Ein Fahrrad, das ganz bewusst sowohl als E-Bike als auch als herkömmliches Fahrrad gefahren werden kann – so lautet seit jeher das Konzept des Lemmo One. Gerade im Segment der urbanen E-Bikes feiert der Hersteller damit seit 2022 einigen Erfolg. Wohl auch, weil der Wechsel zwischen beiden Modi sekundenschnell funktioniert. Mit dem Lemmo One Collab.Ride kommt jetzt eine neue Generation des wechselfreudigen Zweirades auf den Markt. Bei dem radelt permanent ein Co-Pilot mit – die KI.
1. Lemmo One Collab.Ride – viele Daten und intelligente Funktionen
2. Neues Modell jetzt mit elektronischer Schaltung
3. Leistungsmesser für besseres Fahrverhalten
4. Neue Fahrmodi – Fitness, Cardio und viel mehr?
5. Dezentes Bedienkonzept mit zwei Tasten
6. Mehr Power für das Lemmo One Collab.Ride
7. Alu-Rahmen im Carbon-Look
8. Erste Testfahrt mit dem Lemmo One Collab.Ride
9. Modellreihe mit bekanntem Quartett
1. Lemmo One Collab.Ride – viele Daten und intelligente Funktionen
Collab.Ride. Der Zusatz für das neu Lemmo One legt bereits nahe, dass beim Fahren mit dem E-Bike künftig mit einem besonderen Zusammenspiel zu rechnen ist. Und tatsächlich möchte der Hersteller das Fahrerlebnis maßgeblich weiterentwickeln. Es gibt neue mechanische und digitale Komponenten sowie zusätzliche Sensoren. Alles ist elektrifiziert und intelligent miteinander verknüpft. Lemmo nennt den Ansatz FEAVA – Fully Electrified AI-Centric Vehicle Architecture. Er bedeutet, dass Dinge wie die Motorsteuerung, das Batteriemanagementsystems des Akkus, die Sensorik inklusive eines neuen Leistungsmessers, die elektronische Schaltung, der digitale Diebstahlschutz, das GPS und die Beleuchtung zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfinden. Weniger pathetisch könnte man von einem smarten E-Bike-System reden.

Besonders ist dagegen, wie sich der Hersteller dabei künstliche Intelligenz zunutze macht. Die Firmware, das Betriebssystem des E-Antriebs, stützt sich auf spezielle KI-Funktionen. Diese analysieren zum Beispiel euer Fahrverhalten. Sie registrieren, wie viel Kraft ihr gewöhnlich auf das Pedal bringt, wie schnell ihr fahrt, welche Übersetzungen und Trittfrequenzen ihr bevorzugt und vergleichbare Details. Daraus erstellt das System ein individualisiertes Profil und passt seine Funktionen wie die Fahrmodi oder das Verhalten der elektronischen Kettenschaltung entsprechend an.
All diese Informationen laufen übrigens im dem eher schlicht wirkenden LCD-Display zusammen, das erneut im Oberrohr integriert ist. Darin verbirgt sich der Zentralcomputer, welcher die Firmware steuert.
2. Neues Modell jetzt mit elektronischer Schaltung
Zu den zentralen Elementen von FEAVA zählt die elektronische Kettenschaltung am Lemmo One Collab.Ride. In einem automatischen Fahrmodus arbeitet diese auf Wunsch ganz eigenständig. Das System stammt vom chinesischen Hersteller Wheeltop. Hier hat anscheinend das Team um Geschäftsführer Gang Tian seine Kontakte nach China ausspielen können. Wheeltop begegnet uns tatsächlich zum ersten Mal.
Analog zu Lösungen von Shimano, Sram und Co. nutzt die Schaltung von Wheeltop Informationen einer umfangreichen Sensorik, die Drehmoment, Trittfrequenz, Geschwindigkeit sowie Steigung erfasst. Hinzukommt das adaptive KI-Modell und dessen Erkenntnisse über eure persönlichen Fahrgewohnheiten. Auf dieser Datengrundlage berechnet die Schaltung in Echtzeit den optimalen Gang.
Am Anfang kann es vorkommen, dass dies nicht jedes Mal genau eure bevorzugte Präferenz trifft. Wie gesagt, es handelt sich um ein lernendes System. Dieses benötigt Daten, um sich zu verbessern. Es kann also ein wenig dauern, bis ihr das als richtig stimmig empfindet. Zudem könnt ihr im Automatik-Modus die Logik des Systems jederzeit manuell überschreiben, in dem ihr mit der Schalteinheit einen anderen Gang wählt. Nach einer kurzen Auszeit von 30 Sekunden kehrt das E-Bike dann zurück zum automatischen Schalten.
Die Kettenschaltung agiert elektronisch, egal ob ihr mit dem am Lemmo One Collab.Ride gerade im E-Mode als E-Bike oder im M-Mode als herkömmliches Fahrrad unterwegs seid. Das automatische Schalten dagegen lässt sich nur im E-Bike-Betrieb umsetzen.
Gänzlich verzichten müsst ihr auf das Feature, wenn ihr euch für ein Lemmo One Collab.Ride mit Singlespeed-Antrieb entscheidet. Ganz klar, wo keine Schaltung vorhanden ist, kann es weder ein elektronisches noch ein automatisches Schalten geben.

3. Leistungsmesser für besseres Fahrverhalten
Auf eine ausgefeilte Sensorik hat Lemmo von Anfang bei seinem E-Antrieb viel Wert gelegt. Schon die erste Generation verfügte über einen Geschwindigkeitssensor, der neben der Fahrgeschwindigkeit zusätzlich die Pedalgeschwindigkeit und die Motordrehzahl erfasste. Nun kommt ein Powermeter hinzu, den der Hersteller im Dual Mode Hub, sprich der Hinterradnabe, verbaut. Er misst in Echtzeit die Leistung, die ihr während des Pedalierens aufwendet. Das verbessert unter anderem das Ansprechverhalten des Motors und den Ablauf der Schaltvorgänge.

4. Neue Fahrmodi – Fitness, Cardio und viel mehr?
Die Daten vom neuen Powermeter nutzt Lemmo und kreiert damit neue Fahrmodi. Ein erster ist der Fitness-Modus. Mit dessen Hilfe lässt sich in der App ein Zielwert definieren, wie viele Kalorien ihr beim Fahren durchschnittlich verbrauchen wollt. Danach richtet sich anschließend das System und passt die Unterstützung und Schaltung automatisch entsprechend an.
Mit der fortschreitenden Entwicklung der Firmware sollen weitere Fahrmodi folgen. Beispielsweise hat der Hersteller einen Cardio-Modus angekündigt. Der regelt das System, sodass sich eure Herzfrequenz stets in einem bestimmten Rahmen bewegt. Wann genau diese Unterstützungsstufe ausgespielt werden kann, scheint derzeit noch offen. Bis 2027 soll es etappenweise derartige Updates geben. Jeden Modus charakterisiert dabei ein eigenes Profil, das bestimmt, wann in welche Übersetzung geschaltet wird und wie viel Unterstützung der Motor jeweils leistet.

5. Dezentes Bedienkonzept mit zwei Tasten
Auswählen könnt ihr die Fahrmodi wie bislang auch über zwei Bedientasten am Lenker. Die viereckigen Buttons sind direkt in den Klemmen für die Bremshebel eingearbeitet. Wer das System nicht kennt, wird erst einmal ein paar Augenblicke danach suchen müssen. Für alle Fans eines dezenten Bediensystems ist der Blick auf den Lenker unter diesem Gesichtspunkt jedoch jedes Mal eine wahre Freude.
Ein Druck auf den rechten Button wechselt die Unterstützungsstufe. Mit einem langen Tastenduck aktiviert ihr den Turbo-Modus und der Motor ruft sofort seine volle Leistung ab. Das funktioniert so lange, bis ihr die Taste wieder loslasst.
Mit der linken Bedientaste lasst ihr die Klingel ertönen. Ein langer Tastendruck schaltet die Beleuchtung ein beziehungsweise aus.

6. Mehr Power für das Lemmo One Collab.Ride
Die wichtigste neue Hardware ist zweifelsfrei der neue Dual Mode Hub. Lemmos spezielle Hinterradnabe bietet bei gleicher Leistung nun ein Drehmoment von 52 Newtonmeter. Das sind 30 Prozent mehr als noch beim Vorgänger. Damit gewinnt das Lemmo One Collab.Ride eindeutig weiter an Sportlichkeit hinzu. Vor allem beim Anfang aus dem Stand und an steileren Anstiegen solltet ihr den Unterschied spüren können.
Gänzlich neu ist der Motor jedoch nicht. Das Lemmo One MK2 nutzte in der Dynamic Edition und der Limited Edition bereits ein ganz ähnliches Aggregat, dessen Drehmoment 56 Newtonmeter betrug. Dynamic Edition und Limited Edition vom Lemmo One Collab.Ride sollen übrigens einen noch leistungsfähigeren Motor erhalten. Dieser wird dann sogar 63 Newtonmeter bringen.
7. Alu-Rahmen im Carbon-Look
Absolut identisch zum MK2 bleibt der Rahmen beim Collab.Ride. Der Hersteller hält an seiner speziellen Klebetechnik fest. In Folge seht ihr keinerlei Schweißnähte, obwohl als Werkstoff ein 6061er Aluminium zum Einsatz kommt. Optisch mutet der Rahmen demnach wie ein Carbonrahmen an.
Die Rahmengrößen umfassen L und XL bei dem Diamantrahmen. Alternativ gehört ein ST-Rahmen mit abfallendem Oberrohr um Sortiment. Dieser eignet sich laut Hersteller für Menschen mit einer Körperlänge von 160 Zentimeter bis 185 Zentimeter. Beim Diamantrahmen reicht die Spanne von 170 Zentimeter bis 200 Zentimeter.

Im vorderen Rahmendreieck zwischen Oberrohr, Steuerrohr und Sitzrohr sitzt weiterhin der Smartpac von Lemmo. In seinem Inneren befindet sich die Akkuzellen mit einer Gesamtkapazität von erstaunlichen 531 Wattstunden. Außerdem sind dort Teile der Elektronik wie das IoT-Module und eines von zwei GPS-Modulen verbaut.
Das zweite GPS-Module steckt im Rahmen. Daher funktionieren das Tracking sowie diverse Anti-Diebstahl-Features ebenso, wenn ihr ohne das Smartpac und somit ohne elektrische Unterstützung fahrt. Im Rahmen findet sich zudem ein zweiter kleiner eigenständiger Akku. Er versorgt das GPS, die Beleuchtung, das Apple Find My sowie die elektronische Schaltung mit der nötigen Energie.
8. Erste Testfahrt mit dem Lemmo One Collab.Ride
Auf der Cyclingworld Europe in Düsseldorf konnten wir eine erste kurze Testfahrt mit dem brandneuen Lemmo One Collab.Ride unternehmen. Und der erste Eindruck war wirklich sehr positiv. Die gute Verarbeitung und bequeme Sitzposition auf dem E-Bike kannten wir bereits aus anderen Jahren. Trotzdem sorgt es immer für ein gutes Gefühl zu sehen, wenn ein Hersteller es schafft, ein bestimmtes Niveau konstant zu liefern.
Unser Fokus während des Tests lag auf dem neuen Auto-Modus und der elektronischen Schaltung. Die agierte vom Stand weg sehr sauber. Die gewählten Gänge passten jeweils gut zur Fahrsituation – egal, ob bei freier Strecke oder im Stop-and-Go durch den Messetrubel. Wir konnten uns gänzlich auf das Lenken und Bremsen konzentrieren, während das E-Bike-System uns das Schalten abgenommen hat. Gerade in fremder Umgebung und auf unbekanntem Terrain kann das für manche ein großer Vorteil sein.
Trotzdem könnte noch ein wenig Entwicklungsarbeit auf Lemmo warten. In manchen Situationen hätten wir uns gewünscht, dass das System etwas schneller reagiert und die Schaltvorgänge schneller auslöst. Gut möglich, dass dies aber auch der Kürze der Fahrt geschuldet war und das System mit mehr gesammelten Daten sich besser auf unser Fahrverhalten einstellen würde. Außerdem lässt sich derzeit noch kein Gang definieren, in dem man aus einem Stillstand startet. Vielleicht hat sich das der Hersteller aber auch bereits im Pflichtenheft vermerkt.
9. Modellreihe mit bekanntem Quartett
Lemmo hält an seinem Modell mit den jeweils vier verschiedenen Ausführungen des E-Bikes fest. Das bedeutet, das Lemmo One Collab.Ride erscheint in den folgenden Editionen:
- Lemmo One Collab.Ride Core Edition: günstigstes Modell, Listenpreis 2.790 Euro, matte Lackierung in zwei Rahmenfarben Sand und Grey
- Lemmo One Collab.Ride Urban Edition: Listenpreis 2.890 Euro, Lenker für aufrechtere Sitzposition, gefederter Sattel, glänzende Lackierung in Downtown Grey
- Lemmo One Collab.Ride Dynamic Edition: Listenpreis 3.590 Euro, Federgabel mit 40 mm, gefederter Sattel, Dual Mode Hub mit 63 Nm, ausschließlich Kettenschaltung, matte Lackierung in zwei Rahmenfarben Sand und Grey, Schriftzug am Rahmen und Gepäckträger farbig abgesetzt
- Lemmo One Collab.Ride Limited Edition: Listenpreis 2.890 Euro, Rennlenker oder gerader Lenker, gefederter Sattel, Dual Mode Hub mit 63 Nm, glänzende Lackierung Green Explorer Pro, Schriftzug am Rahmen und Gepäckträger schwarz abgesetzt
Im Vergleich zum MK2 liegen die Preise für das Collab.Ride höher je nach Ausstattung um etwa 300 Euro höher. Angesichts der Fortschritte, die das Modell gemacht hat, erscheint uns das als faire Kalkulation. Wer ein wenig sparen möchte, sollte schnell bei Lemmo zuschlagen. Jetzt kurz nach der Vorstellung der Neuheit gibt es einen Rabatt von 200 Euro. Ob sich das nur auf die Core Edition bezieht oder alle Editionen davon profitieren, wissen wir leider nicht.

Lemmo One Collab.Ride im Überblick
- Modelle: Lemmo One Core Edition, Lemmo One Urban Edition, Lemmo One Dynamic Edition, Lemmo One Limited Edition
- Rahmen: Aluminium
- Rahmengrößen: L, ST, XL
- Federgabel: RockShox Rudy Ultimate XPLR (je nach Modell)
- Motor: Dual Mode Hub
- Akku: Smartpac, 531 Wh
- Display: LCD-Display im Oberrohr
- Bedieneinheit: zwei Tasten am Lenker
- Antrieb: Wheeltop EDS TX, Singlespeed
- Bremsen: hydraulische Scheibenbremse mit vier Bremskolben
- Gewicht: ab ca. 18 kg als E-Bike
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
- Farben: Sand, Grey, Downtown Grey, Green Explorer Pro
- Preise: ab 2.590 Euro
Bilder: Hypaths GmbH















Super übersichtlich erklärt, ich interessiere mich schon länger, allerdings empfinde ich die Lemmo Internetseite viel zu verwirrend, kann natürlich sein das ich mit 54 zu alt bin , danke an die tolle einfache Zusammenfassung;)
Hallo,
vielen Dank für dein Feedback. Freut uns natürlich sehr, wenn du aus diesem Beitrag und vielleicht auch anderen etwas für dich mitnehmen konntest.
Sportliche Grüße, Matthias
Guter Artikel, mit vielen Informationen. Lau StvZo sind Fahräder mit Reflektoren auszustattten. Es gibt nur srhr wenige Artikel, wo Reflektoren zu sehen sind oder wobdarsuf hingewiesen wird. Warum? Im Lieferumfang sind dies dann enthalten, diexdie Optik nach Anbau schon beeinflussen. Ein Angebot mit Reflektor am Reifen hätt ich mir als Option gewünscht. Da geht noch was!