Erster wissenschaftlicher Langzeittest für Elektrofahrrad-Akkus gestartet

24.10.2013 17:08

Mit 12 Elektrofahrrädern startet am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg der bislang erste Feldversuch zu Batterielebensdauer und -leistungsfähigkeit bei E-Bikes.Eine Woche zuvor hatten bereits Testfahrer der Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt an der Saale das erste Paket speziell ausgerüsteter Elektrofahrräder in Empfang genommen.

In den nächsten beiden Jahren werden die insgesamt 19 Räder im Pendlerverkehr in und um den beiden Städten unterwegs sein. Analysiert werden die Fahrtstrecken, die Batteriebelastung sowie der Zustand der Batteriezellen. Das Projekt, mit dem Ziel eine fundierte Datenbasis für die Verbesserung von Batterien für die Elektromobilität zu schaffen, wird vom bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert.

Obwohl der Markt für Elektrofahrräder boom, fehlen Langzeiterfahrungen und verlässliche Daten hinsichtlich des Einsatzverhaltens der Fahrzeuge wie auch der Batterien unter realen Nutzungsbedingungen. Ein Manko, dass nicht nur die Nutzer, sondern auch die Fahrradhersteller und die Zulieferer umtreibt.

"Für die gezielte Weiterentwicklung von Batterien brauchen wir unbedingt Daten aus dem Alltagsbetrieb", erklärte Dr. Rolf Ostertag, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC anlässlich des Starts des Forschungsprojekts "PEDElEc - Pendler-eBike Dauertest mit elektrischen und elektrochemischen Untersuchungen".

Die 19 Testfahrer aus dem Fraunhofer ISC und der Stadtverwaltung Bad Neustadt werden mit Elektrofahrrädern von Winora, die mit speziellen Datenloggern ausgerüstet sind, unterwegs sein. "Die Pedelecs für den Feldversuch sind im Prinzip normale Serienfahrzeuge. Allerdings werden durch Zusatzgeräte kontinuierlich Informationen über die gefahrenen Strecken, die damit verbundenen Belastungen und die Batteriezustände aufgezeichnet", so Sven Bernhardt und Knut Wohlgemut von der Winora Group. "Wir wollen die Alterung der Batteriepacks und auch der einzelnen Batteriezellen in Verbindung mit ihrem Nutzungsprofil aufklären. Dabei geht es zum einen um die Erfassung und Auswertung der Nutzungsprofile, zum anderen um die elektrochemischen Prozesse, die neben der Funktionalität der Batterie auch mögliche Quellen für deren Abnutzung bzw. Ausfall darstellen können. Diese Prozesse wiederum hängen mit der Belastung der Batterien im Alltag, z. B. mit den Lade- und Entladezyklen bei hohen und tiefen Temperaturen zusammen, so Jana Müller vom Fraunhofer ISC. Unterstützt wird das Projekt neben der Winora Group auch vom Batteriesystemanbieter, BMZ.

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