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Motor des E-Bike-Antriebs Revonte One

E-Bike-Motor Revonte One steht kurz vor Serienfertigung

Es ist angerichtet. Revonte hat seinen Partner für die Fertigung des eigenen Antriebs gefunden. Der Revonte One wird mithilfe der hGears AG in Serie gehen. Ob dies am Stammsitz im baden-württembergischen Schramberg oder dem Werk im italienischen Padua passiert, geht es aus der von Revonte veröffentlichten Mitteilung nicht hervor. Auch ein konkreter Zeitpunkt blieb offen.

Ende 2020 hatten wir euch letztmalig mit News zum Motor mit der stufenlosen Vollautomatik versorgt. Damals standen die Entwicklungsarbeiten kurz vor dem Abschluss. Dieses Kapitel scheint für den Moment erledigt und die nächsten Schritte nehmen konkrete Formen an. „Nach über drei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ist der Revonte One E-Bike-Motor nun bereit für die Massenproduktion“, sagt Otto Chrons, CEO von Revonte.

E-MTB-Prototyp von Revonte zur Entwicklung des eigenen E-Bike-Antriebs

E-MTB-Prototyp mit Antrieb Revonte One

Qualität und Quantität gefragt

Aufgrund der komplexen Konstruktion des Revonte One beschränkte sich der Kreis der geeigneten Kandidaten auf relativ wenige Unternehmen. Schließlich umfasst der Motor ein integriertes, stufenloses Planetengetriebe und zwei verschiedenen Elektromotoren. Einer der Beiden unterstützt während des Fahrens, der andere sorgt für die gewünschte Übersetzung. In der Summe ergibt das eine Vielzahl an Einzelteilen, die jedes für sich hochpräzise gefertigt werden müssen, um am Ende im Motor miteinander zu harmonieren.

Akkus für den E-Bike-Antrieb Revonte One

Zum E-Bike-System gehören neben dem Motor auch Akkus mit Kapazitäten von 705 Wattstunden und 520 Wattstunden.

Neben dem technischen Anspruch lag das Augenmerk dem Vernehmen nach auch auf der zentralen Frage der Kapazität. Nach eigener Aussage hat Revonte von mehreren E-Bike-Herstellern großes Interesse signalisiert bekommen. Entsprechend gut möchte das Unternehmen aus Finnland auf eine möglicherweise auch rasant noch oben schnellende Nachfrage vorbereitet sein. „Wir haben mit mehreren erfahrenen Herstellern in Europa gesprochen, und hGears hat sich dank seiner starken Ausrichtung auf E-Bikes und seiner Fähigkeit, unser recht anspruchsvolles System in großem Maßstab herzustellen, durchgesetzt“, so Otto Crohns.

E-Cargobike EAV Cubed mit Antrieb Revonte One

Am E-Cargobike EAV Cubed ist der Revonte One seit längerem bereits in Betrieb.

Autos, E-Bikes und mehr

Tatsächlich gilt hGears als Experte auf dem Gebiet der E-Mobility-Anwendungen, die nach Hochpräzisionsgetrieben und -komponenten verlangen. Das deutsch-italienische Unternehmen hat sich auf Komponenten wie Zahnräder und Wellen spezialisiert, die in Antrieben von E-Bikes als auch anderer Elektro- und Hybridfahrzeuge genutzt werden. Augenscheinlich konnte hGears mit seiner langjährigen Erfahrung im Automobilbereich und dem Wissen über elektrische Antriebssysteme bei Revonte punkten.

Otto Chrons, CEO von Revonte, und hGears-Vorstandsvorsitzender Gianluca Sartello

Wenn lächeln verbindet: Otto Chrons, CEO von Revonte, und hGears-Vorstandsvorsitzender Pierluca Sartello (rechts)

Trotz allem betritt das Unternehmen mit diesem Projekt auch Neuland. Erstmals zeichnet hGears nicht nur für bestimmte Teile eines E-Bike-Motors verantwortlich, sondern stellt die komplette Einheit bereit. Die Freude über den Abschluss trübt das bei Pierluca Sartorello, dem Vorstandsvorsitzenden von hGears, keineswegs: „Die Vereinbarung mit Revonte macht uns wirklich stolz und stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg dar, den wir vor sieben Jahren begonnen haben, als wir beschlossen haben, den Fokus des Unternehmens von der Herstellung von Komponenten für traditionelle Motorräder und Verbrennungsmotoren hin zu einem Anbieter von Lösungen für E-Mobilität und andere elektrische Anwendungen zu verlagern.“

Mehrfach Grund zur Freude

Überhaupt läuft es gerade bei hGears. Mit Revonte wurde ein neuer Kooperationspartner hinzugewonnen, mit einem konnte die bestehende Zusammenarbeit um mehrere Jahre verlängert werden, nachdem der aktuelle Kontrakt noch bis zum Jahre 2024 läuft. Um wen es sich dabei handelt, verrät hGears allerdings nicht. Es ist lediglich die Rede von „einem großen E-Mobility-Kunden“. Das Fahrradmagazin „Radmarkt“ beruft sich auf Branchenkenner und tippt auf einen „führenden Antriebsanbieter aus dem Raum Stuttgart“.

Welche E-Bike-Marke demnächst tatsächlich Bikes mit dem Revonte One vorstellt, bleibt im Moment ebenfalls noch geheim. Gut möglich, dass sich das im Umfeld der anstehenden Eurobike im Juli ändern wird.

 

Bilder: Revonte Ltd.

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