Erstklässler mit eBikes und andere Fragen zum Schulanfang

08.08.2017 07:16

(Knaller-)Trends

Wir eröffnen unsere Woche buchstäblich mit einem Knaller-Trend! Seit dem vergangenen Wochenende sind wieder viele kleine, kluge Leute hoffnungsfroh ins erste Schuljahr gestartet. Offenbar wird der standesgemäße Schulanfang neuerdings mit einem Feuerwerk gefeiert, hinter dem so manche Silvesterknallerei verpufft. Und wer’s nicht glaubt: eine kurze Umfrage der verdatterten Redakteurin auf Twitter ergab, dass das mancherorts schon jahrelang Usus zu sein scheint.

Auch ein Trend, aber nach dem Siegeszug der Pedelecs nicht verwunderlich, ist die zunehmend auftauchende Frage, ob denn Kinder überhaupt schon eBike fahren dürfen. Denn das Angebot ist da: so hat beispielsweise der in Schweinfurt ansässige Hersteller HAIBIKE Kinder-eBikes im Programm. Doch wer den Gedanken als spinnerten Luxus abtut, übersieht, dass Erstklässler heutzutage auch durchaus Smartphones zur Einschulung geschenkt bekommen. Wie sieht es mit der Nachfrage aus? Zahlen liegen uns aktuell zwar nicht vor; ein Sprecher von HAIBIKE verweist jedoch auf die Verkaufszahlen, die für einen Trend sprechen.

eBikes für Kinder: Luxus oder Lösung?

Grundsätzlich sind eBikes für Kinder nicht verboten – zumindest gibt es kein gesetzliches geregeltes Mindestalter. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag spricht allerdings eine Empfehlung von zwölf Jahren als Einstiegsalter aus.

Im Gegensatz zu Elektrofahrrädern für Erwachsene sind die Kindermodelle auf 20 km/h gedrosselt. Die ja gar nicht maximal ausgeschöpft werden müssen. Und ob es wirklich so viel schlechter für ein Kind ist, mit elektrischer Unterstützung selbst zur Schule zu fahren, statt vom Elterntaxi tagein, tagaus gefahren zu werden, ist eine Diskussion wert.

Der optimale Schulweg

Aber auch hier liegen die Dinge aktuell kompliziert. Manche Grundschulen untersagen sogar, den täglichen Schulweg mit dem Fahrrad zurück zu legen, obwohl es dafür keine Rechtsgrundlage gibt. Sicherlich sollten Eltern den Schulweg bereits vor dem Schulanfang mit dem Kind einüben und dabei Gefahrensituationen wie verkehrsreiche Stellen oder landschaftliche Besonderheiten miteinkalkulieren. Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg sollte die Maxime sein. Allgemein gesprochen, unterstützt Fahrradfahren das Selbstbewusstsein, die Selbständigkeit und das Verantwortungsbewusstsein von Kindern. Und die Bewegung macht den Kopf frei.

Kinder bis acht Jahren müssen, bis zu zehn Jahren können auf dem Gehweg fahren. Der begleitende Elternteil darf ebenfalls den Gehweg nutzen.

Sicherheit in jeder Hinsicht

Ob die von der Verkehrswacht vielerorts angebotene Fahrradprüfung wirklich Relevanz im Alltag besitzt, wird kontrovers diskutiert. Auf keinen Fall ist sie dieselbe, bindende Voraussetzung wie eine Führerscheinprüfung.

Für die Verkehrstauglichkeit der Räder sind selbstverständlich die Eltern verantwortlich. Für Sicherheitsaspekte unterwegs kommt im Falle eines Unfalles die gesetzliche Unfallversicherung auf.

Eine Helmpflicht besteht übrigens nicht, doch raten z. B. die Sicherheitsexperten von ABUS dazu, Kinder von Anbeginn ans Helmtragen zu gewöhnen.

Allzeit gute Fahrt!

Soweit unser kleines Special zum Thema Schulweg mit dem (e-)Bike. Erstklässler-Eltern unter unseren Lesern wünschen wir alles Gute für diesen aufregenden Lebensabschnitt! Falls auch Ihr mit dem Gedanken spielt, dem Kind ein eBike zu spendieren, beraten wir Euch gerne.