Kommen künftig die Pakete mit dem Lastenrad?

07.04.2014 20:50

Lastenräder bieten wirtschaftliche und ökologische Vorteile, berichtet der ECF. Zu diesem Schluss kam eine hochkarätig besetzte Gesprächsrunde im EU-Parlament in Brüssel. Im Vorfeld des International Cargo Bike Festivals in Nijmegen diskutierten Politiker, Wirtschaftsvertreter und NGOs am Runden Tisch Wege und Möglichkeiten über ökologischeren Warentransport in Europas verstopften Innenstädten.

Was viele Verbraucher und Unternehmen noch immer nicht wissen ist: etwa 50% aller städtischen Warentransporte könnten per Fahrrad durchgeführt werden. Noch gravierender ist das Potenzial bei der Einkaufsfahrt zum nächstgelegenen Supermarkt: 90% dieser Fahrten können problemlos mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Die auf Einladung des grünen Europaabgeordneten Michael Kramer und vom Europäischen Fahrrad-Verband (ECF) organisierte Veranstaltung suchte nach praxisnahen Möglichkeiten, um das Lastenfahrrad zu einem auch ökonomisch erfolgreichen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Neben politischen Schwergewichten wie Mark Major, Beauftragter für nachhaltige urbane Mobilität der Europäischen Kommission waren auch Geschäftsführer aus der Fahrradindustrie sowie Vertreter der Logistik-Branche zugegen.

Erfolgreiche Fallstudien konnte DHL Express mit ihren Pilotprojekten in verschiedenen europäischen Städten präsentieren. Arne Melse, OPS Field Support Spezialist, dazu: ?Das Radfahren im innerstädtischen Bereich spart Zeit und Geld, deshalb plant DHL die Pilotprogramme auf weitere Städte und Länder auszuweiten. Allein in den Niederlanden liegen wir aktuell bei 33 Lastenradtouren in 19 verschiedenen Städten. In Athen, Luxemburg, Wien und Mailand wurden neue Pilotprogramme aufgelegt.? Und wie funktioniert es? ?Kostenreduzierung, weniger Stress für die Mitarbeiter, Zeit- und Distanzersparnis ? all dies sind wirtschaftlich tragfähige Argumente, die dazu führen unser Engagement auszubauen.?

Melse verdeutlichte, dass Lieferungen per Fahrrad bessere Geschäfte bedeuten: DHL spart rund 20.000 km pro Fahrrad durch den leichteren Zugang in den Städten im Vergleich zum LKW. Auch die öffentliche Wahrnehmung hat sich völlig verändert: ?Unsere großen gelben Lieferwagen waren nicht sehr beliebt, aber jetzt werden unsere Kuriere sogar extra angehalten, um mit den Lastenrädern Fotos zu machen?, schloss der DHL-Vertreter.

Moreno Fioravanti sagte: ?COLIBI vertritt 600 Unternehmen mit über 60.000 Arbeitsplätzen in der Fahrrad- und Zubehörproduktion in über 20 EU-Ländern. Wenn wir durch die bisherigen Erfahrungen der DHL die richtigen Geschäftsmodelle entwickeln und Pilotprogramme in ausgewählten Märkten starten, können wir zeitnah mit der Massenproduktion starten.?

Dr. Randy Rzwenicki, Projektleiter von CycleLogistics, erläutert: ?In den letzten drei Jahren haben wir mit CycleLogistics eine Plattform geschaffen, die viele Projekte initiierte, um das Bewusstsein für nachhaltigen Warentransport zu erhöhen. Diese Diskussionsrunde im EU-Parlament zeigt, dass wir ein Umdenken geschafft haben in Bezug auf den Warentransport mit Fahrrädern im innerstädtischen Bereich.? Das Projekt findet Ende April seinen Abschluss im Rahmen des International Cargo Bike Festivals am 12./13. April in Nijmegen. Zeitgleich wird dort auch die ?European Cycle Logistics Federation? (ECLF) formal gegründet.

Weitere Information inklusive des kompletten Programms finden Sie unter www.cargobikefestival.com

Foto: ECF

  • Mit dem Lastenfahrrad unterwegs

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