Kampagne "Ride Fair" der Bikehotels in Südtirol wirbt für respektvolles Miteinander

24.05.2017 12:38

Mountainbiken in den Bergen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Möglichkeiten, die eMTBS bieten, lassen das Phänomen auch immer mehr in die Breite wachsen. Ferienanbieter, wie die Bikehotels Südtirol untermauern diesen Trend mit speziellen Angeboten und Services für Biker. Doch angesichts des zunehmenden Bike-Tourismus darf nicht a++ußer Acht gelassen werden, dass Konflikte zwischen Wanderern und Bikern vermieden und die Natur geschont wird. Denn sonst ist das Konzept weder nachhaltig, noch stimmig. Die Kampagne "Ride Fair" soll genau auf dieses Problem aufmerksam machen und wirbt für ein gelungenes Miteinander. www.elektrofahrrad24.de hat mit Michaela Zingerle von den BikeHotels Südtirol über die Hintergründe der Kampagne gesprochen.

Ride Fair - Südtirol holt das Beste aus dir raus! Ride Fair - impara in Alto Adige come guidare la mountain bike from Bikehotels Südtirol on Vimeo.

Die BikeHotels in Südtirol haben vor einigen Jahren die Kampagne 'Ride Fair' ins Leben gerufen. Wie kam es zu diesem Engagement?

Michaela Zingerle: In Südtirol kann man prinzipiell auf allen Wegen mountainbiken, außer es ist explizit und per Landesgesetz verboten. Auf allen anderen Wegen teilen wir uns wenig Platz mit Wanderern. Mountainbiker bewegen sich aber mit anderen Geschwindigkeiten und können Wanderer auch erschrecken, was dann zu Konflikten führen kann. Wir BikeHotels holen viele Bike-Gäste ins Land und es ist uns ein großes Anliegen, dass wir und unsere Gäste bewusst und respektvoll auf den Wegen unterwegs sind. Sie gehören uns nicht alleine!

Haben Sie Richtlinien für Biker aufgestellt?

Michaela Zingerle: Ja, wir fahren hier zweigleisig. Auf der einen Seite tragen wir die Verhaltensregeln für Mountainbiker des Club Arc Alpin (Zusammenschluss der Alpenverein) mit und haben diese mehrsprachig in den Tourenmappen in unseren Mitgliederhotels eingefügt. Auf der anderen Seite kommunizieren wir im Rahmen von 'Ride Fair' sehr trailspezifisch, dass man nicht das Hinterrad blockieren sollte, um die Erosion geringer zu halten, dass man Weidegatter schließen muss, seinen Müll mitnehmen sollte, Wanderer grüßen sollte, auf Sicht fahren soll, keine Wege abkürzen darf und nicht querfeldein zum Beispiel über ungemähte Wiesen fahren darf. Wir versuchen nicht zu lehrmeisterlich und arrogant an die Sache ran zu gehen, sondern mit Humor und immer per Du.

Was geschieht alles im Rahmen dieses Engagements?

Michaela Zingerle: Wir haben einige Videos und Fotos zum Thema gemacht und behandeln das Thema auch auf unserer Webseite. Außerdem haben wir für 2017 spezielle Tipps für eBiker und eMountainbiker entwickelt, die bald in Form eines Flyers in vielen eBike-Verleihen in Südtirol zu finden sind und neben Ride-Fair-Tipps auch einfache Fahrtechnikinfos und eBike-spezifische Tipps enthalten.

Gibt es sowas wie eine "Bergwacht", die prüft, ob sich die Biker an das faire Biken halten?

Michaela Zingerle: Nein, das gibt es nicht. Aber vor und während der geführten Touren werden die Teilnehmer auf ein faires Biken hingewiesen und dahingehend sensibilisiert. Ganz wichtig ist hier der Bikeguide: Er ist ein Vorbild und sein Verhalten muss entsprechend vorbildlich sein.

Können Sie eine Entwicklung beobachten, seit es die Kampagne gibt?

Michaela Zingerle: Wir haben schon bemerkt, dass die Mountainbiker viel sensibler reagieren, wenn zum Beispiel irgendwer in der Gruppe mit blockierten Bremsen fährt oder nicht Rücksicht auf andere nimmt. Außerdem sind Fahrtechnikeinheiten immer gefragter, denn fair Biken heißt vor allem sicher biken und wissen wie man in gewissen Situationen richtig reagiert.

Auf welches Feedback stoßen Sie bei den Bikern?

Michaela Zingerle: Das Feedback ist durchwegs positiv.

Durch das eBike hat das Thema sicher noch mal eine ganz andere Qualität angenommen? Ist die Kampagne mehr denn je nötig?

Michaela Zingerle: Wie gesagt, geben wir einen Flyer heraus, der speziell eBike-Tipps enthält. Diesen gibt es dann nicht nur in unseren BikeHotels, sondern auch in anderen Bikeverleihen und Bikeshops in Südtirol. Die Tipps wurden minimal angepasst und eher noch vereinfacht, weil wir damit besonders Gelegenheitsbiker ansprechen und nicht unbedingt geübte Mountainbiker, die zum Thema 'Ride Fair' schon vorher sensibilisiert wurden.

Können Sie uns abschließend noch etwas zur BikeHotel-Idee sagen: Wie kam es dazu und was bieten die BikeHotels, was andere Hotels nicht bieten?

Michaela Zingerle: In der jetzigen Form gibt es uns seit 2010. Vorher waren einige Mitglieder schon bei anderen Hotelkooperationen, die sich auf den Bikegast spezialisiert haben. Heute sind 36 Hotels Mitglied bei den BikeHotels Südtirol und neun Bikeschulen. Was wir bieten und andere nicht, sind neben den klassischen Hardfacts wie top-ausgestattete Bikegarage, Bikewash, etc. vor allem eine umfassende Kompetenz in Sachen Tourenberatung und geführte Touren. Unsere Bike-Gastgeber haben die Bikeguide-Ausbildung absolviert und führen zum Teil auch Touren selber. Kurzum: Das Herz der Gastgeber schlägt für das Biken und das merkt man sofort.

Mountainbiker

Vielen Dank für das Gespräch!


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