Endlich: Radschnellwege im Bundesverkehrswegeplan fördern Zukunft des Radverkehrs!

04.08.2016 10:44

Gestern (3.8.2016) hat das Kabinett den Bundesverkehrswegeplan 2030 verabschiedet. Anders als in den Entwurfsfassungen findet sich dort auch ein Passus zur Zukunft des Radverkehrs: Der Bund will sich in Zukunft stärker am Bau von Radschnellwegen beteiligen. Der ADFC hatte dies seit Jahren gefordert und der Bund die Zuständigkeit bisher abgelehnt.

Radschnellwege nach dem niederländischen Vorbild

"Wir sind ja sonst als Mahner bekannt, aber diese kleine Passage im Bundesverkehrswegeplan ist ein großer Schritt für die Zukunft des Radverkehrs in Deutschland. Wir sind begeistert, dass der Bundesverkehrsminister verstanden hat, dass Premium-Radinfrastruktur, wie wir sie aus den Niederlanden und Flandern schon lange kennen, wirklich massive Stauentlastung bringen kann. Und dass sie zügige, komfortable und nachhaltige Mobilität in dichter werdenden Metropolen überhaupt erst ermöglicht. Toll!" so ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Hintergrund der Forderung: In der BRD fahren rund 11 Prozent aller Berufstätigen mit dem Fahrrad zur Arbeit. In den Niederlanden dagegen, wo es gut ausgebaute Radschnellwege gibt, sind es über 25 Prozent. 300 Kilometer Radschnellwege gibt es in den Niederlanden schon, 600 weitere Kilometer sind wohl in Planung. Laut Aussagen des ADFC sind es in Deutschland nur zwischen 10 und 40 Kilometer, je nach Auslegung des Begriffs.

Bund muss Ko-finanzieren

Für das ambitionierteste deutsche Projekt, den RS.1 quer durch das Ruhrgebiet, wurde per Machbarkeitsstudie errechnet, dass durch den Radschnellweg täglich 52 000 PKW-Fahrten mit über 400 000 Kilometern eingespart werden können. Außer im Ruhrgebiet lägen Pläne für Radschnellwege in den Großräumen Hannover, Frankfurt, Nürnberg und München vor. Der ADFC geht davon aus, dass alle diese Projekte nun durch die Zusage des Bundes zusätzlichen Schub bekommen und in Angriff genommen werden können. "Den finanziellen Kraftakt zum Bau von überregionalen Radschnellwegen können Länder und Kommunen nicht alleine stemmen. Wir brauchen vom Bund jetzt eine Ko-Finanzierung für 300 Kilometer Radschnellwege pro Jahr ? ein Kilometer kostet etwa 1,5 Millionen Euro," erklärt Storck.

Radschnellwege in den Niederlanden und in Flandern ermöglichen das komfortable und zügige Fahrradfahren auch über längere Distanzen. Dafür werden Radschnellwege separat vom Kfz-Verkehr mit einem leichtläufigen Belag, großzügiger Breite und einer weitgehend geraden, kreuzungsfreien Streckenführung ausgestattet. So sollen sich Radstrecken als Alternative zum Autofahren bewähren.

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