Kompakt, vielseitig und belastbar. Dieser Anspruch wohnt traditionell allen E-Bikes von Tern inne. Ganz explizit gilt dies jedoch für das HSD. Es ist die erste Wahl des taiwanesischen Herstellers für Menschen, die lediglich ein Kind statt zweien mit dem Fahrrad im Alltag von A nach B befördern möchten. Zur Saison 2027 erhält das Modell eine umfassende Überarbeitung.
1. Am neuen Tern GSD gilt: Größer ist besser
2. Höherer Lenker verspricht angenehmeres Fahren
3. Tern HSD künftig mit Bosch Performance Lune PX
4. Kompaktes E-Cargobike setzt Diebe elektronische Intelligenz entgegen
5. Topmodell vom Tern HSD dank Nabenschaltung von 3X3 nahezu wartungsfrei
6. Motoren und Schaltsysteme trennen weitere Modelle voneinander
7. Neues Tern HSD bedeutet gleichzeitig neues Zubehör
1. Am neuen Tern GSD gilt: Größer ist besser
Vieles dreht sich bei Tern erfahrungsgemäß um den Verkaufsschlager, das GSD. Ein netter Nebeneffekt davon ist die Tatsache, dass etliche Details, die sich dort bewährt haben, über kurz oder lang an anderen Modellen im Sortiment erscheinen. Der jüngste Beweis dafür ist das neue HSD. In seiner inzwischen dritten Auflage zeichnet es wichtige Veränderungen nach, die sich bereits vor einem Jahr am damals verbesserten GSD fanden.
Eine Gemeinsamkeit ist zum Beispiel die Arbeit am Rahmen des neuen Tern HSD. Dessen neue Geometrie folgt genau der Richtung, die bereits das GSD vorgab. Konkret bedeutet dies, dass der Hersteller vor allem zwei Dinge tut: den Schwerpunkt des E-Bikes absenken und parallel dazu den Radstand verlängern. Beide Maßnahmen sollen die Stabilität vor allem während der Fahrt mit einem stark beladenen HSD erhöhen und euch mehr Kontrolle beim Manövrieren verschaffen. Genaue Zahlen zu den Veränderungen nennt Tern nicht. Fest steht lediglich, dass das kompakte E-Cargobike nun in seiner gesamten Länge 174 Zentimeter misst. Zum Vergleich: Ein herkömmliches City-E-Bike wie das Lemmo One Collab.Ride fällt in der Rahmengröße L gerade einmal zwei Zentimeter kürzer aus.
Bezogen auf die Länge dürfte der Unterschied zwischen dritter und zweiter Generation des HSD alles in allem überschaubar sein. Dies legen die nahezu identischen Faltmaße nahe. Länge, Breite und Höhe betragen beim Neuling 166 Zentimeter, 42 Zentimeter und 87 Zentimeter. Beim Vorgänger waren es 165 Zentimeter, 39,5 Zentimeter sowie 87 Zentimeter. Wer also bislang sein Tern HSD nach dem Umklappen der Lenksäule etwa im Kofferraum des Autos verstauen konnte, wird dies auch mit der neuen Version tun können.

2. Höherer Lenker verspricht angenehmeres Fahren
Apropos Lenksäule. Die hat Tern ebenfalls länger ausgeführt als früher. In der Folge gelangt der Lenker weiter nach oben. Damit können größer gewachsene Menschen leichter eine aufrechte Sitzposition erlangen. In der Vergangenheit waren manche von euch vielleicht gezwungen, den für Tern charakteristischen Andros-Vorbau etwas zweckentfremdet für eine größere Lenkerhöhe zu nutzen. Nun kann er wieder öfter seinem eigentlichen Zweck dienen – nämlich euch das Finden des optimalen Abstandes zwischen Lenker und Sattel zu erleichtern.
Mehr Körperlänge geht oftmals einher mit einem größeren Körpergewicht. Um hier für einen größeren Toleranzbereich zu sorgen, greift der Hersteller auf ein weiteres Detail vom GSD zurück. Gemeint ist dessen Sitzrohr. Das besitzt einen größeren Durchmesser und erlaubt den Einsatz von stabileren Sattelstützen. Im Rahmen des neuen HSD integriert führt es dazu, dass der Hersteller das maximal freigegebene Gewicht der Fahrenden von 120 Kilogramm auf jetzt 130 Kilogramm erhöhen kann. Im selben Zuge steigt das maximal zulässige Gesamtgewicht des E-Bikes von 180 Kilogramm auf 190 Kilogramm.

Aufgrund der höheren Zuladung und des robusteren Rahmens macht das Tern HSD eher einen Schritt näher heran an das Tern GSD und etwas weiter weg vom ähnlich großen, aber leichteren und nicht ganz so belastbarem Tern Quick Haul. Auf den ersten Blick passt der Hersteller auch alle nötigen Details an diese leichte konzeptionelle Veränderung an. Beim genaueren Hinsehen stolpern wir ein wenig über den gewählten Zweibeinständer. Bei diesem handelt es sich unverändert um den Ursus. Vor dem Hintergrund, dass Tern vieles unternommen hat, um euch mehr Kapazität beim Beladen des HSD zu verschaffen, wäre ein Wechsel auf den stabileren Atlas-Ständer vom GSD aus unserer Sicht vorteilhafter gewesen. Gerade wenn ihr die maximale Zuladung von 80 Kilogramm auf dem hinteren Gepäckträger ausnutzen wollt. Beim Be- und Entladen oder auch beim Auf- und Absteigen von Passagieren mit dem entsprechenden Körpergewicht kommt es schließlich darauf an, das Bike richtig sicher abstellen zu können.

3. Tern HSD künftig mit Bosch Performance Lune PX
Wie erwartet, liegt das zweite Augenmerk des Herstellers auf der Aktualisierung der E-Antriebe. Seit der Vorstellung des HSD der zweiten Generation sind drei Jahre vergangen. In der Zwischenzeit hat es bei Terns langjährigen Motorpartner Bosch zahlreiche Updates gegeben. Verständlicherweise seht ihr davon einige nun am neuen HSD.
Zu den Neuerungen gehört der Wechsel auf den Bosch Performance Line PX am hochwertigsten Modell, dem Tern HSD S9i. Vor allem nach dem Performance Upgrade 2.0 erscheint die Entscheidung absolut nachvollziehbar. Angesichts eines Drehmoments von 90 Newtonmeter, einer Spitzenleistung von 700 Watt sowie einer Unterstützung von bis zu 600 Prozent wird deutlich, warum dieser Mittelmotor selbst einem solchen kompakten E-Lastenfahrrad gut zu Gesicht steht. Hier ist jederzeit ausreichend Power vorhanden, um sowohl die rund 29 Kilogramm des Modells als auch das übrige Gewicht zuverlässig selbst an Anstiegen anzuschieben. Unter Umständen ist genau dies der Grund, bei einem späteren Kauf die 6.699 Euro für das Topmodell der Serie zu investieren.
In den weiteren drei in Deutschland erhältlichen Ausführungen Tern HSD P00, Tern HSD P5i und Tern HSD P10e steckt dagegen der aktuelle Bosch Performance Line drin. Dessen Leistungsvermögen gestaltet sich deutlich übersichtlicher. Das Drehmoment von 75 Newtonmeter, eine Spitzenleistung von 600 Watt sowie eine Unterstützung von bis zu 340 Prozent genügen dennoch sicher auf überwiegend flachem Terrain und für den Fall, dass ihr das E-Bike meist nur moderat beladet.
Da beide Mittelmotoren sich eher mit weniger Strom begnügen, geht das Festhalten am Bosch PowerPack 545 als E-Bike-Akku in Ordnung. Reichweiten von 50 Kilometer und mehr lassen sich damit auch anspruchsvollen Bedingungen im Alltag erreichen.

4. Kompaktes E-Cargobike setzt Diebe elektronische Intelligenz entgegen
Je nach Modell und dazugehöriger Ausstattung bringen die E-Bike-Systeme Funktionen mit, die das Smart System von Bosch merklich von vielen Mitbewerbern abheben. Deutlich wird das in erster Linie, wenn es um den Diebstahlschutz für das Bike und dessen Komponenten geht. Mit Battery Lock wird zum Beispiel das Entwenden des Akkus für Diebe unattraktiv, weil er sich nach dem Diebstahl nicht mehr verwenden lässt. Zum elektronischen Sperren des E-Bikes genügt das Abnehmen des Bosch Kiox 300. Und eBike Alarm sorgt zusammen mit dem GPS-Tracker Bosch ConnectModule dafür, dass erstens Diebe akustisch von einem Diebstahl abgehalten werden und zweitens, sich ein gestohlenes HSD langzeitig orten lässt, was die Wiederbeschaffung durch die ermittelnden Behörden deutlich erleichtert.

5. Topmodell vom Tern HSD dank Nabenschaltung von 3X3 nahezu wartungsfrei
Sowohl an dieser Stelle als auch bei der Frage des verbauten Schaltsystems kommt es allerdings entscheidend darauf an, über welches Modell wir reden. Am attraktivsten erscheint – welch Wunder – die teuerste Ausführung vom HSD. Als Argument klang bereits der Bosch Performance Line PX an. Zudem ist es das einzige Modell mit einem serienmäßig integrierten Bosch ConnectModule und dem abnehmbaren Display Kiox 300. Sein vielleicht größter Trumpf findet sich jedoch im Hinterrad. Gemeint ist die Nabenschaltung. Erstmals greift Tern auf die 3X3 Nine mit ihrer enormen Übersetzungsbandbreite von 554 Prozent zurück. Nicht zu vergessen, das Versprechen von 3X3, dass diese Schaltnabe ihr gesamtes Leben als Hinterradnabe ohne eine einzige Wartung übersteht. Und lässt sie sich dank Bosch eShift auch noch elektronisch und automatisch schalten. Ihr legt in der Bosch eBike Flow App lediglich die Trittfrequenz fest, in der ihr am liebsten fahren möchtet. Den Rest übernehmen die Schaltung und das E-Bike-System. Zusammen mit dem Carbonriemen von Gates ergibt dies einen Antriebsstrang, um den ihr euch so gut wie nicht mehr kümmern müsst.

6. Motoren und Schaltsysteme trennen weitere Modelle voneinander
Wer die Idee der Nabenschaltung mag, am Gesamtpreis aber sparen möchte, hat zwei Alternativen. Für 5.399 Euro erhaltet ihr das Tern HSD P00 mit einen stufenlosen Enviolo Heavy Duty. Deren Übersetzungsbandbreite beträgt jedoch lediglich 380 Prozent. Dafür seit ihr nicht an neun fest definierte Gänge wie bei der Nine von 3X3 gebunden. Allerdings funktioniert das Schalten hier ausschließlich über den Drehgriff am Lenker.
Gleiches gilt für das Tern HSD P5i. In dem Falle stehen euch jedoch nur noch fünf Gänge zur Verfügung, die auch nur eine Bandbreite von 268 Prozent abdecken. Analog zum Tern HSD P00 ersetzt ein Bosch Purion 200 die Kombination aus Bosch Kiox 300 und Bosch LED Remote. Dafür sinkt der Preis abermals auf dann 4.999 Euro.
Hat es euch die dagegen besonders das elektronische und automatische Schalten angetan, könnte das Tern HSD P10e etwas für euch sein. Hier gibt es die eShift-Technologie von Bosch zusammen mit einer Kettenschaltung von TRP. Tern kombiniert das TRP-Schaltwerk mit einer Linkglide-Kassette von Shimano mit zehn Gängen. Die Bandbreite dieser Lösung liegt mit 354 Prozent knapp über der Variante mit der Enviolo Heavy Duty. Wie ihr den zusätzlichen Pflegeaufwand der Kettenschaltung mit dem Preis für das Modell von 4.999 Euro verrechnet, müsst ihr selbst entscheiden. 😉
Wichtig zu wissen: Gegenüber den anderen Ausstattungen besitzt das Topmodell noch weitere exklusive Vorteile. Nur hier dämpft zum Beispiel eine gefederte Sattelstütze die Erschütterungen während der Fahrt. Die Federgabel fällt aufgrund größerer Tauchrohre ebenfalls robuster aus. Und mit den Magura MT4 erhaltet ihr die hochwertigsten Bremsen, die Tern bei dieser Modellreihe verbaut.
7. Neues Tern HSD bedeutet gleichzeitig neues Zubehör
Einen Großteil seiner Popularität verdankt Tern neben seinen E-Bikes dem reichhaltigen Zubehör, dass der Hersteller stets anbietet. Auch für das überarbeitete HSD erscheinen neue oder verbesserte Artikel. Zu den Neuheiten zählt unter anderem der Clubhouse Mini. Dieser Aufsatz für den hinteren Gepäckträger bietet eine Ladefläche, auf der sich wahlweise ein Sitzkissen für einen Passagier oder ein Kindersitz montieren lassen. Das Ganze wird von einer Reling begrenzt. Diese lässt sich nun auf der linken Seite öffnen. Dadurch müssen Kinder oder Erwachsene nicht länger über die Reling klettern, um Platznehmen zu können.

Passend zur Combo Mount am Steuerrohr gibt es eine erstmals eine komplett verschließbare Transportbox aus Kunststoff. Die Hardshell Hauler bietet ein Volumen von 26 Liter und kann mit einem Gewicht von 15 Kilogramm beladen werden. Dank ihrer Wasserfestigkeit und dem integrierten Zahlenschloss eröffnen sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten.

Ganz neu im Sortiment finden sich kleine Trittbretter namens Sidekick Footrests. Passagiere können darauf ihre Füße während der Fahrt abstellen. Oder aber ihr benutzt die Bretter als Auflagefläche für Transportgut, das ihr seitlich am Gepäckträger mit Gurten befestigt.

Von der wasserdichten Storm Box Mini, deren neuer Plane Cargo Lid Mini, über den Sonnenschutz Sun Shield Mini und den Regenschutz Rain Shield Mini setzt sich die Liste mindestens bis zur verbesserten kurzen Sitzbank Captain’s Chair fort. Vielleicht ist uns sogar noch etwas durchgerutscht. Mit Sicherheit versteht ihr jetzt aber besser, was wir eingangs des Abschnittes mit „reichhaltigem Zubehör“ gemeint haben. 😉
Neues Zubehör für das Tern HSD 2027
Laut unserer Informationen sollen sowohl das HSD als auch das erwähnte Zubehör ab September 2026 erhältlich sein.
Tern HSD für die Saison 2027 im Überblick
- Varianten: Tern HSD S9i, Tern HSD P00, Tern HSD P5i, Tern HSD P10e
- Rahmen: Aluminium
- Rahmengröße: One size
- Empfohlene Körpergröße: 150 cm bis 205 cm
- Federgabel: SR Suntour custom
- Motor: Bosch Performance Line PX, Bosch Performance Line
- Akku: Bosch PowerPack 545
- Display: Bosch Kiox 300, Bosch Purion 200
- Bedieneinheit: Bosch LED Remote
- Antrieb: 3X3 Nine, Enviolo Heavy Duty, Shimano Nexus Inter-5E, TRP E.A.S.I. A10
- Bremsen: Magura MT4, Magura hydraulic
- Gewicht: ab 28,1 kg
- Maximales Fahrergewicht: 130 kg
- Maximale Zuladung Gepäckträger hinten: 80 kg
- Maximale Zuladung Gepäckträger vorn: 20 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 190 kg
- Farben: Gloss Basalt, Satin Basalt, Satin Black, Satin Sangria, Satin Spruce, Satin Sky Mist
- Preise: ab 4.999 Euro
Bilder: Mobility Holdings Ltd.



















