E-Bike Boom in Österreich

22.04.2016 12:40

E-Bikes sind die am stärksten verbreiteten Elektro-Fahrzeuge in Österreich ? es gibt etwa 50 mal so viel wie zum Beispiel Elektroautos. Der Verkehrsclub Österreich hat die aktuellen Zahlen zur Elektromobilität unlängst per Pressemitteilung bekanntgegeben.

VCÖ fordert Ausbau von Radwegen

Demnach stehen rund 300 000 Elektro-Fahrräder gerade einmal 6000 E-Autos und rund 5500 E-Mopeds und Motorrädern gegenüber. Da diese Entwicklung dem VCÖ höchst bewusst ist, wird der Bau von Radschnellwegen und wettergeschützter Radabstellplätze gefordert.

So kauften die Österreicher allein in den vergangenen vier Jahren mehr als 200 000 E-Bikes. 2015 waren bereits 19,8 Prozent aller neuen Fahrräder mit einem unterstützenden Elektro-Motor ausgestattet. Zum genaueren Vergleich: Bei den Autos betrug der Anteil, derer, die elektrisch fahren, bei den Neuzulassungen nur 0,5 Prozent.

Der VCÖ weist mit Stolz darauf hin, dass im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Österreich mehr Elektro-Fahrräder gekauft werden als zum Beispiel in der Schweiz oder in der Bundesrepublik. In Deutschland wurden im Vorjahr pro Million Einwohner rund 6 500 E-Fahrräder gekauft, in der Schweiz waren es 8000 und in Österreich ganze 8900 pro Million Einwohner. Spitzenreiter sind und bleiben aber natürlich die Niederlande mit rund 15500 verkauften E-Bikes auf eine Million Einwohner.

E-Bike ersetzt Auto auf kurzen Wegen

Der Österreichische Verkehrsclub erklärt dich die Beliebtheit von Elektrofahrrädern vor allem dadurch, dass sie für Distanzen bis etwa 15 Kilometer hervorragend geeignet seien und damit viele kurze Autofahrten ersetzen könnten. Dazu wurde ein Modellversuchs aus Vorarlberg zitiert, bei dem Elektro-Fahrradfahrer 35 Prozent ihrer früheren Autofahrten auf das Rad verlagert haben. "Im Schnitt verbraucht ein E-Fahrrad 1 kWh pro 100 Kilometer. Mit der Energiemenge von drei Liter Benzin kann man mit dem E-Fahrrad mehr als 2000 Kilometer weit fahren. Elektro-Fahrräder können einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen des Verkehrs leisten. Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht es in Österreich einen verstärkten Ausbau der Infrastruktur fürs Radfahren", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Die konkreten Forderungen betreffen sichere Radverbindungen zwischen den Siedlungen in ländlichen Regionen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet und Radschnellwege in Ballungsräumen, um das Umland mit der jeweiligen Stadt zu verbinden. "International setzen immer mehr Ballungsräume auf Radschnellwege, um die Straßen zu entlasten und Staus zu verringern. So bekommt beispielsweise das Ruhrgebiet in Deutschland einen rund 100 Kilometer langer Radschnellweg, in der Stadtregion Kopenhagen ist ein Netz von 28 Routen mit einer Gesamtlänge von 467 Kilometer geplant", weist VCÖ-Experte Gansterer auf internationale Beispiele hin.

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