Unterwegs mit dem Fahrradwohnwagen Mody Trekking für E-Bikes

Fahrradwohnwagen Mody: Feriendomizil auf zwei Rädern

Einreisebeschränkungen für mehrere unserer Nachbarländer, strenge Hygienekonzepte für hiesige Hotels und Ferienwohnungen, Zeltplätze öffnen unter strengen Auflagen – der Urlaub wird sich auch in diesem Jahr alles andere als normal anfühlen. Viele verspüren den Wunsch, diesen Einschränkungen ein Stück weit entfliehen zu können. Wie wäre es da mit einem Fahrradwohnanhänger? Das mobile Ferienzimmer im Schlepptau ganz individuell auf eigenen Wegen wandeln.

Wer darauf Bock hat und nach einem passenden Gefährt sucht, wird bei einem kleinen Hersteller im Bergischen Land fündig. Das Unternehmen ModyPlast aus Rösrath führt insgesamt drei dieser speziellen Anhänger. Genaugenommen handelt es sich um Prototypen namens Mody. Deren Produktion ist in kleiner Auflage im Dezember 2020 angelaufen.

Fokus auf Gewicht und Sicherheit

Basis für die Anhänger ist ein selbstragendes Chassis. Dadurch kann der Hersteller auf einen Rahmen verzichten, der die gesamte Konstruktion trägt. Dies reduziert das Gewicht erheblich. Die Wohnzelle ist wahlweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) oder Carbon gefertigt. Drei Fenster, eine Tür – fertig ist das Mini-Feriendomizil.

Am Bike befestigen lassen sich die Anhänger mit einer gängigen Weberkupplung. Für die nötige Fahrsicherheit sorgt eine Auflaufbremse. Sie verhindert, dass euch beim Abbremsen die Eigenlast des Anhängers noch ein paar Meter nach vorn schiebt. Stattdessen wird die Energie ausgenutzt, mit der ihr euer Bike verzögert. Der Druck, den der auflaufende Anhänger auf das Fahrrad als Zugmaschine ausübt, wird in Bremskraft umgewandelt. Diese greift dann an den Scheibenbremsen des Anhängers an. ModyPlast hat 205 Millimeter große Bremsscheiben für den Mody gewählt. Damit solltet ihr für alle Eventualitäten gewappnet sein.

Scheibenbremsen am Fahrradwohnwagen Mody von ModyPlast

Scheibenbremsen von Shimano am Fahrradwohnwagen Mody

Keine Klimaanlage, aber Klimakonzept

Mit einer Länge von 208 Zentimetern, einer Breite von 86 Zentimetern und einer Höhe von 102 Zentimetern bieten die Kabinen Platz für eine erwachsene Person und diverses Gepäck. Getönte Scheiben sorgen dafür, dass es innen nicht zu heiß wird. Im unteren Teil der Tür ist ein Gitter mit Belüftungsschlitzen integriert. Zusätzlich gibt es eine Öffnung im Dach. Mithilfe dieses sachten Luftzuges ist es um das Klima im Abteil gut bestellt.

Am Platz eurer Wahl angekommen, könnt ihr an jeder Ecke des Fahrradwohnwagens eine Aluminiumstütze herausziehen. So bleibt der abgestellte Anhänger stets in der Waagerechten. Zudem hat ModyPlast an eine Handbremse gedacht, damit ihr nicht unfreiwillig euren Standort ändert 😉

Laufräder für bequemes Vorankommen

Eine gute Entscheidung ist aus unserer Sicht zudem der Griff zu den 26 Zoll großen Laufrädern für den Anhänger. Auf denen rollt die ganze Sache relativ ruhig dahin, sodass ihr vorn auf dem Bike entspannt eure Kreise ziehen könnt. Alle Modelle sind für die Straße zugelassen. Vorder- und Rücklichter sowie seitliche Reflektoren lassen euch jederzeit bestens erkennbar sein. Während der Fahrt könnt ihr Gepäck mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm zuladen. Im Stand sind sogar 190 Kilogramm erlaubt.

Drei unterschiedliche Typen

Je nachdem, was ihr plant, lohnt sich ein Blick auf die drei Modelle des Mody: Tourer, Trekking und Outdoor. Alle unterscheiden sich in kleinen, aber durchaus entscheidenden Details. Das betrifft zum einen die Bereifung. Beim Tourer sind zum Beispiel Big Ben Plus von Schwalbe aufgezogen. Dessen Profil und der hohe Pannenschutz erweisen sich vor allem als Vorteil, wenn ihr überwiegend auf Asphalt unterwegs seid. Im Falle des Mody Trekking handelt es sich im um die mit gröberen Stollen versehenen Schwalbe Smart Sam Plus. Mit denen findet ihr auch auf Waldwegen genügend Halt.

Wen es noch weiter abseits der befahrenen Pisten zieht, für den könnte der Mody Outdoor interessant sein. Dem hat der Hersteller echte Fat-Bike-Reifen verpasst. Die Schwalbe Jumbo Jim messen enorme 120 Millimeter in der Breite. Richtig unwegsames Gelände, Sand, Schnee, Matsch – da kann eigentlich kommen, was will. Passend zum Konzept profitiert ihr bei diesem Anhänger von der größtmöglichen Bodenfreiheit. Fast 34 Zentimeter sind drin.

Gewicht kostet Akkuleistung

Für alle Anhänger habt ihr die Wahl zwischen GFK-Kabinen und denen aus Carbon. Letzteres ist deutlich leichter, sodass ihr insgesamt sechs Kilogramm beim Gesamtgewicht sparen könnt. Selbst in der High-End-Variante bleiben unter dem Strich aber mindestens 42 Kilogramm übrig. Darin liegt auch der größte Nachteil des Anhängers. Zumal ihr im Normalfall im Inneren ja auch noch Teile des Gepäcks transportieren werdet. Ihr zieht vermutlich also mehr als 50 Kilogramm hinter euch her. Selbstverständlich schlägt sich das auf die Reichweite des Akkus nieder. Wieviel euch das in der Relation kosten wird, können wir nicht sagen. Rechnet zur Sicherheit vielleicht erst einmal mit der Hälfte des üblichen Wertes. Alles darüber hinaus ist Zugabe.

Nach dieser Bemerkung mag es etwas komisch anmuten, euch zu weiterem Ballast zu raten. Der Grund ist ganz einfach: ModyPlast hat etliches Zubehör für die Fahrradwohnwagen in petto und vieles davon scheint recht nützlich. Dachreling, Sonnensegel, Solaranlage, Küchenbox, Kühlbox – klingt gut, oder? Trotzdem ist Vorsicht geboten. Ein paar der Extras wiegen fast zehn Kilogramm oder sogar deutlich mehr. Behaltet beim Erstellen eurer Wunschliste also stets das erlaubte Gesamtgewicht im Auge.

Solarpanel für Fahrradwohnwagen Mody von ModyPlast

Das Solarpanel gibt es sogar in zwei verschieden leistungsstarken Ausführungen.

Ganz zu Beginn solltet ihr vielleicht euch auch noch einmal die Preise für die Anhänger an sich bewusst machen. Los geht’s bei 4.999 Euro. Der Mody Outdoor mit einer Kabine aus Carbon kostet aktuell 7.499 Euro.

 

Bilder: ModyPlastNolden

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