Brose Visionsbike ? Vom Auto zum E-Bike

28.09.2015 09:32

Brose macht Fahrradfahren sicherer. Der Mechatronik-Spezialist präsentierte auf der 66. Internationalen Automobilausstellung eine E-Bike Designstudie, die mit Know-How aus der Automobilbranche entwickelt wurde. Mit dem "Visionsbike", an dessen Entwicklung Designer Murat Günak beteiligt war, will Brose zeigen, dass sich mit Hilfe von intelligenter Antriebs- und Verstellsysteme völlig neue Konzepte beim Fahrradbau realisieren lassen.

Auf Basis eines millionenfach produzierten Lenkungsmotors für Autos entwickelte Brose ein neuartiges Antriebskonzept für Elektrofahrräder, das sich vollständig in den Fahrradrahmen integrieren lässt. Die Fahreigenschaften bleiben unverändert, die Tretunterstützung erfolgt nahezu geräuschlos und vibrationsfrei.

Fertigungskompetenz aus der Automobilbranche

Die Grundidee, Entwicklungs- und Fertigungskompetenz aus der Automobilindustrie in den Zweiradsektor zu transportieren, hat Brose bereits mit seinem E-Bike Antrieb umgesetzt und sieht weiteres Potential der zunehmenden Elektrifizierung des Fahrrads: "Das Visionsbike ist kein ferner Zukunftsgedanke, sondern eine anwendungsorientierte Studie. Wir möchten zeigen, welche Möglichkeiten der weitere Einsatz von Elektromotoren im Fahrrad eröffnen kann", erklärt Christoph Bantle, Geschäftsführer Brose Antriebstechnik. Mit der neuen Designstudie will Brose Bike-Hersteller zur gemeinsamen Arbeit an neuen Sicherheits- und Komfortfunktionen anregen.

Versenkbarer Lenker

Ein Clou des Visionsbikes ist der versenkbare Lenker, der platzsparendes Verstauen des E-Bikes in knapp bemessenen Fahrradkellern oder kompakt gebauten Verleihstationen ermöglicht. Dazu werden in der Parkposition durch einen Spindelantrieb zwei unabhängige Elemente links und rechts in den Holmen der Fahrradgabel versenkt. Für den Fahrbetrieb bringt der elektrische Antrieb den Lenker in eine höhere Position und rückt ihn näher an den Fahrer heran, um eine ergonomische Sitzhaltung zu gewährleisten.

Elektrischer Sattel

Auch der Sattel ist elektrifiziert und sorgt durch die Verstellbarkeit in Höhe und Länge für zusätzlichen Komfort. Stellt man das E-Bike ab, lässt sich der Sattel formschließend in den hinteren Teil des Rahmens einfahren. Bei Fahrbeginn genügt ein Knopfdruck, um den Sattel zu positionieren. Für den Diebstahlschutz blockiert eine integrierte Gummikralle das Hinterrad ? ein Modus, der außerdem den Aufstieg auf das Zweirad erleichtert.

Individuelle Positionen speicherbar

Ähnlich der Sitzposition im Auto, lassen sich die individuellen Lenker- und Satteleinstellungen speichern und jederzeit abrufen. Je nach Bedarf können ganz spezifische Fahrerprofile programmiert werden: "bequem" für eine City-Tour oder "sportlich" bei Geländeausflügen.

Für ein optimales Fahrgefühl sorgt der flexibel anpassbare E-Bike Antrieb von Brose. Im "Visionsbike" ist er vollständig in die Hinterradschwinge integriert. Mit dieser Komponente will das Unternehmen die Möglichkeiten innovativer Fertigungstechnologien demonstrieren: Die Schwinge ist im 3D-Druckverfahren als Modul hergestellt und als solches montiert worden. Neben einer Gewichtsersparnis bieten sich dadurch neue Gestaltungsmöglichkeiten beim Fahrraddesign.

Übrigens: Brose ist der einzige Hersteller, der einen E-Bike-Mittelmotor mit Elektronik "Made in Germany" anbietet.

  • Elektrofahrrad-Studie von Brose