Der elektrische Lastenesel: Donk-EE

14.07.2017 15:03

Stellt Euch folgende Situation vor: ein Großunternehmen investiert in ein nachhaltiges Pilotprojekt, mit dem die mobile Revolution eingeläutet werden soll. An welche Städte denkt Ihr zuerst – Cupertino oder Köln? Nun, nachdem jüngst Hannover, Düsseldorf und Duisburg als Orte für die Magenta-Flotte der Telekom in den Nachrichten waren, ist es heute die Domstadt, in der das neueste sozio-technologische Experiment in Sachen eBike steigen wird.

Leute, die kein Auto haben, können entweder eines mieten, Carsharing-Mitglied werden oder ein Taxi bestellen. Was aber, wenn man gerne ganz aufs Auto verzichten, dennoch aber größere Dinge transportieren möchte? Man könnte es ja mal mit einem Lastenrad versuchen. Nur: gleich eines kaufen? Warum sollte es hier nicht die gleichen Möglichkeiten wie beim Auto geben?

obs/Green Moves Rheinland GmbH & Co.KG/Daniel Koebe / NATURSTROM AG

Bildquelle: obs/Green Moves Rheinland GmbH & Co.KG/Daniel Koebe/NATURSTROM AG

Donk-EE – der strombetriebene Lastenesel

Dachten sich auch die Gründer von Donk-EE, einem neuen Unternehmen, das den Anspruch hat, Europas größter Verleih für E-Lastenräder zu werden. Donk-EE Pressesprecher Tim Loppe gibt als Mission Statement aus: „Wir wollen die Energiewende vorantreiben.“ Und weiter: „Wir – also Naturstrom – sehen das nicht nur als Frage der Stromerzeugung, sondern als sektorübergreifende Aufgabe.“ Denn hinter Donk-EE steht die Green Moves Rheinland GmbH & Co KG, ihres Zeichens 100-prozentige Tochter des Ökostromanbieters Naturstrom AG. Keines dieser beiden Unternehmen hat in seinen Kernbereichen etwas mit E-Lastenrädern zu tun, wenn man mal davon absieht, dass beide Strom erzeugen und eBikes mit Strom aufgeladen werden.

Neue Mobilitätskonzepte sind dringend vonnöten, um die CO2-Emissionen im Verkehr weiter zu senken. Elektroautos allein können dies nicht leisten. Alternativen müssen in jede Richtung ausgelotet werden.

Kohlenstoffdioxidarm in Köln

Warum nun gerade Köln? Zum einen liegt es in der Nähe des Düsseldorfer Naturstrom-Firmensitzes. Zum anderen passen viele Kölner Stadtteile zum Testprofil: hohe Einwohnerdichte, junge Familien und Studis, fast keine Autobesitzer und insgesamt eine nachhaltig-urbane Klientel. LOHAS halt.

Für das Pilotprojekt ließ Donk-EE eine komplette IT-Infrastruktur enwickeln, die durchaus auch in anderen Städten eingesetzt werden könnte. Expansionspläne gibt es zu diesem frühen Zeitpunkt aber noch nicht.

In der Praxis wird Donk-EE ähnlich funktionieren, wie andere Car-Sharing-Angebote. Nach der Online-Anmeldung akkreditiert man sich bei einem von fünf Kölner Partnerunternehmen. Ausgeliehen wird mittels einer stationenbasierten App. 50 Cargo-eBikes können an 35 Stationen rund um die Uhr ausgeliehen werden. Größter Unterschied zum Car-Sharing ist, dass es kein Free-Floating-System ist, also, dass man die Lasten-eBikes überall abholen und abstellen könnte. Auf diese Art soll die ständige Ausleihbarkeit sichergestellt werden.

Elektro-Esel gleich Goldesel?

Und wie schlägt das Elektro-Eselchen zu Buche? Aktuell baut Donk-EE auf kurzfristige, akute Ausleihen, die in der ersten Stunde 3,50 Euro, anschließend 2,50 Euro kosten. Je nach User-Feedback könnte dieses Modell um Tages- oder langfristige Modelle ergänzt werden.

Die Vorteile von E-Lastenrädern liegen auf der Hand: schnell wie eBikes, beladbar wie ein Kleinwagen.

Bereits über 40 Initiativen in ganz Deutschland stellen Lastenräder kostenlos zur Verfügung – wie viele davon Pedelecs sind, wäre eigentlich auch mal interessant, herauszufinden. Wir von Elektrofahrrad24 bleiben dran!

Übrigens: Donk-EE wird vom Bundesprojekt Klimaschutz durch Radverkehr drei Jahre lang gefördert.