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Super Bicycles Super Mini: Bei diesem kompakten E-Bike ist nicht nur der Preis super.

E-Bike Super Mini von Super Bicycles

Geht es um den Preis, reagieren manche E-Bike-Hersteller im direkten Gespräch mitunter etwas verlegen. Nicht selten beginnen sie damit, sich für diverse Dinge zu rechtfertigen, was den Eindruck erweckt, als würde sie ihre eigenen Preise als zu hoch empfinden. Das ganze Gegenteil könntet ihr erleben, wenn ihr mal die Gelegenheit zum Austausch mit Super Bicycles haben solltet. Der Hersteller aus Berlin behandelt den Preis seiner E-Bikes als Instrument, um sich vom Wettbewerb abzusetzen. Das gilt auch für sein jüngstes Modell – das Super Bicycles Super Mini.

1. Super Bicycles steht auf kompakte E-Bikes
2. Günstig, aber nicht billig
3. Super Mini mit Bedacht kalkuliert
4. Motorwahl im Sinne langer Haltbarkeit
5. Super Mini als kompaktes E-Bike beim Transport ganz groß
6. Ein Akku, der ins Bild passt
7. Wer könnte auf das Super Bicycles Super Mini abfahren?

1. Super Bicycles steht auf kompakte E-Bikes

Für alle, die Super Bicycles zum ersten Mal lesen, kurz zum Hintergrund. Das Team aus der Hauptstadt startete 2023 mit dem E-Lastenfahrrad Super Mighty. Mit einer Gesamtlänge von lediglich 208 Zentimetern fällt dieses für ein Longjohn verhältnismäßig kurz aus und bietet auf seiner Ladefläche dennoch Raum für zwei hintereinander platzierte Euroboxen. Die Zuladung dort beträgt 70 Kilogramm. Angesichts eines Preises von 2.990 Euro macht Super Bicycles bereits hier deutlich, worin der eigene Ansatz besteht.

Nach einem ähnlichen Muster visiert Super Bicycles mit dem Super Mini nun die nächste Nische an. Die Rede ist von kompakten E-Bikes. Das bedeutet: Einheitsrahmengröße, kürzerer Radstand, Reifengröße von 24 Zoll, 20 Zoll oder noch kleiner, insgesamt nur 160 Zentimeter lang oder kürzer und kein massiver Gepäckträger wie etwa bei einem Longtail. In dieser Liga spielen bislang Bikes wie die von i:SY, das Qio Compact, das Tern NBD, das Cube Compact Hybrid und andere. Allen gemein ist ein Image, das für Menschen im Alter zwischen 20 Jahren und 30 Jahren nicht zwingend attraktiv erscheint. Das Team von Super Bicycles möchte dem bewusst etwas Lockeres, Verspieltes und ein wenig Rebellisches entgegensetzen.

E-Bike Super Mini von Super Bicycles in der Ansicht von links
Mit seiner Länge von 152 Zentimetern hat sich das Super Mini von Super Bicycles die Einordnung unter den kompakten E-Bikes vollauf verdient.

2. Günstig, aber nicht billig

Für den Hersteller gehört dazu unbedingt ein günstigerer Preis. Von den erwähnten Mitbewerbern bekommt ihr keinen für eine Summe von unter 2.500 Euro. Tatsächlich bewegen sich die Preise meist im Bereich zwischen 3.500 Euro und 4.000 Euro. Im Falle des Super Mini beginnt die Spanne dagegen bereits aktuell bei 1.690 Euro – wenn auch komplett ohne Gepäckträger. Für einen vorderen und einen hinteren Träger kämen noch einmal 248 Euro hinzu.

Im Interview mit dem Youtube-Kanal von Rob Rides Cargo Bikes erklärte Geschäftsführer Andreas Kranki, warum Super Bicycles den Preis generell zum Ansatzpunkt für die eigene unternehmerische Strategie auserkoren hat. Er sei zum Beispiel maßgeblich ein zentraler Grund, warum Menschen zwischen 20 Jahren und 30 Jahren seltener Lastenfahrräder fahren würden. Diese Zielgruppe können sich solche Fahrräder schlichtweg oftmals nicht leisten. Genau solchen Gruppen wolle man ein Angebot machen. Den Menschen, für die ein Lastenrad vielleicht das Zweit- oder Drittfahrrad sei. Gleichzeitig trifft Kranki eine klare Unterscheidung. Man wolle günstig sein – jedoch nicht billig.

E-Bike Super Mini von Super Bicycles in der Ansicht von rechts
Das riesige Kettenblatt des Bikes sorgt dafür, dass ihr trotz der kleinen Laufräder jederzeit sportlich unterwegs seid und auf Wunsch in der Ebene einen ordentlichen Speed erreicht.

3. Super Mini mit Bedacht kalkuliert

Wie aber wird ein Bike wie das Super Mini nun derart günstig? Eine Antwort darauf liefert der Rahmen. Das aus gehärtetem 6061er Aluminium gefertigte Modell stammt aus China. Dann gelangt es nach Polen. Dorthin hat Super Bicycles den Großteil der Montage ausgelagert. Auf die Art und Weise würden mehr als 60 Prozent der Wertschöpfung immer noch in Europa geleistet, so Kranki.

Weitere Puzzleteile sind die an der Neuheit montierten Teile und Komponenten. Auf denen lest ihr eben nicht die Namen von Sram und Shimano. Und auch nicht die anderer angesagter Hersteller, die sonst die Ausstattungsliste hochwertiger und zugleich teurer E-Mountainbikes bestimmen. Stattdessen verbaut Super Bicycles eine ähnlich wertige Kettenschaltung mit acht Gängen von Microshift. Die ist vielleicht weniger sexy, arbeitet jedoch ebenso zuverlässig und bietet mindestens die gleiche Lebensdauer. Zu einem Bruchteil der Kosten versteht sich.

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4. Motorwahl im Sinne langer Haltbarkeit

Dennoch diktiert der Preis nicht das komplette Konzept des E-Bikes. Für den Hinterradnabenmotor und gegen einen Mittelmotor hat sich der Hersteller beispielsweise als subjektiver Überzeugung entschieden. Er verweist darauf, dass sich ein Hinterradmotor wie der hier eingesetzte Bafang G021 einfacher zu warten sei als ein Mittelmotor. Viele Teile sind einfacher erreichbar. Zudem werden alle Kabel außen verlegt. Das mag manche von euch ästhetisch nicht befriedigen. In der Werkstatt erweist sich das allerdings schnell als großer Vorteil.

Dadurch, dass beim Hinterradnabenmotor ein Großteil des Vortriebs an der Hinterradachse erzeugt wird, fällt zudem die Belastung für die Kettenschaltung beim Schalten deutlich niedriger aus als bei einem System mit Mittelmotor. Der Antriebsstrang dankt das in aller Regel mit längeren Laufzeiten. Und ja, am Ende kommt noch einmal der Preis ins Spiel. Der hier genutzte Bafang-Motor dürfte einen Bosch Performance Line PX und erst recht einen Bosch Performance Line CX preislich deutlich unterbieten. Das fließt sicher in eine solch Entscheidungsfindung mit ein.

5. Super Mini als kompaktes E-Bike beim Transport ganz groß

Das neue Super Mini von Super Bicycles auf seinen Preis zu reduzieren, wäre aber zu kurz gegriffen. Schließlich merkt man dem Winzling an, dass seine Macher ein Faibel für Lastenräder haben. Trotz des kleinen Rahmens, einer Gesamtlänge von lediglich 152 Zentimeter und der mit 18 Zoll wirklich kleinen Laufräder liegt das maximal zulässige Gesamtgewicht bei 170 Kilogramm. Zieht ihr von dem die 24 Kilogramm für das E-Bike an sich sowie euer eigenes Gewicht ab, bleibt noch eine beachtliche Zahl für die übrige Zuladung stehen.

Vorderer Gepäckträger am E-Bike Super Mini von Super Bicycles
Zusammen mit Spanngurten holt ihr das Maximum aus den 15 Kilogramm heraus, der der vordere Gepäckträger verträgt.

Genau 15 Kilogramm davon könnt ihr maximal auf den optional erhältlichen vorderen Gepäckträger packen. Dessen Ladefläche mit einer Seitenlänge von jeweils 40 Zentimeter bietet ausreichend Platz dafür. Dank seiner MIK-HD-Aufnahme könnt ihr eventuell vorhandene Taschen, Körbe und anderes Zubehör bequem an ihm befestigen.

Den gleichen Komfort bringt der hintere Gepäckträger mit. Wie erwähnt, müsst ihr diesen ebenfalls extra erwerben. Seine Traglast gibt der Hersteller mit 45 Kilogramm an. Zusammen ergibt dies für beide Gepäckträger ein Limit von 60 Kilogramm. Die wollen erst einmal gepackt und bewegt werden.

6. Ein Akku, der ins Bild passt

Apropos bewegen. Wie lange der von Phylion stammende Akku mit seiner Kapazität von 522 Wattstunden den Motor beim Fahren mit Strom versorgen kann, gibt Super Bicycles nicht an. Als Bezugsgröße lässt sich jedoch das Super Mighty heranziehen. Mit dem hat der Hersteller selbst Reichweiten bis zu 65 Kilometer erreicht. Aufgrund des geringeren Gewichts des Super Mini sollte der Wert hier noch etwas höher liegen.

Übrigens, die Akkulösung von Phylion passt erneut zu dem Anforderungsprofil von Super Bicycles. Der chinesische Hersteller gehört zu den größten weltweit, bietet aber ein Preisniveau, das zum Teil deutlich unter dem anderer Anbieter liegt.

Hinterer Gepäckträger am E-Bike Super Mini von Super Bicycles
Für eine Zuladung von beachtlichen 45 Kilogramm its der hintere Gepäckträger freigegeben. Damit dürft ihr darauf auch einen Kindersitz befestigen. Je nachdem, wie weit die Sattelstütze aus dem Rahmen herausragt, könnte das höchstens etwas eng werden.

7. Wer könnte auf das Super Bicycles Super Mini abfahren?

Als sehr kompaktes E-Bike mit nur 152 Zentimeter Länge kommt das Super Mini überall dort infrage, wo diese Eigenschaft von besonderer Bedeutung ist. Klassischerweise gilt das für den Transport, zum Beispiel mit einem Wohnmobil oder Ähnlichem. Aber selbst beim sicheren Abstellen könnte sie zum Tragen kommen.

Zugleich ist das Modell in Relation zu seiner Größe enorm belastbar. Dank der Zuladung von 60 Kilogramm auf den beiden Gepäckträgern geht es beinahe als verkapptes E-Cargobike durch. Zudem könnte das das Super Mini durch das maximale Gewicht von 110 Kilogramm für die Fahrenden ein Kandidat für Menschen mit einem etwas höheren Körpergewicht werden.

Wer die Kompaktheit des Super Mini schätzt, aber das Ganze gern noch eine Nummer kleiner hätte, sollte mal einen Blick auf das Yoonit Micro werfen. Soll dagegen bei eurem E-Bike sich der Vorbau im Winkel verstellen oder der Lenker abklappen lassen, dann läuft es doch wieder auf teurere Modelle wie das Tern NBD hinaus.

Reflektierende Schmutzfänger an den Schutzblechen des E-Bikes Super Mini von Super Bicycles
Berliner Kooperation: Von Fahrer gibt es schicke Schmutzfänger für die Schutzbleche des Super Mini, die sogar das Licht anderer Fahrzeuge reflektieren.

Super Bicycles Super Mini im Überblick

  • Rahmen: 6061 Aluminium
  • Gabel: 25CrMo4 Stahl
  • Motor: Bafang G021
  • Akku: Phylion, 522 Wh
  • Bedieneinheit: Bafang DP E160
  • Antrieb: Microshift Acolyte 8-Gang
  • Bremsen: Tektro HD-T3020
  • Max. Zuladung beim hinteren Gepäckträger: 45 kg
  • Max. Zuladung beim vorderen Gepäckträger: 15 kg
  • Gewicht: 24 kg
  • Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 170 kg
  • Farben: Super Raw, Super Salmon Metallic
  • Preise: ab 1.690 Euro

Bilder: MDMA Solutions GmbH

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