bei den regionalen Verkehrswachten, dem ADFC oder den Automobilclubs ein spezielles Fahrtraining absolvieren. Auch Fahrradhändler bieten teilweise Schulungen an.Weitere Tipps gibt es unter www.extraenergy.org

  • Elektrofahrrad Winterfest

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