Bosch eBike-Systems präsentiert Neuheiten für 2016

22.06.2015 09:38

Bei der Vorstellung des 2016er-Programms im Reutlinger Stammsitz am 17. Juni konnte Bosch die Fachpresse überraschen. So wurde bei einer ausgiebigen Testfahrt das überarbeitete Spitzenmodell der Bosch Performance Line mit der Bezeichnung CX präsentiert. Dabei hat sich das Unternehmen fachkundige Unterstützung aus der Praxis geholt: Die Neu-Auflage ist in enger Zusammenarbeit mit dem mehrmaligen deutschen Meister auf dem Trailbike Stefan Schlie entstanden.

Bosch Performance Line CX

Der Bosch Performance Line CX für E-Mountainbikes bringt nun 300 Prozent Unterstützung im Turbomodus. Das Drehmoment wird mit ganzen 70 NM angegeben. Noch wichtiger ist die Verfügbarkeit dieser Kraft: So soll das Drehmoment zwischen einer Trittfrequenz von 20 und 80 abrufbar sein. Internen bezeichnet man die neuen Fähigkeiten als "Uphill Flow", die E-Bikes damit erhalten sollen.

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"Die ersten Testfahrten konnten überzeugen: Auch mit sehr geringer Kadenz zieht das Rad auch an Steigungen von weit über 10 Prozent sehr gleichmäßig am Hinterrad. Der Motor eiert dabei nicht, sondern läuft auch hier rund, wenn auch deutlicher hörbar. Der Fahrer bleibt im "Gruß-Modus", sitzt also so entspannt, dass er, wenn es die Topografie zulässt auch uphill gelegentlich die Hand vom Lenker nehmen kann. Andererseits ist auch im kleinen Gang an Steigungen nahe des technisch machbaren der Motor voll dabei, reagiert aber sehr schnell und feinfühlig auf Unterbrechung des Kraftflusses. Insgesamt ergibt sich ein sehr harmonisches und dynamisches Bild von der Motorcharakteristik.? Die Testfahrer des Fachportals www.velobiz.de sind sichtlich angetan von der neuen Bosch Performance Line CX.

Bosch-Antrieb mit "Uphill Flow"

Dabei soll der neue Motor das Radeln nicht nur schlicht leichter und angenehmer machen, sondern Dank des "Uphill Flow" spielerische Bergauffahren, bei dem der Fahrer durch die harmonische und kraftvolle Unterstützung tatsächlich den Kopf frei hat, ermöglichen. Durch die direkte und sensible Ansprache des Motors soll auch Losfahren in der Steigung noch einmal erleichtert werden und so in ungewohnt extremen Situationen möglich sein. Das hohe Drehmoment des Motors wirkt sich zudem auch im großen Gang positiv auf den Reifengrip aus. Außerdem verspricht man sich durch den Charakter des Antriebs und seine Dosierbarkeit per Unterstützungsmodi ganz neue Trainingsmöglichkeiten beim Fahren.

Neue Soft- und Hardware

Neben der Weiterentwicklung der Software wurde auch am Einbau getüfftelt. Durch eine veränderte Abdeckung bietet die CX am Fullyrahmen, als Standard-Einsatzort des Antriebs, mehr Platz für die Federungsanlenkung.

Einen Entwicklungssprung gibt es auch bei der Schalterkennung. Schaltvorgänge sollen künftig noch dynamischer und flüssiger ablaufen. Möglich wird das unter Anderem durch einen Shift Sensor, der jeden Schaltvorgang registriert und kurzfristig den Kettenzug verringert.

Der 500 Watt-Akku von Bosch

Wie schon lange vermutet, bringt Bosch 2016 neben dem 300- und 400- auch einen 500-Wattstunden-Akku. Gegenüber dem 400er Modell soll der neue Power Pack 500 gerade einmal 100 Gramm mehr wiegen ? bei bis zu 25 Prozent mehr Reichweite. Die neue Kapazität entsteht durch Zellen höherer Energiedichte ? das erlaubt dieselbe Baugröße. Kosten: um die 800 Euro.

Der Nyon 2016

Auch am Nyon, dem optionalen Bordcomputer für die beiden Modellreihen Active Line und Performance Line, wurde gearbeitet. Ein neues Features ist die Mehrpunkt-Navigation: Bis zu 10 Zwischen-Ziele können auf einer Route nun eingegeben werden. Spannend ist auch das MTB-Routing-Profil: Hier kann man sich eine MTB-Strecke nach bestimmten Kriterien zwischen A und B suchen lassen. Ein weiteres Gimmick ist die topografische Reichweitenanzeige, die dem Fahrer grafisch die unterschiedlichen Reichweiten je nach unterschiedlichem Terrain anzeigt. Neu ist die Möglichkeit des GPX-Imports, also das Aufspielen von GPS-Tracks. Der interne Gerätespeicher wurde auf acht Gigabyte erhöht. Ein Nachrüst-Set soll im Spätherbst für etwa 550 Euro auf den Markt kommen.

Mehr Komfort beim Schalten

In Puncto Schaltungsysteme hat man sich auf den Ausbau der vorhandenen Komfortfeatures konzentriert. So schalten bei der Di2-Kombi (mit Shimano Nexus oder Alfine-Naben) die Systeme an der Ampel automatisch in einen voreinstellbaren niedrigen Gang. In der Kombi Sram Dualdrive/Bosch kann die Nabe nun auch per Hand geschaltet werden. NuVinci-Naben erhalten einen erweiterten manuellen Modus: statt fünf stehen nun neun per Software definierte Schaltstufen zur Verfügung, Vollautomatik ist optional einstellbar.

  • Bosch-Motoreinheit, Detail

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