Testfahrt: Rabeneick TS-E E-Bike 2019

An alle sportlichen Radler, die bislang ausschließlich auf Muskelkraft schwören: Ihr müsst jetzt ganz stark sein. Das Rabeneick TS-E könnte euer erstes E-Bike werden. Denn es ist kaum noch als solches zu erkennen. Ein ausführlicher Testbericht unseres Wind- und Wetterpendlers Philipp.

Es gibt sie zuhauf und sie sind lautstark: Die E-Bike-Zweifler und -Verneiner. Ein E-Bike sei nicht ästhetisch, unnötig, viel zu teuer, und eigentlich sowieso etwas für die Generation unserer allmählich schwächelnden Eltern. Wer dann ein Rabeneick aus der e-Serie sieht, wird in allen Punkten schnell eines Besseren belehrt. Denn das Design dieses E-Bikes ist von zeitloser Schlichtheit, der kleine Akku formschön im Unterrohr versteckt, der Heckmotor unterstützt unaufdringlich und leise. Die Verwandtschaft mit vsf-Rädern ist unverkennbar, doch jetzt kommt das ultimative Argument: Das TS-E gibt es bereits für einen Einsteigerpreis von knapp 2.000€. Selbst ich, als überzeugter Muskelkraft-Radfahrer, komme dabei ins Grübeln.

„Ansprechende Haptik, einfaches Handling: On-/Off-Schalter am Oberrohr.“

Denn für diesen Preis gibt es ja nicht nur ein schönes E-Bike, sondern eine Mittelklasse-Ausstattung, die Commuter-Herzen höher schlägen lässt: Hydraulische Scheibenbremsen (Shimano BR-MT200, 160 mm) stoppen zuverlässig, die unzerstörbaren Schwalbe Marathon-Reifen kenne und schätze ich schon von meinem Trekkingrad, und ein robustes Shimano Deore XT-Schaltwerk ist ja nicht zu unrecht bei so vielen Pendlern äußerst beliebt. Es läuft flüssig, die Übersetzung ist mit 11-42 Zähnen gut abgestimmt. Ob man lieber Starr- oder Federgabel fährt, hängt vom befahrenen Terrain ab und ist letztlich auch Geschmacksfrage. Ich will mein Rad vor allem in der Stadt auf gut ausgebauten Straßen und Radwegen nutzen und mir keine Sorgen um die Wartung machen, also ist eine Starrgabel für mich bestens geeignet.

Gepäckträger und Lichtanlage sorgen für den letzten Schliff; meine Fahrradtaschen passen problemlos und sind für den Transport von Laptop, Sportkleidung und Mittagessen bereit. Das Rabeneick kommt in der Standard-Ausstattung auf knapp 19,8kg Gesamtgewicht und kann sich somit definitiv zu den Leichtgewichten urbaner E-Bikes zählen. Sehr gelungen finde ich auch das Cockpit mit kleiner Klingel und, achtung, ohne Display. Denn das Rabeneick wird per App über das eigene, am Vorbau befestigte Handy gesteuert; an- und ausgeschaltet wird dezent per Knopfdruck am Oberrohr.

„Einmal quer durch die City: Von der holprigen Dresdner Neustadt auf vielbefahrene Straßen rund um die Dresdner Innenstadt. Dank des leisen Motors genieße ich die Ruhe im Großen Garten, und lande schließlich wieder im Stop&Go Stadtverkehr des Dresdner Südens. Den letzten langen Anstieg nehme ich mit dem E-Bike mit deutlich weniger Anstrengung – ich spare dadurch Zeit. Duschen muss ich aber trotzdem, so viel Sport muss sein!“

Fahrtzeitenvergleich Pendelweg (ca. 10km)

E-Bike: 25min

Fahrrad: 30min

Auto: 25-35min

ÖPNV: ca. 55min

Der Akku mit 252 Wattstunden wird dezent im Unterrohr versteckt, er ist damit quasi unsichtbar. Da auch der Heckmotor (Bafang H400B, 250W) unscheinbar und vergleichsweise leise ist, sehe ich vor allem im Stop&Go-Verkehr so einige erstaunte Gesichter 😉 Dabei nutze ich meist die zweite oder dritte von insgesamt vier Unterstützungsstufen; wenn ich einmal in Fahrt bin, habe ich so ein angenehmes, natürliches Fahrgefühl. Von großem Vorteil erweist sich die elektrische Unterstützung an meinem Zielanstieg: Da geht es einige hundert Meter steil bergauf. Diesen Anstieg nehme ich ohne E-Bike auch problemlos, aber in dieser verregneten Woche bin ich dankbar, dass mich der Motor zuverlässig anschiebt.

Nach 3 Fahrten á 20km rolle ich das Rabeneick zur Steckdose und versorge den Akku (übrigens nicht entnehmbar) mit Strom. Mein Arbeitgeber ist Mobilitäts-Vorbild und stellt zu diesem Zweck bereits seit längerer Zeit eine Ladestation zur Verfügung. Die Reichweite ist für mich also ausreichend, zumal ich zuhause im Fahrradraum ebenso komfortabel nachladen kann.

Es wäre nie mein Anspruch, mich vom E-Bike ohne eigenes Zutun gemütlich zur Arbeit schieben zu lassen. Eine Zeitersparnis merke ich aber trotzdem, im Vergleich zum normalen Rad immerhin 5 Minuten. Damit wäre ich so schnell wie mit dem Auto, wenn die Ampelschaltung mir gnädig ist. Den Weg unter die Dusche erspart mir das Rabeneick übrigens nicht: Dafür fahre ich insgesamt zu dynamisch, aber mit einem kleinen Workout und einer kalten Dusche starte ich ohnehin besser in den Tag.

„Weniger ist mehr“ – ein Werbeversprechen, dass ich Rabeneick wirklich abkaufe. Man kann das Rad von der Stange weg nämlich einfach fahren. Und darum geht es ja am Ende des Tages. Rabeneick ist die perfekte Kombination aus cleanem, sportlichen Design und solider Ausstattung ohne unnötigen Schnick-Schnack gelungen. Und das bei einem Preis von knapp 2.000€. Das TS-E ist damit perfekt für jeden, der öfter mal das Auto stehen lassen will, dem gelegentlich die Beine schwer werden – und natürlich Freunden des schönen (Rad-)Designs. 😉 Ihr könnt das Rad hier im Onlineshop bestellen; die telefonische Beratung dazu gibt es umsonst und das Rad wird fix & fertig bis zu eurer Haustür geliefert.

Übrigens: Die froschgrüne Lackierung gibt es nur am getesteten Prototypen, aber die dezenten Lacke der Serienprodukte machen in meinen Augen sowieso mehr her. Eine Singlespeed-Variante mit Riemenantrieb gibt es auch (TX-E). Falls es jemand noch puristischer mag.

Testfahrer Philipp (30): Ich fahre täglich ungefähr 20km zur Arbeit und brauche unbedingt den sportlichen Ausgleich zur Kopfarbeit im Büro. Ohne frische Luft und Bewegung geht für mich gar nichts!

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2 thoughts on “Testfahrt: Rabeneick TS-E E-Bike 2019”

  1. Hallo und danke für den Test. Leider gibt es ein – aus meiner Sicht – großes Manko :
    Das Rad geht nach dem einschalten immer in die Stufe 5, nur mit der App kann ich das ändern, weder das Rad noch die App merken sich die letzte Einstellung. Das ist – für mich, da ich immer in Stufe 1 oder 2 fahre und mir kein Handy an den Lenker klemmen möchte – ein riesiger Nachteil. Vor jedem losfahren, nach jeder Pause: Handy zücken, App starten, Verbindung zum Rad herstellen (dabei muss oft erstmal die Verbindung zur smartwatch getrennt werden) dann die Fahrstufe wählen,…..
    Schade.,das trübt den ansonsten wirklich sehr guten Eindruck gewaltig.

    1. Hallo Gregor,
      danke für Deinen Kommentar. Das ist in der Tat ärgerlich. Wir haben das umgehend an Rabeneick weitergeleitet, allerdings noch keine Info, wann dazu ein Software Update o.ä. kommt. Wenn Du Dein E-Bike nach dem Abstellen jedoch nicht deaktivierst, bleibt der Controller weitere 10 Minuten aktiv und merkt sich auch die Unterstützungsstufe. Das kann zumindest bei einer kurzen Pause Abhilfe verschaffen. Wir bleiben an dem Thema aber auf jeden Fall dran!

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