E-Bikes für Pannenflotte in Österreich

29.05.2015 14:07

Der große österreichische Kraftfahrerverband ÖAMTC leistet Pionierarbeit: Mit der Erweiterung seiner Pannenflotte um E-Bikes reagiert man auf urbane Mobilitätstrends und macht sich flexibel. "Ab Mai sind ÖAMTC-Pannenfahrer in der Wiener Innenstadt zusätzlich zu Pkw und Lkw mit E-Bikes unterwegs. Sie bieten wie gewohnt besten Service für Auto-, Motorrad-, Moped- und Radfahrer. Das ist in dieser Form weltweit einzigartig", erklärte ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold bei der Presse-Präsentation des neuen Einsatzfahrzeugs.

E-Bikes als Pannenfahrzeug in der Wiener Innenstadt unterwegs

Vorerst werden die ÖAMTC Pannen-E-Bikes in den Wiener Innenstadtbezirken wochentags eingesetzt. Vom Team aus 14 Fahrern werden nun täglich je zwei mit E-Bikes unterwegs sein. Die E-Bikes sind mit einem Anhänger, der ein ausgeklügeltes Werkzeug-Set für die wichtigsten Pannen beinhaltet, ausgestattet. "Die Ausrüstung wurde aufgrund der Analyse der Pannenursachen in Wien zusammengestellt - unsere E-Bike-Pannenfahrer können drei Viertel aller Pannen beheben", hält der ÖAMTC-Verbandsdirektor fest. Ausgestattet sind sie darüber hinaus mit einem Tablet-PC, das der Einsatzsteuerung, der Diagnose und Abfragen zu Mitgliederdaten dient.

Flexiblere Anfahrts- und Haltemöglichkeiten durch E-Bikes

Mit der Erweiterung der Pannenflotte durch E-Bikes verspricht sich der österreichische Kraftfahrerverband flexiblere Anfahrts- und Haltemöglichkeiten für eine raschere Pannenhilfe, unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel die Mitglieder des ÖAMTC unterwegs sind. "Mit einem E-Bike als Einsatzfahrzeug kann man die Vorteile im städtischen Verkehr nutzen: keine Staus, weniger Einbahnen, weniger Fahrverbote und flexiblere Haltemöglichkeiten beim Fahrzeug des Mitglieds ermöglichen eine rasche Pannenhilfe für alle Fahrzeuge inklusive Fahrräder", unterstreicht Schmerold.

Dabei haben die Helfer viel zu tun. In diesem Jahr wurden bereits 59.470 Panneneinsätze in Wien erbracht. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 152.393. Die Pannenfahrer haben dabei 2,1 Millionen Kilometer zurückgelegt. Schwache, leere oder defekte Batterien waren der häufigste Pannengrund. "In Wien mussten die ÖAMTC-Pannenfahrer knapp 64.000 Mal wegen einer funktionsuntüchtigen Starterbatterie ausrücken. Auf Platz zwei folgten rund 26.000 Einsatzfahrten wegen Problemen mit dem Motormanagement", schildert Schmerold. Die übrigen Einsätze entfielen in Wien vor allem auf Probleme mit dem Starter (ca. 12.000), Reifenschäden (ca. 9.000) sowie vergessene, verlorene oder eingesperrte Schlüssel (ca. 6.500).

Die durchschnittliche Wartezeit auf die Gelben Engel liegt bei 30 Minuten. Sind sie am Einsatzort angekommen, benötigen die Pannenfahrer des ÖAMTC im Schnitt 18 Minuten für das Flottmachen des Fahrzeuges. "Dabei kommt es natürlich auf die Art der Panne an, nicht alle Schäden können gleich schnell behoben werden. Insgesamt ermöglicht die Hilfe des Clubs jedenfalls in neun von zehn Fällen eine Weiterfahrt, ohne dass eine Abschleppung notwendig ist", hält Schmerold abschließend fest.

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