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E-Lastenfahrrad Rytle MovR3

E-Lastenfahrrad Rytle MovR3: Sogar eine Hebebühne gleich dabei

Vor etwas mehr als vier Jahren präsentierte Rytle die erste Version seines E-Lastenfahrrades MovR. Nun ist das dreirädrige Gefährt mit der Kabine gründlich überarbeitet worden. Und im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern auf dem Markt, vertraut das Unternehmen aus Bremen dabei noch auf verhältnismäßig viele Fahrradkomponenten.

E-Lastenfahrrad Rytle MovR3

Rytle MovR3

Innerhalb der E-Lastenfahrräder sind die Modelle mit drei oder vier Rädern, einer Überdachung für die Fahrenden sowie der Option zum Aufnehmen großer Transportboxen einer der sichtbaren Trends der vergangenen Jahre. Bei der Lieferung an private und gewerbliche Kunden übernehmen Bikes von Citkar, Onomotion, Mubea oder EAV zum Beispiel für zahlreiche namhafte Logistikunternehmen inzwischen die finale Strecke in den Innenstädten Deutschlands. Mit ihrem Aussehen ähneln sie eher Autos als Fahrräder. Das setzt sich im Fahrzeuginneren mit Lenkrädern, Sitzen mit Rückenlehnen oder bei seriellen Antrieben mit Generatoren und Motoren fort.

Jede Menge Fahrrad-Gene

Am neuen Rytle MovR3 bleibt euch dagegen das klassische Fahrrad-Feeling erhalten. Zumindest teilweise. Die Hände ruhen auf einem Fahrradlenker. Von dessen Griffen aus lässt sich wie gewohnt mit fahrradtypischen Bremsgriffen und Schalthebeln operieren. Ihr sitzt auf einem handelsüblichen Fahrradsattel, während eine gefederte Parallelogramm-Sattelstütze möglichst viele Unebenheiten der Straße dämpft.

Schon der Vorgänger, das MovR, war ein Cargobike, unter dessen großer Haube die Idee eines Fahrrades sehr wohl durchschien. Davon hat sich Rytle auch jetzt nicht verabschiedet. Vielmehr feilte der Hersteller an beiden Seiten des Charakters des MovR. So plädierten etliche der bisherigen Nutzer dem Vernehmen nach für einen beidseitigen Einstieg in die Fahrkabine. Zuvor war dieser nur auf einer Seite vorgesehen, wahlweise links oder rechts.

Modernerer Auftritt

Der Eintritt in das MovR3 hat fast etwas vom Durchschreiten eines Torbogens. An den Seiten formt die überarbeitete Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff große, runde Öffnungen. Der Kreis findet sich zudem in der Rückwand als Fenster wieder. Durch die fließenden Linien strahlt die neu gestaltete Front deutlich mehr Dynamik aus.

Im hinteren Bereich ordnet sich das Design weiterhin dem Europaletten-Standardmaß in der Ladebucht unter. Allerdings hat Rytle das Andocken der Cargobox in der Ladebucht enorm vereinfacht. Von nun an lässt sich die Rytle Wechselbox über eine elektrische Palettengabel fahren. Wie ein Lift hebt diese Gabel die Box in die passende Position. Kein schweißtreibendes Kurbeln mehr wie beim Vorgänger.

Palettengabel zum Aufladen der Cargobox am E-Lastenfahrrad Rytle MovR3

Mithilfe eines Motors lässt sich die Palettengabel bequem steuern.

An der Box selbst hat Rytle ebenfalls ein paar Details verändert. Dort hinein passen jetzt 1,8 Kubikmeter an Transportgut. Zusammen mit der Palettengabel darf die Zuladung maximal 257 Kilogramm betragen. Mit einer Zuladung von bis zu 30 Kilogramm in der Fahrkabine und dem zusätzlichen Gewicht der Fahrenden ist dieses E-Lastenfahrrad für maximal 373 Kilogramm zugelassen. Kleiner Nachteil des Updates: In der Breite wächst das MovR3 um zehn Zentimeter auf 130 Zentimeter an. Damit darf es als mehrspuriges Cargobike noch problemlos auf Radwegen fahren. Allein in der Praxis könnte es an manchen Stellen jetzt enger werden.

Länger und entspannter fahren

Neben der eher statischen Seite des Fahrrades hat sich auch seine dynamische Seite weiterentwickelt. Beispielsweise steckt das Vorderrad neuerdings in einer doppelt gefederten Vorderachsgabel. Die habe die Ingenieure von Rytle in Eigenregie entworfen. Bei den Laufrädern handelt es sich um Modelle aus der Motorrad-Industrie, die für zusätzliche Stabilität sorgen sollen. Teil der neuen Laufräder sind außerdem die hydraulischen Doppelscheibenbremsen namens Big von Magura.

Gefederte Vorderachsgabel am E-Lastenfahrrad Rytle MovR3

Künftig komfortabler unterwegs mit der gefederten Vorderachsgabel.

Treu geblieben ist sich Rytle dagegen bei der Motorenwahl und dem Antriebskonzept. In den Naben der beiden Hinterräder findet sich jeweils ein Motor von Heinzmann, deren Dauernennleistung bei den üblichen 250 Watt liegt. Von den Pedalen der Fahrenden führen weiterhin Fahrradketten zu den beiden Rädern. Wie das Magazin „Vision mobility“ berichtet, könnte auch hier irgendwann der Wechsel zu einem seriellen Antriebssystem anstehen. Da das neue Modell aber gerade erst vorgestellt wurde, dürfte bis dahin noch ein wenig Zeit vergehen.

Die Anzahl der Steckplätze für Akkus ist von zwei auf vier gestiegen. Sie befinden sich in der Fahrkabine unten an der Rückwand. Vor allem für die gewerbliche Nutzung ist dieser Zuwachs an Reichweite ein entscheidender Faktor. Genau diese Klientel wird sich vermutlich auch über die neuen Rückspiegel freuen. Die fallen nicht nur größer aus als früher, sondern sind mit Blinkern und einer Warn-LED ausgestattet, die auf Fahrzeuge aufmerksam macht, die sich von hinten nähern. Für die Menschen, die ein MovR3 lenken und Waren kreuz und quer transportieren, bedeutet ein derartiges Plus an Sicherheit im Straßenverkehr etwas weniger Stress bei einem Job, der schon grundsätzlich mächtig schlaucht.

Frontscheinwerfer und Rückspiegel mit Blinkern am E-Lastenfahrrad Rytle MovR3

Hervorragende Rundumsicht und selbst sehr gut sichtbar – das Rytle MovR3.

 

Bilder: Rytle GmbH

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