Gesetzeslücke für Elektrofahrräder endlich geschlossen

25.06.2013 09:51

Führerschein oder nicht? Kaum zu glauben, dass Fahrer von Elektrofahrrädern sich bisher in einer rechtlichen Grauzone bewegt haben. Am 20. Juni ist die vom Zweirad-Industrie-Verband schon lange geforderte Straßenverkehrs-Gesetzgebung für Elektrofahrräder endlich verankert worden. Widersprüchliche Angaben und Meldungen hatten immer wieder zu starker Verunsicherung bei den Verbrauchern geführt.

Der Gesetzgeber hat nun festgelegt, dass Elektrofahrräder mit Anfahrhilfe, die bis zu 25 km/h unterstützen(sogenannte Pedelecs), künftig als Fahrräder eingestuft werden. Das schließt nun ausdrücklich auch Elektrofahrräder mit Anfahr- oder Schiebehilfe ein, deren Anfahr- / Schiebehilfe bis 6 km/h auch ohne Mittreten wirkt.Das heißt, diese Elektrofahrräder dürfen ab jetzt offiziell auf Radwegen genutzt werden. Sie brauchen kein Versicherungskennzeichen und Fahrer benötigen keine Mofaprüfbescheinigung.

"Der ADFC hat immer die Ansicht vertreten, dass auch Pedelecs mit Anfahrhilfe Fahrräder sind. Der Gesetzgeber hat sich nun dieser Auffassung angeschlossen", sagt Roland Huhn, Rechtsreferent des ADFC. "Damit entfallen Beschränkungen wie das Mindestalter von 15 Jahren und die Pflicht, eine Mofa-Prüfbescheinigung, eine Fahrerlaubnis oder ein Geburtsdatum vor dem 1. April 1965 nachzuweisen."

Auch Haftpflicht- und Diebstahlversicherungen müssen sich an der Entscheidung des Gesetzgebers orientieren.

Im Unterschied zum normalen Pedelec bis 25 km/h sind die als schnelles Pedelec bezeichneten Elektrofahrräder deutlich leistungsstärker. Sie unterstützen bis 45 km/h und benötigen als Kleinkrafträder eine Typgenehmigung und damit ein Versicherungskennzeichen. Für diese Art gilt die Helmpflicht.

Im Bundesgesetzblatt ist der Wortlaut des geänderten Gesetzes zu entnehmen. (Im Internet unter www.bgbl.de)


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.