Wer träumt nicht von einem leichten E-Bike? Zusätzliche Power vom Motor kombiniert mit einem Gewicht, das dem eines herkömmlichen Fahrrades möglichst nahekommt. Seit einiger Zeit rückt dieser Traum mit jedem Jahr ein Stück näher. KTM gehört zu den Herstellern, die in ihrem Sortiment zahlreiche besonders leichte E-Bikes führen. Unter ihnen finden sich neben den Light E-MTBs auch Trekking-E-Bikes, urbane E-Bikes, E-Gravelbikes sowie E-Rennräder. Hier erfahrt ihr, um welche Modellreihen es sich konkret handelt, was sie verbindet und voneinander unterscheidet.
1. Leichte E-Bikes bei KTM: Eine Produktfamilie rund um den Bosch Performance Line SX
2. Was wiegt ein leichtes E-Bike?
3. Warum gilt ein Gewicht von 20 Kilogramm als Indiz für ein leichtes E-Bike?
4. Welches E-Bike von KTM wiegt unter 20 kg?
5. Wie viel kostet ein leichtes E-Bike?
6. Welche Komponenten beeinflussen das Gewicht des E-Bikes maßgeblich?
7. Welche Vorteile und Nachteile kennzeichnen ein leichtes E-Bike?
1. Leichte E-Bikes bei KTM: Eine Produktfamilie rund um den Bosch Performance Line SX
Bereits zur Saison 2019 stellte KTM ein E-Rennrad vor, das nur etwas mehr als 13 Kilogramm wog. Im damaligen KTM Macina Mezzo war noch ein Fazua Evation 1.0 verbaut. Den Stein richtig ins Rollen brachte 2023 Bosch mit seinem bis heute leichtesten Mittelmotor, dem Bosch Performance Line SX. Nur wenige Wochen später zeigte KTM sieben komplett neue beziehungsweise mit dem Antrieb überarbeitete Modellreihen. Alle finden sich im Programm für die Saison 2026 wieder. Zusammen mit dem KTM Macina Urbanator SX und dem KTM Macina Superbelt SX setzen inzwischen insgesamt neun Modelle auf einen SX-Motor.
2. Was wiegt ein leichtes E-Bike?
Wie viel darf ein E-Bike wiegen, damit es die Bezeichnung „leicht“ verdient? Nun, das ist nirgendwo festgeschrieben und damit Ansichtssache. Eine Festlegung über alle E-Bike-Typen hinweg wäre auch wenig praktikabel. Je nach Einsatzzweck und E-Bike können ganz unterschiedliche Werte als leicht angesehen werden. Ein dreirädriges E-Lastenfahrrad wie das Sblocs Calderas gilt mit einem Gewicht von 38 Kilogramm als leichter Vertreter seiner Gattung. Selbst für ein vollgefedertes Enduro-E-MTB wäre diese Marke dagegen deutlich zu viel. Die knapp 24 Kilogramm eines Scott Patron eRide sind da schon eher eine ernstzunehmende Maßgabe. Bei einem E-Rennrad würden wir darüber jedoch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Und so ließe sich das Spielchen noch eine Weile fortsetzen. Ihr wisst sicher, worauf wir hinauswollen.
3. Warum gilt ein Gewicht von 20 Kilogramm als Indiz für ein leichtes E-Bike?
Erneut lässt sich dies nicht mit dem Verweis auf regulatorische oder technische Bestimmungen beantworten. Vermutlich schwingt da eher ein wenig Psychologie mit. Die Grenze erscheint uns besonders relevant, weil sich mit ihr nicht nur der Wert für die Einer, sondern auch der für die Zehner ändert. Zudem brauchte es einige Jahre in der Entwicklung der E-Bikes, bis diese Marke erstmals unterschritten werden konnte. Für das eigentliche Fahren mit dem E-Bike dürfte es in den meisten Fällen keine Rolle spielen, ob das Modell 19,5 Kilogramm, 20 Kilogramm oder 20,5 Kilogramm wiegt. Aus unserer Sicht braucht ihr deshalb auch nicht zu penibel auf diese Grenze achten.
4. Welches E-Bike von KTM wiegt unter 20 kg?
Nichtdestotrotz ist für die Marketingabteilung und das Entwicklungsteam eines Herstellers oftmals schon relevant, wie schwer ein E-Bike ist. Unter der Schallmauer von 20 Kilogramm zu bleiben, gilt aktuell immer noch als besondere Errungenschaft. KTM ist dies in den Segmenten Trekking, E-Mountainbike, City-E-Bike, E-Gravelbike und E-Rennrad gelungen.
4.1 Leichte Trekking-E-Bikes von KTM
4.2 Leichte E-Mountainbikes von KTM
4.3 Leichte City-E-Bikes von KTM
4.4 KTM Macina Gravelator SX – das leichte E-Gravelbike von KTM
4.5 KTM Macina Revelator SX – das leichte E-Rennrad von KTM
4.1 Leichte Trekking-E-Bikes von KTM
KTM Macina Sport SX
Gewicht: ab 16,7 Kilogramm
Ein leichtes, schlankes E-Bike, an dem dennoch alles verbaut ist, was zu einem Trekking-E-Bike gehört. So lässt sich das KTM Macina Sport SX in alle Kürze beschreiben. Federgabel, Schutzbleche, Gepäckträger, Lichtanlage, Seitenständer, Schaltung mit großer Bandbreite, hochwertige Bremsen – alles dabei. Der schlanke Rahmen lässt schon erahnen, dass beim Gewicht nicht allzu viel zusammenkommt. Das gilt übrigens über die gesamte Modellreihe hinweg. Allerdings liegen die günstigeren Ausführungen mit Aluminium- statt Carbonrahmen dann knapp über der Marke von 20 Kilogramm. Für alle gemeinsam gilt, dass Vielseitigkeit eine der großen Stärken des KTM Macina Sport SX ist. Es eignet sich nicht nur als zuverlässiger Begleiter auf sportlichen Touren, sondern gibt ebenso ein tolles Alltagsrad ab.
KTM Macina Sport SX 2026 im Überblick
- Varianten: KTM Macina Sport SX Prime, KTM Macina Sport SX Elite, KTM Macina Sport SX 10, KTM Macina Sport SX 20
- Rahmen: Carbon, Aluminium
- Federgabel: Fox 32 Float TC Factory, SR Suntour NRX32-E Air, SR Suntour NCX32-D Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Sram X0 Eagle T-Type, Shimano Cues Di2 U8050, Shimano Cues U6000
- Bremsen: Magura MTI, Shimano MT410, Shimano MT200
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: ab 121 kg
KTM Macina Cross SX
Gewicht: 17,2 Kilogramm
Wer nach einem Trekking-E-Bike in seiner puren Form sucht, liegt beim KTM Macina Cross SX genau richtig. Das bereitet am meisten Spaß, wenn die Sonne lacht und das Gepäck in die Taschen eures Trikots oder einen Rucksack passt. Der Verzicht auf die straßentaugliche Komplettausstattung resultiert in einem agilen Fahrverhalten. Im Vergleich zum KTM Macina Sport SX erhaltet ihr etwas mehr Federweg und mit dem Schwalbe G-One Bite einen Reifen, der seine Stärken vornehmlich abseits der Straße ausspielt.
KTM Macina Cross SX Elite 2026 im Überblick
- Rahmen: Carbon
- Federgabel: Rockshox Paragon Gold RL Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Cues U6000
- Bremsen: Shimano MT410
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 128 kg
4.2 Leichte E-Mountainbikes von KTM
KTM Macina Scarp SX
Gewicht: ab 16,9 Kilogramm
Ein hochwertiges vollgefedertes E-Mountainbike mit einem Gewicht von rund 17 Kilogramm wäre vor nicht allzu langer Zeit nahezu undenkbar gewesen. Jetzt geht das KTM Macina Scarp SX schon in seine dritte Saison. Dank des Federwegs von 140 Millimetern an der Gabel und dem Dämpfer wird dieses Trailbike zu einem wendigen, fahrfreudigen Spielgefährten im Gelände. Es ist so leicht, dass ihr bergauf ordentlich Stoff geben könnt und gleichzeitig so robust, dass ihr euch auch auf technisch anspruchsvollerem Gelände direkt in die Abfahrt stürzen könnt. Der Bosch Performance Line SX belohnt eine aktive, klar sportliche ausgerichtete Fahrweise.
KTM Macina Scarp SX 2026 im Überblick
- Varianten: KTM Macina Scarp SX Exonic, KTM Macina Scarp SX Prestige, KTM Macina Scarp SX Prime, KTM Macina Scarp SX Master, KTM Macina Scarp SX Elite
- Rahmen: Carbon
- Federgabel: Fox 34 Float Factory, Fox 36SL Float Factory, Fox 34SC Float Factory, Fox 34 Float Performance, RockShox Recon Gold RL
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote + Bosch System Controller
- Display: Purion 400
- Antrieb: Sram XX Eagle T-Type, Shimano Deore XT Di2, Sram GX Eagle T-Type, Shimano Deore XT
- Bremsen: Shimano MT9100, Shimano MT8200, Shimano MT8100, Magura MT5, Shimano M4100
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: ab 110 kg
KTM Macina Race SX
Gewicht: ab 19 Kilogramm
Eine Spur gemütlicher lässt es das KTM Macina Race SX angehen. An dem Hardtail sorgt in erster Linie die Federgabel für den Fahrkomfort. Dabei ist ihr Potenzial auf den Federweg von 100 Millimetern begrenzt. Mit ihren aus Aluminium gefertigten Rahmen bietet sich die Modellreihe als guter Einstieg ins Mountainbiken an. Vor allem, weil ihr mit dem KTM Macina Race SX LFC zusätzlich eine Ausführung mit Komplettausstattung wählen könnt. Sportliches Fahren im Gelände, das den Spagat zum Fahren auf der Straße sucht.
KTM Macina Race SX 2026 im Überblick
- Varianten: KTM Macina Race SX 10, KTM Macina Race SX LFC, KTM Macina Race SX 20
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: RockShox Judy Gold RL, SR Suntour XCM 34 Air, SR Suntour X1 32 Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Cues Di2 U8050, Shimano Cues U4000
- Bremsen: Shimano MT420, Shimano MT200
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: ab 113 kg
4.3 Leichte City-E-Bikes von KTM
KTM Macina Superbelt SX
Gewicht: ab 21,5 Kilogramm
Urbane E-Bikes waren bislang eine etwas zwiespältige Produktgruppe bei KTM. Ihr Fokus lag entweder ganz klar auf hohem Komfort, weshalb ein KTM Macina City oder ein KTM Macina Central dann zu den schweren Modellen im gesamten Portfolio zählten. Oder ein niedriges Gewicht ging mit einer recht sportlichen Sitzposition einher, was beim KTM Macina Urbanator SX definitiv der Fall ist. In diese Lücke stößt zur Saison 2026 das KTM Macina Superbelt SX. Etwas konventioneller als das Urbanator ausgerichtet, bringt es ein wenig mehr Kilogramm auf die Waage und lässt euch dabei jedoch deutlich entspannter sitzen.
Die angenehme Haltung borgt es sich – samt dafür verantwortlichem Rahmen – beim KTM Macina Sport SX. Konsequent als leichtes City-E-Bike gedacht, ersetzt es jedoch die Kettenschaltung durch eine wartungsarme Kombination aus einer 8-Gang-Nabenschaltung mit einem Riemenantrieb. Und mit der Wahl zwischen den drei Rahmenformen Diamant, Tiefeinsteiger und Trapez bringt es die Vielfalt mit, die ihr von einem modernen E-Bike für das Fahren in der Stadt erwartet.
KTM Macina Superbelt SX 2026 im Überblick
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: SR Suntour NCX-D Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Alfine 8-Gang
- Bremsen: Shimano MT410
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: ab 121 kg
KTM Macina Urbanator SX
Gewicht: 18,3 Kilogramm
Seit seiner Gründung begreift sich KTM als sportliche Marke, die ein Faible für den professionellen Radsport hat. Der Hersteller stattet Teams im Rennzirkus mit eigenen Modellen aus und überträgt diese Begeisterung auch in Teile des Sortiments. Das KTM Macina Urbanator SX unterstreicht diesen Ansatz. Mit diesem E-Bike kommt ein Fahrgefühl auf, dass dem eines Rennrades oder Gravelbikes ähnelt. Gleichzeitig profitiert ihr von den Vorteilen eines herkömmlichen geraden Lenkers, an die Bremsen wie gewohnt erreichbar sind.
Die Ausstattung für die Stadt hält KTM hier so minimalistisch wie möglich. Klar, das spart am Ende ein paar wichtige Gramm. Aber gerade beim Gepäckträger solltet ihr vorher überlegen, ob der eure Anforderungen im Alltag erfüllen wird. Wenn dem so ist, könnt ihr euch auf das leichtestes E-Bike freuen, das KTM für ein urbanes Setting anbietet.
KTM Macina Urbanator SX 2026 im Überblick
- Rahmen: Aluminium
- Gabel: X-Strada Gravel Performance Carbon
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote + Bosch System Controller
- Antrieb: Shimano Cues U4000
- Bremsen: Tektro HD-R280, 160 mm
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 117 kg
4.4 KTM Macina Gravelator SX – das leichte E-Gravelbike von KTM
Gewicht: ab 14,3 Kilogramm
Das KTM Macina Gravelator SX zählt seit 2024 zum Programm von KTM. Seitdem erfährt es eine stete Weiterentwicklung. Die Anzahl der Ausführungen hat sich von zwei auf vier verdoppelt. Carbon und Aluminium als Material für den Rahmen halten sich in der Modellreihe damit nun die Waage. Gleichzeitig betont der Hersteller die Gravel-Gene des E-Bikes mit einer gewachsenen Reifenbreite und den 2026 hinzugekommenen gekröpften Rennlenkern. Dadurch grenzt es sich stärker als zu Beginn vom E-Rennrad, dem KTM Macina Revelator SX, ab.
Mit kaum mehr als 14 Kilogramm ist das Topmodell, das KTM Macina Gravelator SX Prime, nicht zuletzt in Bezug auf das Gewicht eine echte Ansage. Andererseits muss sich das Einstiegsmodell mit seinen rund 16,6 Kilogramm auch keinesfalls verstecken. Zumal es mehr als 2.000 Euro günstiger ausfällt. Insgesamt bringt KTM hier inzwischen eine sehr ausgereifte Reihe an den Start, die in ihrer Differenziertheit eine breite Zielgruppe anspricht.
KTM Macina Gravelator SX 2026 im Überblick
- Varianten: KTM Macina Gravelator SX Prime, KTM Macina Gravelator SX Elite, KTM Macina Gravelator SX 10, KTM Macina Gravelator SX 20
- Rahmen: Carbon, Aluminium
- Gabel: X-Strada Gravel Performance Carbon
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote Dropbar + Bosch System Controller
- Antrieb: Shimano Deore XT Di2, Shimano GRX RX822, Shimano Cues U6000
- Bremsen: Shimano GRX RX820, Shimano GRX RX410, Shimano GRX RX400, Shimano Cues BL-U6030
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: ab 109 kg
4.5 KTM Macina Revelator SX – das leichte E-Rennrad von KTM
Gewicht: 13,6 Kilogramm
Getoppt wird das KTM Macina Gravelator SX nur noch vom absoluten Leichtgewicht unter den E-Bikes bei KTM – dem KTM Macina Revelator SX. Jedes Detail ist hier auf hohe Geschwindigkeit und geringes Gewicht ausgerichtet. Laufradsatz aus Carbon, 28 Millimeter breite Reifen, Carbonsattelstütze, im Steuersatz verlegte Züge, integrierte Sattelklemmeschelle und so weiter. Selbst aerodynamisch geht KTM aufs Ganze und verzichtet auf ein zweites Kettenblatt. Dafür steckt im Hinterrad die Getriebenabe von Classified. Sie simuliert quasi jenes zweite Kettenblatt und sorgt für die an einem Rennrad gewohnte Bandbreite.
KTM Macina Revelator SX Prime Di2 2026 im Überblick
- Rahmen: Carbon
- Gabel: Revelator Premium Carbon F15
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote Dropbar + Bosch System Controller
- Antrieb: Shimano 105 Di2; Classified 2×12
- Bremsen: Shimano 105 Di2 R7170
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 109 kg
5. Wie viel kostet ein leichtes E-Bike?
Besonders leichte Komponenten bedeuten oftmals mehr Aufwand in der Herstellung und damit höhere Kosten. Folglich fällt ein leichtes E-Bike gern einmal teurer aus als ein schwereres Modell. Bei KTM sticht hervor, dass viele der hier erwähnten E-Bikes weniger als 4.000 Euro kosten und damit nicht aus dem übrigen Preisgefüge herausragen. Dies gilt beispielsweise für das KTM Macina Race SX, das KTM Macina Gravelator SX, das KTM Macina Urbanator SX, das KTM Macina Superbelt SX, das KTM Macina Sport SX sowie das KTM Macina Cross SX.
Ganz kann sich der Hersteller einer solchen Logik natürlich auch nicht entziehen. Überall dort, wo ein Rahmen aus Carbon zum Einsatz kommt, werden Summen oberhalb von 4.000 Euro aufgerufen.
6. Welche Komponenten beeinflussen das Gewicht des E-Bikes maßgeblich?
Schon beim Ausstatten eines E-Bikes mit einem bestimmten E-Bike-System beeinflusst der E-Bike-Hersteller maßgeblich, wie leicht das finale E-Bike später sein kann. Besonders Akku und Motor für das E-Bike kommen dabei zum Tragen.
Der E-Bike-Akku: Balance zwischen Gewicht und Reichweite
Abhängig von der Anzahl der integrierten Zellen wiegt ein E-Bike-Akku mehr oder weniger. KTM nutzt für seine leichten E-Bikes ausschließlich den Bosch CompactTube 400. Bei einem Gewicht von rund zwei Kilogramm bietet dieser Akku eine Kapazität von 400 Wattstunden. Ein PowerTube 800 von Bosch verfügt über die doppelte Kapazität. Dafür wiegt er mit rund 3,9 Kilogramm aber auch annähernd zweimal so viel. Bei Akkus lassen sich als Intube-Akkus komplett im Unterrohr verbauen – sind als vom Typ her vergleichbar. Mit einer geringeren Reichweite lässt sich beim Akku also einiges an Gewicht sparen.
Der E-Bike-Motor: Wie viel Power brauchst du?
Ähnliches gilt für den Motor. Mit dem Zusatz „SX“ macht KTM erkennbar, dass der Hersteller bei seinen Light E-Bikes durchweg auf den Bosch Performance Line SX setzt. Der Mittelmotor bringt rund zwei Kilogramm auf die Waage. Angesichts dieses geringen Wertes liegt sein Leistungsvermögen mit einer maximalen Unterstützung von 400 Prozent, einer maximalen Leistung von 600 Watt sowie einem Drehmoment von 60 Newtonmeter überraschend hoch. Der meistgenutzte Motor von Bosch, der Performance Line CX, übertrifft zwei dieser drei Werte deutlich. Das Drehmoment von 100 Newtonmeter sowie die Maximalleistung von 750 Watt bewegen sich auf einem anderen Level. Die Unterstützung beträgt die identischen 400 Prozent. Das Mehr an Power erkauft sich der CX-Motor allerdings mit zusätzlichen 800 Gramm.
Diese Zahlen legen nahe, dass ein leichtes E-Bike mit dem kleineren Akku und einem weniger kräftigen Motor am Ende nur die Hälfte der Reichweite generieren kann. In der Praxis geht die Spanne häufig wesentlich weniger weit auseinander. Zum einen geht der kleinere Motor sparsamer mit dem Strom um. Zum anderen muss er an dem leichteren E-Bike weniger Masse bewegen.
Der Fahrradrahmen: Eine Frage des Materials
Carbon und Aluminium. Mit diesen beiden Rahmenmaterialien arbeitet KTM aktuell. Carbon ist etwas leichter als Aluminium, fördert durch seine Steifigkeit eine effiziente Kraftübertragung und kann mit einem Mix unterschiedlicher Strukturen und Fasern mittlerweile auch einen gewissen Flex erzeugen. Aluminium kann in den genannten Punkten nicht ganz mithalten, ist aber günstiger in der Produktion. An einem herkömmlichen Fahrradrahmen liegt der Gewichtsunterschied zwischen beiden bei einigen hundert Gramm – jedoch weit entfernt von einem Kilogramm. Ein leichtes E-Bike spart mitunter weitere Gramm, in dem es Gabeln, Lenker, Vorbauten, Sattelstützen und Felgen aus Carbon nutzt.
Die Gabel: Starr oder gefedert?
Viele von euch werden wissen, dass vor allem der Unterschied zwischen einer Starrgabel und einer Federgabel sich massiv auf der Waage zeigt. Ein Gewichtsunterschied von 500 Gramm und mehr sind typisch. Unter Starrgabeln wirkt sich aus, ob sie aus Carbon oder Aluminium bestehen. Und bei Federgabeln spielt der Federweg eine Rolle. Je größer der Federweg, umso größer die Belastung, der die Gabel standhalten muss, was zwangsläufig die Anzahl der Gramm nach oben treibt.
Darüber hinaus gibt es weitere Komponenten, die mitbestimmen, wie leicht ein E-Bike sein kann.
- Schaltungstyp: Unterschied zwischen schwerer Nabenschaltung und leichterer Kettenschaltung, bei Kettenschaltungen Abstufung je nach Qualität der Schaltgruppe – Gewichtsersparnis: einige hundert Gramm
- Reifen: schmalere Reifen ohne massiven Pannenschutz wesentlich leichter als breitere Reifen mit mehrfacher Sicherheit – Gewichtsersparnis: einige hundert Gramm
- Sattelstütze: starre Sattelstütze aus Carbon deutlich leichter als gefederte oder versenkbare Varianten Schaltgruppe – Gewichtsersparnis: im zwei- oder dreistelligen Gramm-Bereich
7. Welche Vorteile und Nachteile kennzeichnen ein leichtes E-Bike?
Es wirkt vielleicht etwas komisch, aber eines der zentralen Argumente für ein leichtes E-Bike zeigt sich, wenn das Bike steht. Und das tut es gewöhnlich vor und nach jeder Fahrt. Dann holt ihr es nämlich von irgendwo her und bringt es wieder irgendwo hin. Dieses Irgendwo kann mehrere Stufen oder Treppen Höhenunterschied bedeuten, den ihr euer E-Bike eventuell tragen müsst. Und das geht zweifellos leichter, je weniger das E-Bike wiegt. Vom Bugsieren des Fahrrades in den Kofferraum eines Autos, auf einen Fahrradträger an selbigem oder in Bus und Bahn hinein ganz zu schweigen.
Keine Angst, auch beim Fahren selbst kann ein E-Bike mit niedrigerem Gewicht Pluspunkte sammeln. Meist zeigt es sich lebendiger, vermittelt mehr Fahrfreude, lässt sich leichter um Kurven lenken und wirkt insgesamt einfach spritziger. Gerade Fans einer eher sportlichen Fahrweise dürften das zu schätzen wissen.
Leichte E-Bikes weniger belastbar
Gäbe es nur Vorteile, würden die Hersteller vermutlich nur noch leichte E-Bikes fertigen. Dem ist jedoch nicht so. Dies liegt teilweise an dem deutlich geringeren maximal zulässigen Gesamtgewicht solcher Modelle. Oftmals liegt das zwischen 105 Kilogramm und 130 Kilogramm. Klar, es bleibt mehr Spielraum, da das E-Bike selbst weniger wiegt. Dennoch decken sich diese Limits weder mit den Anforderungen eines jeden E-Bikes noch mit denen aller E-Bike-Fahrenden.
Die Abstriche bei Akku und Motor klangen bereits an. Weniger Reichweite und eine weniger kraftvolle Unterstützung können Faktoren sein, die für manche von euch ein Ausschlusskriterium für leichte E-Bikes darstellen. Mit einem Range Extender wie dem Bosch PowerMore 250 lässt sich zumindest das Reichweitenproblem recht bequem lösen.





































Super Beitrag.
Das hat mein Wissen in Sachen leichte E-Bikes enorm erhöht.
Sind solche Beiträge auch für andere Hersteller, z. B. Diamant geplant?
Hallo,
freut uns, wenn du aus dem Beitrag etwas für dich mitnehmen konntest. Und vielen Dank für dein Feedback!
Aufgrund einer langjährigen engen Zusammenarbeit mit KTM kennen wir uns in dem Sortiment des Herstellers besonders gut aus, was das Erstellen eines solchen Inhalts verständlicherweise erleichtert. Bei Diamant ist das in dem Maße nicht der Fall. Aber ich nehme deine Anregung gern mal mit und schaue, wie der Rest des Teams dazu steht.
Sportliche Grüße
Matthias