Fahrradbremsen

So wichtig wie der Antrieb eines Fahrrads sind auch dessen Bremsen. An heutigen Fahrrädern sind vor allem Scheibenbremsen, Rücktrittbremsen und Felgenbremsen / V-Bremsen verbaut. An Elektrofahrrädern haben sich mittlerweile die hydraulischen Bremssysteme, dank ihrer höheren Bremskraft, durchgesetzt. Die Bremskraft wird über eine Öl-gefüllte Leitung an die Bremskolben weitergegeben. Es gibt hydraulische Scheibenbremsen und Felgenbremsen. Trommelbremsen und Rollenbremsen werden nicht an Elektrofahrrädern verbaut.

Felgenbremsen, zu denen die V-Bremsen und auch die früheren U-Bremsen gehören, sind an der Gabel angebracht. Durch einen Bowdenzug werden die Bremsbeläge der ein- oder zweiteiligen Systeme an die Felgen geführt. Der Nachteil von mechanischen Felgenbremsen ist die Witterungsanfälligkeit - bei Regen und Schnee ist die benötigte Reibung zwischen Bremsbelag und Felge oft soweit herabgesetzt, dass der Bremsweg extrem lang wird. Komfortabler sind hydraulische Felgenbremsen bspw. Magura HS 11 und HS 33 Systeme. Bei diesen benötigt der Fahrer eine geringere eigene Bremskraft um eine hohe Bremsleistung zu erzeugen.

Moderne Scheibenbremsen bieten den Vorteil, die Felge weniger zu belasten. Bei anspruchsvollen Touren wird somit auch eine Erhitzung der Felge vermieden. Zudem ist die Bremswirkung bei widrigen Witterungsbedingungen (Nässe und Schnee) und langen Talfahrten mit Scheibenbremsen besser als mit Felgenbremsen.

Die Rücktrittbremse ist vor allem in einfachen City-Rädern und als zusätzliche Bremse in Elektrofahrrädern verbaut. Über die Kette wird dabei im Rücktritt das Rad blockiert. Vorteile sind u. a. der geringe Wartungsaufwand, die Wetterunabhängigkeit und die Robustheit. Nachteile sind u. a. der hohe Kraftaufwand, die schlechtere Dosierbarkeit und der Effekt, dass die Rücktrittbremse bei abgesprungener Kette nicht mehr funktioniert. Seit 2011 gibt es für Elektrofahrräder mit Mittelmotor oder Tretlagerantrieb das Antriebssystems Impulse der Firma Kalkhoff mit Rücktrittfunktion. Kalkhoff Impulse Elektrofahrräder kombinieren die Funktionalität einer Rücktrittbremse mit einem Mittelmotor. Auch die Firmen Flyer und KTM bieten seit dem Modelljahr 2012 Pedelecs mit Panadsonic Mittelmotor und Rücktrittbremse. Seit 2013 gibt es den Bosch Active Line Antrieb auch für Rücktritt. Dieser ist in Elektrofahrrädern verschiedener Marken verbaut.

Die Rollenbremse ist eine Weiterentwicklung der Rücktrittbremse. Die Bremse wird jedoch nicht über die Kette, sondern über einen Handhebel bedient. Die Rollenbremse ist fast wartungsfrei. Bauartbedingt verzögert dieser Bremsentyp das Laufrad, blockiert es jedoch nicht vollständig, dadurch wird abruptes bzw. unkontrolliertes Bremsen vermieden. Erzielt wird die Bremswirkung durch mehrere an einer Nockenscheibe befestigte Metallrollen, die von innen gegen einen Bremsmantel gedrückt werden.

Bei Trommelbremsen drücken die Bremsbacken in der Radnabe von innen nach außen an die Bremstrommel. Die verwendeten Bremsbeläge sind bei diesen Bremsen sehr langlebig, die verbauten Systeme sind jedoch meist sehr schwer.