ADFC vergibt EU-weites Zertifikat an fahrradfreundliche Arbeitgeber

30.03.2017 10:55

"Wie fahrradfreundlich ist unser Betrieb?" Arbeitgeber, die sich diese Frage stellen, können sich vom ADFC beraten lassen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradklub weiß, was für eine Optimierung der Fahrradfreundlichkeit notwendig ist. Nun hat der Radfahrerclub ein neues EU-weites Zertifikat für fahrradfreundliche Arbeitgeber entwickelt. Parallel dazu können Unternehmen auf der Beratungswebsite www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de den kostenlosen Selbsttest nutzen, um in das Thema einzusteigen.

"Wer Mitarbeitern optimale Bedingungen dafür bietet, öfter mal das Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen, profitiert mehrfach. Radfahrende Arbeitnehmer sind nachgewiesenermaßen gesünder, zufriedener und motivierter als solche, die inaktiv ins Büro kommen. Fahrradfreundliche Arbeitgeber sind außerdem sehr attraktiv für gut ausgebildete Nachwuchskräfte ? und sparen bares Geld durch geringere Infrastrukturkosten wie zum Beispiel für Auto-Parkplätze", erklärt Sophia-Maria Antonulas, Projektleiterin beim ADFC-Bundesverband.

Dame und Herr beim Radfahren

Wie bekomme ich das Zertifizikat "fahrradfreundlicher Arbeitgeber"?

Mit dem kurzen Selbsttest auf www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de können interessierte Arbeitgeber zuerst einmal herausfinden, ob eine Zertifizierung möglich ist. Im nächsten Schritt kann man den Betrieb zum Audit anmelden. Im ganzen Bundesgebiet gibt es ADFC-Auditoren, die über Möglichkeiten der Optimierung beraten und überprüfen vor Ort die Angebote. Kommt der Gutachter dann zu einem positiven Ergebnis erhält der Betrieb das Qualitätssiegel "Zertifizierter Fahrradfreundlicher Arbeitgeber" in Bronze, Silber oder Gold. Die Zertifizierung ist drei Jahre gültig.

Roche Diagnostics, Ortlieb, ebmpapst, EvoBus oder Blue Bite haben sich bereits als fahrradfreundliche Betriebe zertifizieren lassen.

Was sind die Grundvorraussetzungen für einen fahrradfreundlichen Betrieb?

Die Benennung eines betrieblichen Mobilitäts-bzw. Radverkehrskoordinators als zentrale Anlaufstelle ist Grundvoraussetzung für die Zertifizierung. Dann wird die Fahrradfreundlichkeit in vielen Aktionsfeldern bewertet, wobei folgende Aspekte Punkte bringen:

  • Teilnahme an der Kampagne "Mit dem Rad zur Arbeit"
  • regelmäßige Aktionen wie "Radlerfrühstück"
  • individuelle Streckenberatung oder Betriebsausflüge mit dem Rad
  • vergünstigte Angebote für alternative Mobilitätsformen: ÖPNV, Bahn und Car- oder Bike-Sharing

Auch ausreichend vorhandene Fahrradparkplätze, überdacht, beleuchtet, barrierefrei und nah am Eingang anlegen sind wichtig. Umkleidemöglichkeiten und Duschen zählen ebenfalls. Im Bereich Service punktet das Angebot für die Fahrradreparatur, für regelmäßige Fahrrad-Checks und die Anschaffung von Diensträdern. Auch der Einsatz von Lastenrädern oder Fahrradanhängern in der eigenen Logistik bringt Punkte.

Werden beim Parkraummanagement Alternativen gegenüber dem Pkw-Parken privilegiert, zum Beispiel, indem Pkw-Parkplätze kostenpflichtig sind, gibt es auch Pluspunkte.

Fahrradfreudliche Arbeitgeber tun etwas für die Gesundheit der Angestellten

Sind Arbeitnehmer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, sind sie durchschnittlich zwei Tage pro Jahr weniger krank, als solche, die das Auto oder den Personennahverkehr nutzen. Das ist das Ergebnis der Studie "Mobilität und Gesundheit" von EcoLibro und der AG Mobilitätsforschung der Universität Frankfurt. Reine "Sommerradler" erzielen bei den Krankheitstagen allerdings kaum positive Effekte. Bei Ganzjahres-Radlern ist übrigens das Wohlbefinden am höchsten, so die Studie.

Kontakt für interessierte Arbeitgeber:

Sophia-Maria AntonulasProjektleiterin Fahrradfreundlicher ArbeitgeberAllgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (ADFC)BundesgeschäftsstelleTelefon: 030 / 209 1498-0E-Mail: sophia-maria.antonulas@adfc.de


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