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Neues Scott Strike bleibt auch für 2027 vollgefedertes E-MTB mit großem Wohlfühlfaktor

E-Bike Scott Strike für die Saison 2027

Wer bis vor wenigen Tagen und Wochen in das Sortiment von Scott schaute und dort nach vollgefederten E-Mountainbikes suchte, stieß auf lediglich drei Modellreihen. Für einen derart begeisterten Fan des Mountainbikes, der jahrelang den zehnfachen Weltmeister Nino Schurter mit Bikes ausstattete, klingt das fast etwas wenig. Tatsächlich wartete das Segment in den vergangenen Jahren in der Regel mit vier Namen auf. Zur Saison 2027 kehrt nun Nummer vier zurück. Scott präsentiert sein merklich überarbeitetes Strike.

1. Scott Strike setzt auf Genuss statt Schweiß
2. E-Mountainbike auch nach Überarbeitung mit aufrechter Sitzposition
3. Zahlreiche Anschraubpunkte sorgen für Vielseitigkeit
4. Neue Umsetzung des Dämpfers am Scott Strike für 2027
5. Weniger Technik, mehr Gedanken an Nutzung im Alltag
6. Motorlösung mit Bosch Performance Line CX auf hohem Niveau
7. Sinkende Preise zur Marktanpassung
8. Neues Scott Strike weiterhin mit breiter Auswahl bei Ausstattung und Farben

1. Scott Strike setzt auf Genuss statt Schweiß

Früher hätten Nino Schurter und das Scott Strike nur schwer zueinander gepasst. Als Spezialist für Cross Country war der Schweizer Ausnahmeathlet typischerweise auf Modellen mit weniger Federweg und ohne elektrische Unterstützung unterwegs. Nach dem Ende seiner Karriere als aktiver Profisportler schlägt er aber vielleicht inzwischen eine ruhigere Gangart an. Und dann könnte das Strike doch ins Spiel kommen.

E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Neues Scott Strike für die Saison 2027

Mit seinem Federweg von 150 Millimeter vorn und hinten und dem Full-Power-Motor Bosch Performance Line CX gilt es seit jeher als klassisches Trailbike. Im Vergleich mit den aktuellen Scott Patron und Scott Voltage rückt es jedoch im besten Sinne des Wortes eine gewisse Bequemlichkeit auf dem Fahrrad stärker in den Vordergrund. Sportlichkeit bis ins letzte Prozent überlässt es eher den anderen beiden Fully-E-MTB.

2. E-Mountainbike auch nach Überarbeitung mit aufrechter Sitzposition

Allerdings fallen die Unterschiede weniger deutlich auf als früher. Am neuen Scott Strike zeichnet sich der Lenker im Vergleich zum Patron zum Beispiel durch einen flacheren Rise aus. Die Reifenwahl fällt mit den Maxxis Forekaster genauso geländetauglich aus. Ein stärker gepolsterter Sattel und ergonomischen Griffe mit Stützflächen für den Handballen zielen dagegen weiterhin auf den Genussradler statt den Spitzensportler ab.

Dass Scott an der grundsätzlichen Ausrichtung des Strike festhält, zeigt sich am deutlichsten am neuen Rahmen des Modells. Mit seinem stark abfallenden Oberrohr grenzt er sich auffällig vom Vorgängermodell ab. Gleichzeitig bleibt die Sitzposition für ein vollgefedertes E-Mountainbike verhältnismäßig aufrecht. Die hohen Werte für den Stack belegen in der Rahmengeometrie, wie hoch die Front des Bikes kommt. Zusammen mit einem eher kleinen Reach, also dem Abstand von der Mitte des Tretlagers bis zur Mitte des Steuerrohrs, richtet das den Oberkörper auf, wenn ihr auf dem E-Bike Platz nehmt.

Darstellung der Unterschiede zwischen einer aufrechteren und einer stärker gestreckten Sitzposition auf einem E-Mountainbike
Auf dem Scott Strike ähnelt eure Sitzposition eher der in blau dargestellten entspannteren Variante.

3. Zahlreiche Anschraubpunkte sorgen für Vielseitigkeit

Beim Rahmenmaterial setzt der Hersteller weiter auf Aluminium. Im Rahmen finden sich erneut alle nötigen Anschraubpunkte für Schutzbleche, Gepäckträger und Seitenständer. Wer möchte, kann mithilfe solchen Zubehörs das Scott Strike auch in ein vollgefedertes enorm potentes Trekking-E-Bike verwandeln. Zumal im Rahmeninneren bereits die Kabel für die Beleuchtung verlegt sind. Am Hinterrad ist daran bereits der kleine Fender mit den beiden Rücklichtern angeschlossen und montiert. Für das Frontlicht bräuchtet ihr nur noch die passende Lampe aussuchen. Der Anbau sollte dann entsprechend einfach sein.

Kleines Schutzblech mit integrierten Rücklichtern am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Typisch für das Strike ist das kleine Schutzblech mit den beiden integrierten Rücklichtern.

4. Neue Umsetzung des Dämpfers am Scott Strike für 2027

Was ist noch neu? Oh ja, am Erkennungsmerkmal, dem integrierten Dämpfer, hat Scott gearbeitet. Im Strike für die Saison 2027 ist der nur noch ansatzweise integriert. Dank der neuen Konstruktion dieses Teils des Rahmens seht ihr den Dämpfer wieder komplett und nicht etwa teilweise oder komplett hinter einer Abdeckung versteckt. Damit lässt er sich jetzt bequemer erreichen und vor allem einstellen. Aus unserer Sicht geht Scott hier einen lobenswerten Weg hin zu besserer Handhabbarkeit im Alltag. Klar, das Design hebt sich an der Stelle nicht mehr so auffällig vom Wettbewerb ab wie zuvor. Dafür gewinnt die Praktikabilität deutlich hinzu.

Dämpfer für den Hinterbau am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Das Sitzrohr umschließt den unteren Teil des Dämpfers und schützt ihn so im Falle eines Sturzes von Schäden.

Zudem wird der Dämpfer jetzt am Tretlager abgestützt und federt wieder eher vertikal ein. Bei der zur Saison 2023 vorgestellten dritten Generation des Scott Strike eRide mit dem vollintegrierten Dämpfer diente noch das Oberrohr zur Abstützung. Zumindest galt das für die Modelle mit dem Zusatz „Evo“ im Namen. Vermutlich hat vor allem die geänderte Lage des Dämpfers und die damit einhergehende Verschiebung des Schwerpunktes des E-Bikes mittig nach unten zur Entscheidung seitens Scott beigetragen. Im Grunde sind wir jetzt wieder bei einem Design angelangt, das stark dem Scott Strike aus dem Jahre 2022 ähnelt.

E-Bike Scott Strike eRide 900 Evo für die Saison 2023
Scott Strike eRide 900 Evo aus der Saison 2023
E-Bike Scott Strike eRide 940 für die Saison 2023
Scott Strike eRide 940 aus der Saison 2023

5. Weniger Technik, mehr Gedanken an Nutzung im Alltag

Künftig wird der Hersteller jedoch auf Systeme wie TwinLoc oder TracLoc beim Scott Strike verzichten. Überraschend kommt dies nicht. Schon beim aktuellen Patron hat er sich davon verabschiedet. Das stufenweise beziehungsweise komplette Blockieren von Dämpfer und Federung gleichzeitig während der Fahrt oder aber nur vom Dämpfer entfällt damit.

Ein neues Detail am Rahmen sind dagegen zusätzliche Anschraubpunkte am Oberrohr für Zubehör. Gerade für kleine Taschen oder Fahrradschlösser könnten das geeignete Stellen sein.

Teil des Rahmens vom E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Der mittlere Teil des Aluminiumrahmens macht gewöhnlich ungefähr die Hälfte des Rahmengewichts aus. Scott fertigt ihn aus einem Stück.

Zum besseren Umgang im Alltag gehört für uns auch die Tatsache, dass die Kabel nicht mehr ausnahmslos am Steuerrohr intern durch die Spacer und den Steuersatz geführt werden. Alle, die regelmäßig am Bike bauen und währenddessen an die Kabel heranmüssen, wissen, wie friemelig dies werden kann. Stattdessen geht Scott jetzt unterschiedlich mit Kabeln für die Mechanik und denen für die Elektronik um. Erstgenannte treten am Strike schon früher aus dem Unterrohr heraus, was den Service deutlich vereinfacht. Durch den Steuersatz verlaufen ausschließlich noch diejenigen für die Elektronik.

Cockpit am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Die beiden teureren Modelle der Reihe, das Scott Strike 10 und das Scott Strike 20, besitzen das neue Display Intuvia 200 von Bosch.

6. Motorlösung mit Bosch Performance Line CX auf hohem Niveau

Bezogen auf den Antrieb bleibt sich Scott seiner Linie und der Nähe zu Bosch treu. Am 2027er Strike verbaut der Hersteller erneut den Bosch Performance Line CX. Das E-Bike-System kommt mit allen zuletzt erschienene Updates. Bedeutet, das Plus an Motorpower vom Performance Upgrade 2.0 aus dem Frühjahr ist bereits standardmäßig eingespielt. Ihr könnt euch also auf eine Spitzenleistung von maximal 750 Watt, ein Drehmoment von 120 Newtonmetern und eine Unterstützung von 600 Prozent gefasst machen. Oder die Werte auf das euch angenehme Niveau in der Bosch eBike Flow App absenken – separat für jede Unterstützungsstufe.

Motor Bosch Performance Line CX am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Mittelmotor Bosch Performance Line CX am neuen Scott Strike
Motorcover für den Bosch Performance Line CX am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Massives Motorcover mit zusätzlichen Belüftungsschlitzen

Gut gelöst ist zudem die neue Entnahme des im Unterrohr integrierten Akkus. Dieser lässt sich jetzt nach unten aus dem Rahmen entnehmen. Bei den früheren Evo-Modellen musste der noch nach dem Abschrauben einer Klappe nach unten aus dem Rahmen herausgezogen werden. War gerade kein Montageständer zur Hand, half es dafür eigentlich nur, das E-Bike auf die Seite zu legen. Stellte sich im Alltag genauso nervig und kompliziert dar, wie es klingt.

Aus dem Unterrohr herausnehmbarer Akku am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Aus dem Unterrohr herausnehmbarer Akku
Cover des aus dem Unterrohr herausnehmbaren Akkus am E-Bike Scott Strike für die Saison 2027
Magnetisch schließendes Akkucover

7. Sinkende Preise zur Marktanpassung

Vom neuen Scott Strike erscheinen insgesamt vier verschiedene Ausstattungen: das Scott Strike 10, das Scott Strike 20, das Scott Strike 30 sowie das Scott Strike 40. Sowohl das Topmodell Scott Strike 10 als auch das Einstiegsmodell Scott Strike 40 gibt es in jeweils zwei unterschiedlichen Lackierungen. Beim Scott Strike 20 reicht es nur zu einer einzigen, während ihr beim Scott Strike 30 zwischen drei Farbvarianten auswählen könnt.

Preislich spielt sich das in einem Bereich von 5.799 Euro bis 4.199 Euro ab. Damit hat Scott hier etwas nachgesteuert. Zum Vergleich: Bei der Einführung der Scott Strike Evo-Modelle zur Saison 2023 kostete das Scott Strike eRide 910 Evo als teuerstes Modell mit einem Aluminiumrahmen 6.599 Euro. Im günstigsten Fall wurden für das Scott Strike Evo eRide 940 damals 4.599 Euro fällig. Gleichzeitig wird klar, dass auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten mit einem in der Branche teils notgedrungen ausgetragenen Rabattmarathon und neu erwachsener Konkurrenz aus China Scott nicht die Marke sein wird, bei der ihr das ultimative Schnäppchen schießen werdet.

Banner E-Mountainbikes

Beweis gefällig? Nun, zum Beispiel findet sich in der gesamten Modellreihe keine einzige Ausstattung mit einer elektronischen Schaltung. Ein Hersteller wie Amflow bietet selbst vom günstigeren Amflow PR Carbon von vornherein ausschließlich Ausführungen mit elektronischen Schaltungen an. Samt Rahmen aus Carbon. Samt nahezu identischem Federungssystem. Für rund 4.500 Euro. Ja, der Vergleich ist unfair, weil beide Hersteller mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in den Wettbewerb starten. Nichtsdestotrotz sieht so die Realität am Markt aus.

8. Neues Scott Strike weiterhin mit breiter Auswahl bei Ausstattung und Farben

Unabhängig von diesem Aspekt sprechen wir beim neuen Scott Strike von einem tollen E-Bike. Die Abstufung innerhalb der Reihe spiegelt sich in Unterschieden bezogen auf den E-Antrieb, das Federungssystem, die Schaltung und die Bremsen wider. Am Scott Strike 10 verbaut der Hersteller zum Beispiel mit der Fox 36 Rhythm Federgabel und dem Fox Float Rhythm LV Evol die hochwertigste Federung. Schaltung und Bremsen stammen von Shimanos Deore XT-Gruppe. Bosch PowerTube 800 und Bosch Intuvia 200 komplettieren das E-Bike-System.

E-Bike Scott Strike 10 in der Farbe Black für die Saison 2027
Scott Strike 10 in der Farbe Black für die Saison 2027
E-Bike Scott Strike 10 in der Farbe Paradise Green für die Saison 2027
Scott Strike 10 in der Farbe Paradise Green für die Saison 2027

Für 400 Euro weniger erhaltet ihr beim Scott Strike 20 Bremsen und Schaltung auf Deore-Niveau. Aus der Fox 36 Rhythm wird eine Fox AWL HD Sport. Davon abgesehen ändert sich nichts weiter. Bis auf die Tatsache, dass ihr hier eine Vorliebe für ein mattes Weiß namens Foggy Grey mitbringen müsst. Wie gesagt, farbliche Alternativen fehlen an der Stelle.

E-Bike Scott Strike 20 in der Farbe Foggy Grey für die Saison 2027
Scott Strike 20 in der Farbe Foggy Grey für die Saison 2027

Für eine Summe von 4.999 Euro ersetzt Scott am Strike 30 das Federungssystem durch Komponenten von Rockshox und Xfusion. Abgesehen vom Bosch Purion 200 deckt sich ansonsten die übrige Ausstattung mit der vom Strike 20. Black, Mist Blue und Peach Pink sind drei sehr unterschiedliche Farbtöne, mit denen dieses Modell bei den optischen Vorlieben ein breites Spektrum bedient.

E-Bike Scott Strike 30 in der Farbe Mist Blue für die Saison 2027
Scott Strike 30 in der Farbe Mist Blue für die Saison 2027
E-Bike Scott Strike 30 in der Farbe Black für die Saison 2027
Scott Strike 30 in der Farbe Black für die Saison 2027
E-Bike Scott Strike 30 in der Farbe Peach Pink für die Saison 2027
Scott Strike 30 in der Farbe Peach Pink für die Saison 2027

Gerade noch einmal mit dem Blick auf das Scott Strike 10 wird der Abstand zum Scott Strike 40 deutlich. Das beginnt bei der Federgabel und dem Dämpfer von SR Suntour, die den Einstiegsbereich klar erkennbar machen. Zur Bedieneinheit Bosch Purion 200 mit dem kleinen Display kommt noch der kleinere Akku Bosch PowerTube 720 hinzu. Selbst bei den Reifen geht es einen kleinen Schritt abwärts. Zwar kommen auch hier Maxxis Forekaster zum Einsatz. Allerdings nur noch in einer Breite von 2,4 Zoll statt 2,6 Zoll. Im Ergebnis sinkt der Preis auf die erwähnten 4.199 Euro.

E-Bike Scott Strike 40 in der Farbe Pearl White für die Saison 2027
Scott Strike 40 in der Farbe Pearl White für die Saison 2027
E-Bike Scott Strike 40 in der Farbe Quarry Grey für die Saison 2027
Scott Strike 40 in der Farbe Quarry Grey für die Saison 2027

Scott Strike für 2027 im Überblick

  • Modelle: Scott Strike 10, Scott Strike 20, Scott Strike 30, Scott Strike 40
  • Rahmen: Aluminium
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL
  • Federgabel: Fox 36 Rhythm, Fox AWL HD Sport, RockShox Psylo Silver RC Air, SR Suntour SF26-XCR 36X
  • Dämpfer: Fox Float Rhythm LV Evol, X-Fusion O2 Trunnion PRO RL, SR Suntour Edge X
  • Motor: Bosch Performance Line CX
  • Akku: Bosch PowerTube 800, Bosch PowerTube 720
  • Display: Bosch Intuvia 200, Bosch Purion 200
  • Bedieneinheit: Bosch Mini Remote
  • Antrieb: Shimano XT, Shimano Deore, Shimano Deore
  • Bremsen: Shimano XT, Shimano Deore, Shimano MT620, Shimano MT420
  • Gewicht: ab ca. 24,8 kg
  • Maximal zulässiges Gesamtgewicht: n.a.
  • Farben: Black, Paradise Green, Foggy Grey, Mist Blue, Peach Pink, Quarry Grey
  • Preise: ab 4.199 Euro

Im Beitrag erwähnte Produkte

Bilder: Scott Sports SA; Bosch eBike Systems

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