Alte E-Bike-Motoren zum Recycling

Künftig mehr Geben und Nehmen bei der Entsorgung von E-Bikes

Ab dem kommenden Jahr könnt ihr euer altes E-Bike einfacher entsorgen als bisher. Dann wird auch die kostenfreie Rückgabe bei Supermärkten, Discountern und Onlinehändlern möglich. Eine entsprechende Änderung des Gesetzes über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten, kurz ElektroG, hat der Deutsche Bundestag am 15. April beschlossen.

Von den zusätzlichen Optionen profitieren alle, die ein Elektrorad fahren, das keiner Typengenehmigung bzw. Betriebserlaubnis bedarf. Darunter fallen Pedelecs, deren Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt und deren Motorleistung maximal 250 Watt beträgt. Rund 99 Prozent der in Deutschland verkauften Elektroräder fallen unter diese Bestimmung.

Nicht alle Geschäfte zur Rücknahme verpflichtet

Beim Blick in das Kleingedruckte zeige sich wichtige Beschränkungen. Diese erweiterte Rücknahmepflicht gilt für die Geschäfte nur unter bestimmten Bedingungen:

  1. Die Ladenfläche ist größer als 800 Quadratmeter.
  2. Im Jahr werden mehrmals Elektrogeräten angeboten, beispielsweise Lampen.
  3. VerbraucherInnen kaufen im Zuge der Rückgabe des alten ein vergleichbares neues Produkt.

Gerade den letzten Punkt solltet ihr im Auge behalten. Wollt ihr ein altes E-Bike im Supermarkt zurückgeben, müsst ihr gleichzeitig ein ähnliches E-Bike dort kaufen.

Ob Geschäfte in eurer Nähe generell von der neuen Regelung betroffen sind, soll ein einheitliches Kennzeichen euch signalisieren. Ich könnt euren Laserentfernungsmesser als getrost in der Werkzeugkiste belassen und braucht nicht selbst nachmessen 😉

Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss der Bundesrat noch zustimmen. Am 1. Januar 2022 könnte es dann geltendes Recht sein. Innerhalb von sechs Monaten muss der Handel anschließend reagieren. Am 1. Juli 2022 würde die eingeräumte Übergangsfrist von sechs Monaten enden.

Bis dahin bleiben euch zwei kostenfreie Abgabestellen, an denen ihr Pedelecs ausrangieren dürft:

  • kommunale Sammelstellen, zum Beispiel Wertstoffhöfe
  • (Fahrrad-)Händler mit Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern (für Elektro- und Elektronikgeräte) beim Kauf eines vergleichbaren Produktes
Service für E-Bike-Akkus von Bosch

Der Fachhandel bleibt weiterhin ein Adressat zur Rückgabe alter E-Bikes.

Akku getrennt entsorgen

Wichtig vor der Rückgabe eines Pedelecs: Lässt sich der Akku am Bike entnehmen, seid ihr dazu verpflichtet, diesen getrennt zu entsorgen. Schrottplatz, Sperrmüll oder gar Restmüll sind absolut tabu. Gerade falsch behandelte Lithium-Akkus könne sich selbst entzünden. Und das will keiner von uns den anderen und der Umwelt antun. In aller Regel findet ihr auf Wertstoffhöfen passende Batterie-Sammelbehälter. Vertreibt ein Fachhändler in eurer Nähe Akkus des Herstellers, die an eurem E-Bike verbaut sind, werdet ihr auch dort Altgeräte los. Die kleine Mühe lohnt sich in jedem Falle. Dank fachgerechtem Recycling lassen sich Wertstoffe wie Stahl und Aluminium sowie Batterierohstoffe wie Nickel, Kupfer und Cobalt zurückgewinnen.

Container auf Wertstoffhof

Wertstoffhöfe sind auf das Entgegennehmen ausgedienter Akkus vorbereitet.

Sonderfall S-Pedelec

Einen Unterschied macht der Gesetzgeber dagegen bei S-Pedelecs und E-Bikes, also Fahrrädern, deren Elektromotor unabhängig von einer Tretbewegung unterstützt. Sie unterliegen nicht dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Daher ist ihre Rücknahme anders geregelt. Im Zweifelsfall lohnt sich eventuell trotzdem eine Anfrage beim Händler und Hersteller. Einige von ihnen nehmen alte Fahrzeuge auf freiwilliger Basis zurück.

 

Bilder: Bosch eBike Systems GmbH; Pexels; Stockdata

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