Keine erhöhte Unfallgefahr bei Elektrofahrrädern

24.06.2013 09:50

Fahrer von Elektrofahrrädern verunglücken nicht häufiger als Fahrer herkömmlicher Räder. Zu diesem Ergebnis kommt die ?Tiefenanalyse von Pedelec-Unfällen in Baden-Württemberg?, die im Rahmen einer Masterarbeit für die Deutsche Hochschule der Polizei durchgeführt worden war. Die Erkenntnisse wurden aus der Auswertung der Unfallstatistik des Landes und aus Telefoninterviews mit verletzten Fahrern gewonnen.

Fahrer von Elektrofahrräder sind laut dieser Studie im Durchschnitt schneller unterwegs. Die möglichen Höchstgeschwindigkeiten werden allerdings nur selten ausgenutzt. Mehr als die Hälfte der Interviewpartner gab an, meistens zwischen 15 und 20 km/h zu fahren. Nur selten wurden die Unfallursachen auf die spezifischen Fahreigenschaften des Elektrofahrrads zurückgeführt. Bei Unfällen, an denen keine Dritten beteiligt waren, verursachte oft falsches oder zu starkes Bremsen den Sturz.

Der Anteil der Verletzten lag bei den E-Bike-Unfällen allerdings etwas höher als bei den Fahrradunfällen. Auch die schwere der Verletzungen liegt bei Unfällen mit Elektrofahrrädern höher als beim normalen Radfahren. Als Ursache wird die höhere Geschwindigkeit genannt. Von seiten des ADFC wurde allerdings kritisch darauf verwiesen, dass die Mehrzahl der Befragten ältere Nutzer waren (über 70 Prozent waren über 61 Jahre alt, knapp 30 Prozent über 71 Jahre). Diese erlitten auch als "normale" Radfahrer gravierendere Unfallfolgen, weil sie verletzlicher sind als jüngere Fahrer.

Diese Tiefenanalyse bestätigt die Ergebnisse einer Auswertung der Bayerischen Polizei aus 2012. Auch hier konnte kein höheres Unfallrisiko bei Elektrofahrrädern nachgewiesen werden.

Eine Zusammenfassung der aktuellen Studie ist in der ?Zeitschrift für Verkehrssicherheit? (2/2012) erschienen.