Sucht ihr bei der Kultmarke Trek nach dem schnellsten und leichtesten E-Bike, landet ihr seit einigen Jahren unweigerlich bei dem Trek Domane+. Im Laufe der Zeit hat sich das sehr sportliche E-Rennrad spürbar verändert. Vor allem im Rahmen steckten immer mehr technische Finessen. Für die zur Saison 2027 überarbeitete Version des Modells, das Trek Domane+ SL, fährt der Hersteller diese Komplexität stark zurück. Grund dafür ist unter anderem der Trend zu immer breiteren Reifen im Rennradbereich.
1. Ein E-Rennrad im Wandel der Zeit
2. Neues Trek Domane+ SL jetzt ohne IsoSpeed
3. Reifen und Sattelstütze bilden das neue „Federungssystem“
4. Rennrad und E-Rennrad teilen sich eine Rahmengeometrie
5. Trek setzt neuerdings auf TQ HPR40
6. Größe des Akkus wählbar
7. Modellreihe bietet Trek Domane+ Sl in drei Ausstattungen
1. Ein E-Rennrad im Wandel der Zeit
Vor rund sieben Jahren, also 2019, brachte Trek mit dem Trek Domane+ sein allererstes E-Rennrad auf den Markt. An dem sorgten ein Bosch Performance Cruise und ein entnehmbarer 500-Wattstunden-Akku für die elektrische Unterstützung. Die etwas mehr als 17 Kilogramm des E-Bikes galten damals als sehr beachtlich.
Mit Antriebswechseln über Fazua zu TQ sank das Gesamtgewicht immer weiter. Heute gibt der Hersteller 11,11 Kilogramm für das neue Topmodell Trek Domane+ SL 9 AXS an. Und dieser Wert gilt sogar für die Rahmengröße ML. Ihr seht, wie viel sich in der Zwischenzeit getan hat.
2. Neues Trek Domane+ SL jetzt ohne IsoSpeed
Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat das Trek Domane+ SL an Gewicht verloren, weil es sich von einigen technischen Komponenten im Rahmen verabschiedet hat. Ganz überraschend kommt das nicht. Schließlich war dies bereits am im August 2026 vorgestellten herkömmlichen Domane ohne Motorunterstützung zu beobachten gewesen. Insofern folgt das E-Bike spurgetreu dem Schwestermodell.
Die wichtigste Nachricht in diesem Zusammenhang lautet: Trek verzichtet ab sofort auf seine IsoSpeed-Technologie. Mit diesen Federungselementen im Oberrohr und im Steuerrohr hat der Hersteller über mehrere Jahre hinweg den Fahrkomfort erhöhen wollen. Und hat das auch getan. IsoSpeed machte stets einen merklichen Unterschied. Mithilfe der Elemente schluckte der Rahmen effektiv kleinere Erschütterungen. Entsprechend sanfter fühlte sich die Fahrt an und entsprechend langsamer ermüdete die Muskulatur dabei.
Warum also auf eine solch effektive Lösung? Nun, ein Großteil des Effektes von IsoSpeed lässt sich mit großvolumigeren Reifen und deren niedrigeren Luftdrücken erreichen. Da wiegt der leicht höhere Komfort der eigenen proprietären Hardware den Vorteil an Komfort einfach nicht mehr auf. Zudem spart Trek mit diesem Schritt Gewicht und reduziert die Komplexität des E-Bikes. Nach Informationen des US-Magazins Bicycling hat der Hersteller wohl sogar einige Modelle des jetzt präsentierten Trek Domane+ SL mit IsoSpeed gefertigt und sie genau mit den Versionen ohne das System verglichen. Demnach schnitten die Modelle mit IsoSpeed immer noch besser ab. Offensichtlich bewegte sich der Vorteil aber in einer Größenordnung, die andere Argumente nicht länger aufwiegen konnte.
3. Reifen und Sattelstütze bilden das neue „Federungssystem“
Den Reifen, vielmehr der Reifenbreite, am Trek Domane+ SL kommt folglich eine große Bedeutung zu. Mit 35 Millimetern fallen sie selbst für ein Endurance-Rennrad auffallend breit aus. Und da geht noch mehr. Schließlich sind 35 Millimeter lediglich das Maß, mit dem Trek die Modellreihe ausliefert. Laufradsatz und Gabel bieten Platz für eine Breite von erstaunlichen 40 Millimetern.
Ein Stück weit als „Ersatz“ für das weggefallene Federungssystem kann zudem die neue runde Aero-Sattelstütze aus Carbon angesehen werden. Von außen wirkt sie wie eine gewöhnliche runde Sattelstütze. Innen sind aber spezielle Strukturen eingearbeitet, die einen hohen vertikalen Flex unterstützen. Genauso neu ist der Lenker. Beim Blick von vorn fällt dessen 20 Millimeter hoher Rise sofort ins Auge. Zumal viele von euch vielleicht eher einen geraden abgeflachten Aero-Lenker erwarten würden. Dagegen bringt euch der Riser-Lenker in eine aufrechtere Sitzposition, die sich bequemer auf langen Strecken beibehalten lässt. Mit seinem welligen Verlauf und dem leichten Flare ermöglicht euch der Lenker zudem das Wechseln zwischen drei, vier Griffpositionen.
4. Rennrad und E-Rennrad teilen sich eine Rahmengeometrie
Neben den Merkmalen des Rahmens sowie den genannten Anbauteilen übernimmt das Trek Domane+ SL auch die Rahmengeometrie vom „Bio“-Bike. Reach, Stack, Sitzwinkel und Lenkwinkel gleichen sich bei beiden Fahrrädern bis auf die Stelle nach dem Komma. Lediglich die Kettenstreben fallen am E-Rennrad zehn Millimeter länger aus. Das setzt sich beim Radstand in ähnlicher Größenordnung fort. Im Grunde nutzt der Hersteller hier jedoch zweimal die identische Endurance-orientierte Geometrie.

Am Rahmen kommt ein etwas robusteres Carbon zum Einsatz als bei den High-End-Rennrädern, bei denen sich alles einem möglichst geringen Gesamtgewicht unterordnet. Trek nennt diese Sorte 500 Series OCLV Carbon. Sie genügt auf alle Fälle, um ein E-Rennrad mit Mittelmotor knapp elf Kilogramm wiegen zu lassen. Und selbst dabei denkt der Hersteller an Anschraubpunkte für Schutzbleche und am Oberrohr für kleine Gepäcktaschen.
5. Trek setzt neuerdings auf TQ HPR40
Um massiv Gewicht an einem E-Bike zu sparen, führt erfahrungsgemäß jedoch kein Weg an Komponenten wie dem E-Bike-Motor und dem E-Bike-Akku vorbei. Das weiß Trek natürlich bestens. Deshalb ist der Wechsel bei dem E-Bike-System sicher ein Ausdruck für den Wunsch nach einem möglichst geringen Gesamtgewicht. Während beim Vorgänger noch ein TQ HPR60 zum Einsatz kam, fällt bei der Modellreihe für die Saison 2027 die Entscheidung auf einen TQ HPR40. Das bedeutet rund 750 Gramm weniger Masse. Gleichzeitig sinken das Drehmoment auf 40 Newtonmeter sowie Nenndauerleistung und Spitzenleistung auf jeweils 200 Watt.
Ob diese Rechnung aus eurer Sicht aufgeht, könnt nur ihr selbst entscheiden. Mit dem geringeren Gewicht rückt das Fahrverhalten des E-Bikes definitiv näher an das eines Rennrades ohne Motorunterstützung heran. Es wird spritziger beim Antreten, im Wiegetritt oder beim Umlegen in schnell aufeinanderfolgenden Kurven mit wechselnden Richtungen. Andererseits geht ihm ein merklicher Teil seiner Motorpower ab.

Mit einem cleveren Kniff fängt Trek dieses Manko ein wenig auf. Und zwar könnt ihr erstmals die Unterstützung des TQ HPR40 auf 200 Prozent erhöhen. Der Hersteller liefert die Modelle mit 150 Prozent Unterstützung aus. In der App von TQ lässt sich der Wert dann auf 200 Prozent steigern.

6. Größe des Akkus wählbar
Über die Akkulösung hat Trek ebenfalls intensiv nachgedacht. Das Ergebnis der Überlegungen hat durchaus einen gewissen Charme. Auf den ersten Blick bleibt alles wie gehabt. Der Akku von TQ mit einer Kapazität von 360 Wattstunden steckt fest verbaut im Unterrohr. Zusammen mit dem sparsameren Mittelmotor soll diese Kombination bereits Reichweiten von maximal 110 Kilometer ermöglichen.
Wer von vorherein das Gefühl hat, dies passt nicht optimal zu den eigenen Anforderungen, kann alternativ im Rahmen von Treks Konfigurationsprogramm Project One den 580 Wattstunden fassenden Akku auswählen. Das kostet zwar einiges mehr. Dafür vergrößert sich aber auch die Reichweite auf potenziell rund 185 Kilometer. Und die Option zur Erweiterung mit einem Range Extender und dessen zusätzliche 180 Wattstunden bleibt in beiden Fällen.

7. Modellreihe bietet Trek Domane+ Sl in drei Ausstattungen
Für welche Variante der Akkus ihr euch entscheidet, hängt vielleicht auch davon ab, wie viel Geld ihr grundsätzlich für ein solch hochwertiges E-Rennrad ausgeben möchtet. Trek hat drei verschiedene Ausführungen des Domane+ SL erstellt – das Trek Domane+ SL 9 AXS, das Trek Domane+ SL 7 AXS, und das Trek Domane+ SL 6 AXS. Abhängig von der Ausstattung sinkt der Preis von 8.999 Euro für das Topmodell über 7.499 Euro für das SL7 bis auf 5.949 Euro für das Einstiegsmodell. Laufradsätze aus Carbon, die verschiedenen elektronischen Schaltungen von Sram sowie die Bremsen sorgen für die entsprechende Abstufung. Allen gemeinsam dagegen ist die serienmäßige Beleuchtung, die vom E-Bike-Akku mit Strom versorgt wird.
Trek Domane+ SL 2027 im Überblick
- Modelle: Trek Domane+ SL 9 AXS, Trek Domane+ SL 7 AXS, Trek Domane+ SL 6 AXS
- Rahmen: 500 Series OCLV Carbon
- Rahmengrößen: XS, S, M, ML, L, XL
- Gabel: Carbon
- Motor: TQ HPR40
- Akku: TQ 360 Wh
- Display: TQ LED Display
- Bedieneinheiten: TQ Buttons
- Antrieb: Sram Red XPLR eTap AXS, Sram Force XPLR AXS, Sram Rival XPLR AXS
- Bremsen: Sram
- Gewicht: ab 11,1 kg bei Rahmengröße ML
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 125 kg
- Farben: Matt Deep Smoke, Serpentine, Mother of Pearl/Silver Marble, Navy Smoke/Trek White
- Preise: ab 5.949 Euro
Bilder: Trek Bicycle Corporation















