Berlin unterstützt aktiv den Radverkehr

15.09.2014 10:05

Der Berliner Senat sieht Handlungsbedarf und sucht nach Flächen für Fahrradparkhäuser: Denn jetzt, wo immer mehr Berliner in der Stadt mit dem Zweirad unterwegs sind, mangelt es doch gehörig an Abstellplätzen, in erster Linie an Bahnhöfen. Das soll nun anders werden und die Hauptstadt erste Parkhäuser nur für Fahrräder bekommen.

Erste Bahnhöfe sind für die Installation der wetterfesten Abstellanlagen schon fest im Blick. Darunter der S-Bahnhof am Mexikoplatz, der U-Bahnhof Krumme Lanke, der S-Bahnhof Zehlendorf und in Pankow. Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) hat angekündigt, dafür eine halbe Million Euro zur Verfügung zu stellen.

Da die Stadt die Parkhäuser aber nicht selbst, sonder durch private Anbieter betreiben lassen will, wird der Service für Radler nicht kostenlos sein. Wie hoch die Gebühren sein werden, gab man allerdings noch nicht bekannt. Zur Zeit wird aber geprüft, inwiefern sich die VBB-Fahrcard, die elektronische Jahreskarte von BVG- und S-Bahn-Kunden für den Zugang zum Parken und die Abrechnung nutzen lässt.

Hintergrund der neuerlichen Überlegungen ist der Wunsch, vor allem Berufspendler aus dem brandenburgischen Umland zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad bis zu den Bahnhöfen am Stadtrand zu fahren. Doch schon lange reichen die bisherigen Abstellplätze nicht aus. Fahrräder sind nicht nur Wind und Wetter ausgesetzt, sondern können nur selten sicher platziert werden. Da in Berlin der Diebstahl von Rädern in den vergangenen Jahren stark zugenommen und die Aufklärungsquote durch die Polizei minimal ist, sollen die Parkhäuser auch für ein Vielfaches an Sicherheit sorgen.

Zu dem Vorhaben äußerte sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) gegenüber der Berliner Morgenpost wie folgt: "Es ist ein Witz, dass Berlin bisher noch kein Fahrradparkhaus hat. Amsterdam oder auch Münster haben uns längst vorgemacht, wie es geht." Zugleich weist der ADFC-Verkehrsexperte Bernd Zanke darauf hin, dass sich in der Bundeshauptstadt der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr in nur wenigen Jahren mehr als verdoppelt hat und rund 1,5 Millionen Wege täglich mit dem Rad zurückgelegt werden.

Auch mit dem Projekt "EBikePendeln", das vor zwei Tagen offiziell gestartet wurde, will man sich diesem Trend stellen. Im Rahmen der Initiative erhalten 70 Angestellte von Unternehmen aus Berlin und brandenburgischen Umlandgemeinden für zwei Monate kostenlos jeweils ein Elektrofahrrad zur Verfügung gestellt, um es auf ihren Arbeitswegen und im Alltag zu testen.

Das Projekt "EBikePendeln" wird vom Land Berlin mit 1,4 Millionen Euro gefördert und bekommt Unterstützung von zahlreichen privaten Sponsoren, darunter auch Hersteller von Elektrofahrrädern.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.