Finanzielle Anreize fürs eBiken noch zu ungenügend

07.03.2017 11:35

In den Meisten europäischen Ländern fehlen finanzielle Anreize zur häufigeren eBike-Nutzung. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Electromobility for all ? Financial incentives for e-cycling". Zwar sieht die European Cyclists' Federation (ECF) in der häufigeren Nutzung des Fahrrades große Potentiale für Wirtschaft, Umwelt oder Gesundheit, doch mit staatlicher Unterstützung könnte sich das eBike noch viel weiter ausbreiten.

Handlungsempfehlungen der ECF für eBike-Förderung

Deshalb gibt die ECF in ihrem Bericht konkrete Handlungsempfehlungen und zeigt Positivbeispiele auf: So habe sich Österreich durch staatliche Subventionen des eBike-Kaufes zu einem der größten Märkte für eBikes in Europa gemausert. Die Alpen-Republik verzeichnet bislang neun eBikes pro 1000 Einwohner. Das ist deutlich mehr als in Deutschland (mit 6,6 eBikes) und Frankreich (mit nur 1,5 eBikes pro 1000 Einwohner). In Österreich subventioniert ein nationales Förderprogramm die Anschaffung von e-Bikes, E-Lastenrädern oder die Schaffung von Infrastruktur für Unternehmen und Kommunen. In Wien werden seit Kurzem eLastenfahrrädern mit bis zu 1000 Euro gefördert.

Zu starker Fokus auf e-Autos

Andere europäische Staaten würden sich zu stark auf Förderinitiativen zum höheren Absatz von elektrifizierten Autos konzentrieren, bemängelt die Studie. Die ECF schlägt eine generelle Prämie für eBikes in einer Höhe von mindestens 500 Euro vor. Staaten, die bislang schon eine größere Verbreitung von eBikes verzeichnen, sollten sich auf __gezielte Subventionen von S-Pedelecs oder E-Lastenräder __konzentrieren. Das sei auch als Belohnung für die Abmeldung eines Autos vorstellbar. Die Region Brüssel praktiziert das bisher bereits erfolgreich.

Wollten Länder die Absatzzahlen von eBikes signifikant steigern, wird neben Investitionen in Forschung und Entwicklung auch die Bereitstellung von Mitteln für kleinere und mittlere Unternehmen, die sich um den Ausbau der Ladeinfrastruktur oder die Installation von Abstellmöglichkeiten bemühen, empfohlen. Außerdem rät die ECF, eBikes noch stärker zum integralen Bestandteil von Smart Cities werden zu lassen, die im Rahmen von europäischen Förderprogrammen, wie dem Horizon 2020, gefördert werden.

Kritik an Deutschland

In Deutschland fehlt eine e-Bike-Förderung auf Bundesebene leider bisher. Eine Möglichkeit zur Selbsthilfe ist das Firmenfahrrad-Leasing: Da Fahrräder seit 2012 einem Dienstwagen steuerrechtlich gleichgestellt sind, sind Arbeitnehmer in der Lage, eBikes ? die auch privat genutzt werden dürfen ? kostengünstig über ein Leasing-Modell zu beziehen. Über Anbietern wie Jobrad oder mein-dienstrad.de ist sogar eine Steuerersparnis von bis zu 40 Prozent drin.

Tübingen sorgte unlängst mit einer regional verfügbaren Abwrackprämie für Aufsehen: Meldet man dort sein Mofa oder den Roller mit Verbrennungsmotor ab, bekommt man zwischen zwischen 200 und 500 Euro. Im Zuge eines Förderprogramm der Elektromobilität sieht auch die Stadt München die Erstattung von 25 Prozent des Kaufpreises für eBikes vor.

Laut Aussage der ECF-Studie hätten in den Niederlanden und in Belgien die finanzielle Vorteile zu einer bemerkbaren Ausbreitung von eBikes geführt. In Antwerpen bekommen Arbeitnehmer bis zu 400 Euro für ein eBike, dass sie für den Weg zur Arbeit nutzen.

  • Dame mit eBike

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