Ketten- und Nabenschaltung sowie Kombinationen

Je nach Modell sind die Elektrofahrräder mit einer Kettenschaltung, einer Nabenschaltung oder einer kombinierten Ketten- / Nabenschaltung ausgestattet.

Die Kettenschaltung wird während des Tretens geschaltet, wobei die Kette durch einen Kettenwerfer von Ritzel zu Ritzel geführt wird. Ein Elektrofahrrad mit Kettenschaltung hat bautechnisch bedingt eine kleinere Entfaltung (Übersetzungsbandbreite), da am Hinterrad ausschließlich acht, neun oder zehn Ritzel zur Verfügung stehen. Die maximale Differenz des kleinsten (11 Zähne) zum größten Ritzel (36 Zähne) beträgt 25 Zähne. Die maximale Entfaltung beträgt somit rund den Faktor 327%. In der Anschaffung ist die Kettenschaltung etwas günstiger, erfordert jedoch einen leicht höheren Einstellungs- und Wartungsaufwand.

Die Nabenschaltung kann, da sämtliche Schaltungsvorgänge im Innern der Hinterradnabe erfolgen, auch im Stand geschaltet werden. An der Ampel oder an der Kreuzung kann deshalb immer der optimale Gang gewählt werden. Die Nabenschaltung ist von der Firma Shimano als 7-Gang, 8-Gang oder 11-Gang und von der Firma Rohloff als 14-Gang-Schaltung erhältlich. Neu ist die stufenlos schaltbare Nabenschaltung NuVinci der Firma Fallbrooktech. Nabenschaltungen sind wartungsärmer als Kettenschaltungen und verfügen aufgrund der Kapselung des Antriebes über eine wesentlich längere Lebensdauer. Von Zeit zu Zeit sind Wartungsarbeiten in Form von Reinigungen und Schmier- / Ölmittelwechsel durchzuführen.

Die kombinierte Naben- und Kettenschaltung des Herstellers SRAM mit 24 bis 27 Gängen kommt ausschließlich bei den schnellen Elektrofahrrad Versionen zum Einsatz. Bei den schnellen Pedelecs harmonieren eine 3-Gang Nabenschaltung mit einer acht bzw. neun Gang Kettenschaltung. Somit werden die Vorteile der Naben- und der Kettenschaltung perfekt kombiniert. Die Nabenschaltung erlaubt die schnelle Wahl eines Ganges auch im Stand. Kombiniert mit der Kettenschaltung wird eine sehr große Entfaltung (Übersetzungsbandbreite) erreicht. Nachteilig wirkt sich die schlechte Unterlastschaltbarkeit der Nabenschaltung aus. Hier ist insbesondere bei sportlich anspruchsvollem Einsatz zu berücksichtigen, dass bei Gangwechseln eine kurze Tretunterbrechnung erfolgen muss. Die maximale Entfaltung (Unterschied des zurückgelegten Weges zwischen kleinstem und größtem Gang) beträgt somit 527%.