Beim eBike-Tuning ist Vorsicht geboten

21.12.2016 14:02

Wem sein eBike nicht genug elektrischen Rückenwind bietet, kann mit einigen Tuning-Tricks den Drahtesel mit Elektromotor schnell auf höhere Geschwindigkeiten bringen. Rechtlich und sicherheitstechnisch warnen Experten allerdings ausdrücklich davor, illegal Hand an zu legen.

Dongles und Chip-Tuning

Tuning-Produkte für eBike sind inzwischen leicht zu beschaffen und werden für wenig Geld angeboten. So kann man mit so genannten Dongles und Chip-Tuning die vom Gesetzgeber für Elektrofahrräder vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten um einiges überschreiten. Ein Dongle funktioniert recht simple: Die auf dem Display angezeigte Geschwindigkeit wird ab 20 km/h halbiert. Die Motorunterstützung schaltet dann nicht wie vorgesehen bei 25 km/h ab, sondern erst bei realen 50 km/h. Die angezeigte Geschwindigkeit wird auch beim Chip-Tuning manipuliert. Je nach Antriebssystem besteht sogar die Möglichkeit, die maximale Unterstützung bis auf 75 km/h heraufzusetzen.

Strikte Vorschriften für eBikes vom Gesetzgeber

Im Geltungsbereich der StVZO darf ein durch Speed-Tuning modifiziertes eBike nicht gefahren werden. Das kann dann nur auf Privatgrund geschehen. Wer das getunte eBike auch im öffentlichen Verkehr nutzen möchte, muss das Tuning-Sets vorher deaktivieren oder abmontieren. __Versicherungsexperten warnen __allerdings grundsätzlich vor dem technischen Eingriff. "Denn der Tuner verliert unter Umständen die Garantieansprüche auf seinen eBike-Antrieb, wenn die Modifizierung einmal aktiviert wurde. Auch Versicherungsansprüche sind mit einem getunten eBike in der Regel nicht gedeckt. Selbst bei unverschuldeten Unfällen können so sämtliche Ersatzansprüche erlöschen. Der nachträgliche Ausbau des Tuning-Sets schützt nicht. Auch nachdem das Tuning-Zubehör entfernt wurde können Fachleute den Einsatz entsprechender Modifizierungen nachweisen," so ein Versicherungsexperte der ARAG-Versicherung.

Der Verkauf und Erwerb der angebotenen Sets sei nicht gesetzlich, trotzdem bewegen sich die Händler von Tuning-Produkten in einer "legalen Grauzone", teilt die ARAG mit. Die Fahrt mit einem modifizierten E-Bike unterliegt in jedem Fall aber der Eigenverantwortung des Käufers.

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