Zum Inhalt springen
E-Bike Benno Boost E

Lastenrad Boost E von Benno Bikes: Verdammt vielseitig

Kommt etwas Neues auf den Markt, muss das Ding einen Namen erhalten. Logisch. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstehen mal mehr, mal weniger gelungene Schöpfungen. Der US-amerikanische Hersteller Benno Bikes hat seiner Marke den Untertitel „The Etility Bike“ hinzugefügt. Da verschmelzen also „utility“, Vielseitigkeit, und „electric“ miteinander. Auf das für 2020 runderneuerte Lastenrad „Boost E“ von Benno Bikes passt diese Umschreibung ausgesprochen gut.

Auf der Detailseite des Boost E könnt ihr unter dem Punkt „Etility Design“ allein acht teils äußerst verschiedene Aufbauten dieses Lastenfahrrades sehen. Diese Vielfalt ergibt sich aus dem enorm breiten Spektrum an Zubehör, dass Benno Bikes dem Modell spendiert. Da finden sich vier verschiedene hintere Gepäckträger, sechs Aufsätze dafür, Gepäckträgertaschen in diversen Größen, drei verschiedene Frontgepäckträger, wiederum die dazugehörigen Taschen und so weiter. Auf dem hinteren Gepäckträger könnt ihr zudem maximal zwei Aufnahmen für den Kindersitz Yepp von Thule anbringen. Es gibt sogar eine spezielle Halterung für ein Surfbrett.

Motoren, Rahmen und Farben selbst bestimmen

Lastenrad, Familienkutsche, Expeditionsbike – im Boost E schlummern mehrere Persönlichkeiten, die darauf warten erweckt zu werden. Dass so viel möglich scheint, liegt u. a. an der Motorenauswahl, die euch geboten wird. Im Boost E 10D Performance steckt ein Bosch Performance der dritten Generation mit 65 Newtonmetern. Das Boost E 10D CX kommt mit einem Bosch Performance CX der vierten Generation mit 75 Newtonmetern daher. Über das gleiche Drehmoment verfügt der Bosch Performance Speed Cargo der vierten Generation des Boost E 10D Speed.

Doch damit nicht genug. Hinzu kommen zwei unterschiedliche Rahmenformen. Die erste Variante ähnelt mehr einem klassischen Diamant-Rahmen, wobei das Oberrohr relativ stark abfällt. Variante Nummer zwei ist ein Trapez-Rahmen, der euch das Auf- und Absteigen erleichtern soll. Pro Rahmen könnt ihr aus vier verschiedenen Farben wählen. Spätestens jetzt merkt ihr: Die eingangs erwähnten acht Aufbauten waren nur die Spitze des Eisberges.

Klein und wendig

Tatsächlich ist es wert, sich das Boost im Ganzen zu betrachten. Für 2020 hat das Bike ein tiefgreifendes Facelifting bekommen. Zu den Neuerungen zählen die Rahmen und die Starrgabel aus 6061er Aluminium. Dessen Rahmenrohre fallen im Vergleich zu dem Vorgänger etwas voluminöser aus. Das Resultat von rund 26 Kilogramm für das komplette Rad klingt jedoch sehr überzeugend. Zudem ist das Boost E mit einem Radstand von knapp 1,26 Metern nur unwesentlich länger als ein gewöhnliches E-Bike. In Kombination mit den 24 Zoll großen Laufrädern seid ihr so äußerst wendig unterwegs, was vor allem im Großstadtdschungel von Vorteil sein kann. Die Laufräder erscheinen ungewöhnlich klein. Dadurch geht eventuell etwas an Laufruhe verloren. Die Breite der Pneus von 2.60″ gleichen das zugunsten des Fahrkomforts allerdings gut aus.

Der Großteil des Transportguts, ob Mensch oder Ware, findet auf dem hinteren Gepäckträger Platz. Dort könnt ihr bis zu 60 Kilogramm an Gewicht draufpacken. Insgesamt dürfen Fahrerin bzw. Fahrer mit Bike und Last genau 200 Kilogramm auf die Waage bringen.

Auf Wunsch mit DualBattery

Damit diese Masse komfortabel bewegt werden kann, ist ein kraftvoller Antrieb nötig. Mit den verschiedenen Mittelmotoren von Bosch ist der erste Grundstein dafür gelegt. Für den schwungvollen Vortrieb sorgt der 1-fach Antrieb Deore von Shimano. Seine zehn Gänge bieten mit dem Spektrum von elf bis 42 Zähnen ordentlichen Spielraum für so ziemlich jede Fahrsituation.

Standardmäßig ist das Boost E mit einem Bosch PowerPack 400 bzw. 500 ausgestattet. Am Sitzrohr montiert unterstützt euch der Akku zwischen 50 und 130 Kilometer weit. Alles, was darüber hinausgeht, erfordert allein eure Muskelkraft. Oder aber zieht optional die Bosch DualBattery-Karte und verdoppelt so die Reichweite. Aufgepasst: Der Trapez-Rahmen ist davon ausgenommen.

Rahmengröße: Einer für alle – oder eben nicht

Der Rahmen leitet direkt über zum einzig echten Kritikpunkt am Boost E. Benno Bikes haben pro Rahmenform nur jeweils ein Rahmengröße in petto. Der Hersteller gibt an, Menschen mit einer Körperlänge von 1,54 m bis 1,90 m würden gut mit dem Bike fahren können. Erfahrungsgemäß steckt in solchen Konzepten der Kompromiss stets mit drinnen. Schließlich verändern sich bei Fahrrädern, die eine derartige Spannen mit mehreren Rahmengrößen abdecken, nicht umsonst den Rohrlängen auch Sitz- und/oder Steuerwinkel. Um auf Nummer Sicher zu gehen, kommt ihr hier um eine Probefahrt wohl nicht herum.

Denn auch vom Preis her ist dieses Lastenrad in jedem Falle eine Überlegung wert. In Deutschland ist Zweirad Stadler einer der Vertriebspartner von Benno Bikes. Dort kostet aktuell das Boost-E 10D CX mit Bosch Performance CX Gen. 4 und PowerPack 500 genau 4.399 Euro. Das Boost-E 10D Performance mit Bosch Performance Gen.3 und PowerPack 400 ist für 500 Euro weniger zu haben.

Hintergrund: US-amerikanische Marke mit deutschen Wurzeln

Benno Bikes ist das Unternehmen von Benno Bänzinger. Der gebürtige Berliner gehörte 1993 im kalifonischen San Diego zu den Gründern der Electra Bicycle Company (EBC). Groß geworden durch seine Retro-Cruiser findet sich Electra Bicycle Company seit 2014 unter dem Dach der Trek Group wieder und baut inzwischen auch E-Bikes. Bänziger verließ EBC bereits 2010. Er widmet sich mit Benno Bikes seit 2015 vom Firmensitz im Del Mar, Kalifornien, ausschließlich dem Thema der Elektrofahrräder. Als europäische Schaltzentrale des Herstellers fungiert die Benno Bikes Swiss GmbH im schweizerischen Appenzell.

 

 

Bilder: Benno Bikes LLC

5 Gedanken zu „Lastenrad Boost E von Benno Bikes: Verdammt vielseitig“

  1. Ich habe ein Benno Boost und bin sehr zufrieden, fahre es ohne Last sogar ohne Elektro Antrieb, war mich wundert, ist dass die Unterstützung nur bis 15 kmh geht, lässt sich das ändern?

    1. Hallo Felix,

      wir würden Dir einen Besuch in einer Fachwerkstatt mit Bosch Diagnose-Tool nahelegen. Es könnte sein, dass der Reifendurchmesser falsch im Bosch System hinterlegt ist und somit bei 15 km/h abriegelt.

      Sportliche Grüße
      Martin

    1. Hallo Benno,
      ich habe die bei uns in Magdeburg bei Feine Räder stehen sehen. Es sieht nicht so aus als könnte man dort bestellen aber falls du in der Nähe wohnen solltest, kann man da sicher eine Probefahrt machen.

      Viele Grüße
      Marion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

NACH OBEN