Wer träumt nicht von einem leichten E-Bike? Zusätzliche Power vom Motor kombiniert mit einem Gewicht, das dem eines herkömmlichen Fahrrades möglichst nahekommt. Seit einiger Zeit rückt dieser Traum mit jedem Jahr ein Stück näher. KTM gehört zu den Herstellern, die in ihrem Sortiment einige besonders leichte E-Bikes führen. Unter ihnen finden sich neben den Light E-MTBs auch Trekking-E-Bikes, urbane E-Bikes, E-Gravelbikes sowie E-Bikes für Kinder. Hier erfahrt ihr, um welche Modellreihen es sich konkret handelt, was sie verbindet und voneinander unterscheidet.
1. Leichte E-Bikes bei KTM: Eine Produktfamilie rund um zwei Motoren
2. Was wiegt ein leichtes E-Bike?
3. Warum gilt ein Gewicht von 20 Kilogramm als Indiz für ein leichtes E-Bike?
4. Welches E-Bike von KTM wiegt unter 20 kg?
5. Wie viel kostet ein leichtes E-Bike?
6. Welche Komponenten beeinflussen das Gewicht des E-Bikes maßgeblich?
7. Welche Vorteile und Nachteile kennzeichnen ein leichtes E-Bike?
1. Leichte E-Bikes bei KTM: Eine Produktfamilie rund um zwei Motoren
Bereits zur Saison 2019 stellte KTM ein E-Rennrad vor, das nur etwas mehr als 13 Kilogramm wog. Im damaligen KTM Macina Mezzo war noch ein Fazua Evation 1.0 verbaut. Den Stein richtig ins Rollen brachte 2023 Bosch mit seinem bis heute leichtesten Mittelmotor, dem Bosch Performance Line SX. Zur Saison 2027 erfuhr dieser eine wichtige Aufwertung. Im Rahmen des Performance Upgrade 2.0 hob Bosch seine zentralen Leistungsparameter spürbar an. Dank neuer Firmware leistet er inzwischen 600 Watt in der Spitze, generiert ein Drehmoment von 60 Newtonmeter und vervierfacht die Kraft, die ihr auf das Pedal bringt. Inzwischen setzen insgesamt neun Modellreihen auf einen SX-Motor.
Seit dem Sommer 2026 stellt Bosch einen zweiten Motor parat, der als Grundlage für ein recht leichtes E-Bike dienen kann, das weniger als 20 Kilogramm wiegt. Der neue Bosch Hub Line schlägt dabei aber einen anderen Weg ein als der Bosch Performance Line SX. Als Nabenmotor wird er im Hinterrad integriert. Auf das Gesamtgewicht hat das erst einmal keine großen Auswirkungen. Mit 2,3 Kilogramm bringt er 300 Gramm mehr auf die Waage als ein SX-Motor. Seine Vorteile liegen eher in seinem nahezu unsichtbaren Verschwinden im Hinterrad und den schlanken Rahmengeometrien, die sich aus dem Fehlen eines Motors am Tretlager ergeben. Leistungstechnisch hält er dank einer Spitzenleistung von 400 Watt sowie dem Drehmoment von 45 Newtonmetern, die direkt an der Hinterradachse anliegen, im Vergleich zu Mittelmotoren gut mit.
2. Was wiegt ein leichtes E-Bike?
Wie viel darf ein E-Bike wiegen, damit es die Bezeichnung „leicht“ verdient? Nun, das ist nirgendwo festgeschrieben und damit Ansichtssache. Eine Festlegung über alle E-Bike-Typen hinweg wäre auch wenig praktikabel. Je nach Einsatzzweck und E-Bike können ganz unterschiedliche Werte als leicht angesehen werden. Ein dreirädriges E-Lastenfahrrad wie das Sblocs Calderas gilt mit einem Gewicht von 38 Kilogramm als leichter Vertreter seiner Gattung. Selbst für ein vollgefedertes Enduro-E-MTB wäre diese Marke dagegen deutlich zu viel. Die knapp 20 Kilogramm eines Amflow PX Carbon zeigen eindrucksvoll, welches Niveau die Fahrradindustrie inzwischen erreicht hat. Bei einem E-Rennrad würden wir dagegen darüber die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Und so ließe sich das Spielchen noch eine Weile fortsetzen. Ihr wisst sicher, worauf wir hinauswollen.
3. Warum gilt ein Gewicht von 20 Kilogramm als Indiz für ein leichtes E-Bike?
Erneut lässt sich dies nicht mit dem Verweis auf regulatorische oder technische Bestimmungen beantworten. Viel eher schwingt da die Psychologie mit. Die Grenze erscheint uns besonders relevant, weil sich mit ihr nicht nur der Wert für die Einer, sondern auch der für die Zehner ändert. Zudem brauchte es einige Jahre in der Entwicklung der E-Bikes, bis diese Marke erstmals unterschritten werden konnte. Für das eigentliche Fahren mit dem E-Bike dürfte es in den meisten Fällen keine Rolle spielen, ob das Modell 19,5 Kilogramm, 20 Kilogramm oder 20,5 Kilogramm wiegt. Aus unserer Sicht braucht ihr deshalb auch nicht zu penibel auf diese Grenze achten.
4. Welches E-Bike von KTM wiegt unter 20 kg?
Nichtdestotrotz ist für die Marketingabteilung und das Entwicklungsteam eines Herstellers oftmals schon relevant, wie schwer ein E-Bike ist. Unter der Schallmauer von 20 Kilogramm zu bleiben, gilt aktuell immer noch als besondere Errungenschaft. KTM ist dies in den Segmenten Trekking, E-Mountainbike, City-E-Bike, E-Gravelbike und und E-Bikes für Kinder gelungen.
4.1 Leichte Trekking-E-Bikes von KTM
4.2 Leichte E-Mountainbikes von KTM
4.3 Leichte City-E-Bikes von KTM
4.4 KTM Macina Gravelator SX – das leichte E-Gravelbike von KTM
4.5 KTM Macina Mini Me SX – das leichte E-Bike für Kinder von KTM
4.1 Leichte Trekking-E-Bikes von KTM
KTM Macina Sport SX
Gewicht: ab 18,5 Kilogramm
Ein leichtes, schlankes E-Bike, an dem dennoch alles verbaut ist, was zu einem Trekking-E-Bike gehört. So lässt sich das KTM Macina Sport SX in alle Kürze beschreiben. Federgabel, Schutzbleche, Gepäckträger, Lichtanlage, Seitenständer, Schaltung mit großer Bandbreite, hochwertige Bremsen – alles dabei. Der schlanke Rahmen lässt schon erahnen, dass beim Gewicht nicht allzu viel zusammenkommt. Das gilt übrigens über die gesamte Modellreihe hinweg. Allerdings liegen die günstigeren Ausführungen mit Aluminium- statt Carbonrahmen dann knapp über der Marke von 20 Kilogramm. Für alle gemeinsam gilt, dass Vielseitigkeit eine der großen Stärken des KTM Macina Sport SX ist. Es eignet sich nicht nur als zuverlässiger Begleiter auf sportlichen Touren, sondern gibt ebenso ein tolles Alltagsrad ab.
KTM Macina Sport SX 2027 im Überblick
- Modelle: KTM Macina Sport SX Master Di2, KTM Macina Sport SX Elite Di2, KTM Macina Sport SX Pro, KTM Macina Sport SX 10 Di2, KTM Macina Sport SX 20
- Rahmen: Carbon, Aluminium
- Federgabel: SR Suntour NRX32IL-E Air 2CR, SR Suntour NCX32-D Sport Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 400, Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Deore Di2, Shimano Cues U6000, Shimano Cues Di2 U8050
- Bremsen: Shimano Cues U8000, Shimano MT420, Shimano MT200
- Gewicht: ab 18,5 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: ab 129 kg
- Preise: ab 3.299 Euro
KTM Macina Cross SX
Gewicht: 17 Kilogramm
Wer nach einem Trekking-E-Bike in seiner puren Form sucht, liegt beim KTM Macina Cross SX genau richtig. Das bereitet am meisten Spaß, wenn die Sonne lacht und das Gepäck in die Taschen eures Trikots oder einen Rucksack passt. Der Verzicht auf die straßentaugliche Komplettausstattung resultiert in einem agilen Fahrverhalten. Sowohl der Federweg von etwas mehr 60 Millimeter an der Federgabel sowie die Bereifung mit dem enorm vielseitigen Schwalbe G-One Overland decken sich mit dem, was KTM am Macina Sport SX verbaut. Zur Saison 2027 gibt es hier einen Farbwechsel. Das bisherige matte Blau namens Royal Teal macht einem matten Oliv Platz.
KTM Macina Cross SX Elite 2027 im Überblick
- Rahmen: Carbon
- Federgabel: Rockshox Paragon Gold RL Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Deore
- Bremsen: Shimano MT420
- Gewicht: 17 kg
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 127 kg
- Preis: 3.699 Euro
4.2 Leichte E-Mountainbikes von KTM
KTM Macina Scarp SX
Gewicht: ab 19,9 Kilogramm
Mit Blick auf das aktuelle KTM Macina Scarp SX kommt bei uns etwas Wehmut auf. Angesichts der jüngsten Marktentwicklungen mit der Konkurrenz durch sehr leistungsstarke und gleichzeitig verhältnismäßig leichte Mittelmotoren wie vor allem die von Avinox ist diese Modellreihe stark unter Druck geraten. Ein hochwertiges vollgefedertes E-Mountainbike mit einem solchen Full-Power-Motor kann mittlerweile genauso viel wiegen wie das 2027er KTM Macina Scarp SX Elite. Da überrascht es kaum, wenn KTM hier den Rotstift ansetzt und die Modellreihe von ehemals fünf Ausstattungen auf eine einzige einkürzt.
Für uns nicht ganz nachvollziehbar ist die Entscheidung des Herstellers, sich komplett von den leichtesten Modellen zu verabschieden. Deren Kombination von einem Gewicht von rund 17 Kilogramm zusammen mit dem Federweg von 140 Millimetern des Trailbikes sowie dem Bosch Performance Line SX hätte am ehesten noch einen Gegenentwurf zu den E-MTB von Amflow, Crussis, Forbidden, Unno und wie sie alle heißen bedeuten können.
So bleibt zumindest das KTM Macina Scarp SX Elite für Fans des Bosch Performance Line SX übrig, die nach einem wendigen, fahrfreudigen Spielgefährten im Gelände. Es vermittelt großen Fahrspaß bergauf und ist gleichzeitig so robust, dass ihr euch auch auf technisch anspruchsvollerem Gelände direkt in die Abfahrt stürzen könnt.
KTM Macina Scarp SX Elite 2027 im Überblick
- Rahmen: Carbon
- Federgabel: Rockshox Recon Gold RL
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote + Bosch System Controller
- Display: Purion 400
- Antrieb: Shimano Deore XT
- Bremsen: Shimano M4T20
- Gewicht: 19,9 kg
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 135 kg
- Preis: 4.899 Euro
KTM Macina Race SX
Gewicht: 17,3 Kilogramm
Ein ähnliches Schicksal wie das KTM Macina Scarp SX teilt auch das KTM Macina Race SX. Denn was für vollgefederte E-Mountainbikes gilt, trifft noch einmal viel deutlicher auf die Hardtails zu. Offensichtlich sinkt die Nachfrage nach dieser Kategorie massiv. Diesen Eindruck scheint auch KTM gewonnen zu haben und reduziert die Modellreihe auf einen einzigen Vertreter – das KTM Macina Race SX 10.
Mit seinem aus Aluminium gefertigten Rahmen bietet es sich für diejenigen an, die ins Mountainbiken einsteigen wollen und nicht sofort nach dem ultimativen Adrenalinrausch suchen. Auch allen, die auch in der Stadt wenig mit einem urbanen E-Bike anfangen können, sei das sportliche Modell mit dem Federweg von 100 Millimetern und der hochwertigen mechanischen Schaltung von Shimano ans Herz gelegt.
KTM Macina Race SX 10 2027 im Überblick
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: RockShox Judy Slv TK
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Deore XT
- Bremsen: Shimano MT420
- Gewicht: 17,3 kg
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 136 kg
- Preis: 3.299 Euro
4.3 Leichte City-E-Bikes von KTM
KTM Macina Urbanator SX
Gewicht: 18,3 Kilogramm
Seit seiner Gründung begreift sich KTM als sportliche Marke, die ein Faible für den professionellen Radsport hat. Der Hersteller stattet Teams im Rennzirkus mit eigenen Modellen aus und überträgt diese Begeisterung auch in Teile des Sortiments. Das KTM Macina Urbanator SX unterstreicht diesen Ansatz. Mit diesem E-Bike kommt ein Fahrgefühl auf, dass dem eines Rennrades oder Gravelbikes ähnelt. Gleichzeitig profitiert ihr von den Vorteilen eines herkömmlichen geraden Lenkers, an die Bremsen wie gewohnt erreichbar sind.
Die Ausstattung für die Stadt hält KTM hier so minimalistisch wie möglich. Klar, das spart am Ende ein paar wichtige Gramm. Aber gerade beim Gepäckträger solltet ihr vorher überlegen, ob der eure Anforderungen im Alltag erfüllen wird. Wenn dem so ist, könnt ihr euch auf das leichtestes E-Bike freuen, das KTM für ein urbanes Setting anbietet.
KTM Macina Urbanator SX 2027 im Überblick
- Rahmen: Aluminium
- Gabel: X-Strada Gravel Performance Carbon
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote + Bosch System Controller
- Antrieb: Shimano Cues U4000
- Bremsen: Tektro HD-R280
- Gewicht: 18,3 kg
- Maximal zugelassenes Gesamtgewicht: 108 kg
- Preis: 3.699 Euro
KTM Macina Joy
Gewicht: 23,6 Kilogramm
Neu in diesem Segment listen wir das KTM Macina Joy auf. Ja, angesichts seines Gewichts dürfte es strenggenommen gar nicht bei den leichten E-Bikes erscheinen, die weniger als 20 Kilogramm wiegen. Mit seinem leichten Aussehen hat es uns einfach rumgekriegt. 😉
Tatsächlich könnt es trotz seines „Übergewichts“ von rund 23,6 Kilogramm für manche von euch interessant sein. Erstens, weil es mit rund 2.300 Euro so wenig kostet, wie nicht viele andere urbane E-Bikes mit vergleichbarer Qualität und Ausstattung. Und zweitens, weil es dank des Nabenmotors Bosch Hub Line seine Identität als E-Bike auf elegante Weise verschleiert und eben schlanker als ein E-Bike mit Mittelmotor wirkt.
Unabhängig davon machen eine passable Reichweite von mehr als 80 Kilometer und sowie ein für eine Zuladung von 30 Kilogramm und das Anbringen eines Kindersitzes freigegebener Gepäckträger das KTM Macina Joy zu einem potenten Alltagsrad in der Stadt.
KTM Macina Joy 2027 im Überblick
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: SR Suntour NX1 coil
- Motor: Bosch Hub Line
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch LED Controller
- Antrieb: Shimano Cues U4000
- Bremsen: Shimano MT200
- Gewicht: 23,6 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 142 kg
- Preis: 2.299 Euro
KTM Macina Superbelt SX
Gewicht: ab 22 Kilogramm
In den Zeiten vor einem Modell wie dem KTM Macina Joy galten urbane E-Bikes als etwas zwiespältige Produktgruppe bei KTM. Ihr Fokus lag entweder auf hohem Komfort, weshalb ein KTM Macina City oder ein KTM Macina Central zu den schweren Modellen im gesamten Portfolio zählten. Oder ein niedriges Gewicht ging mit einer recht sportlichen Sitzposition einher, was beim KTM Macina Urbanator SX definitiv der Fall ist. In diese Lücke füllt seit nunmehr einem Jahr das KTM Macina Superbelt SX. Etwas konventioneller als das Urbanator ausgerichtet, bringt es ein wenig mehr Kilogramm auf die Waage und lässt euch dabei jedoch deutlich entspannter sitzen.
Die angenehme Haltung borgt es sich – samt dafür verantwortlichem Rahmen – beim KTM Macina Sport SX. Konsequent als leichtes City-E-Bike gedacht, ersetzt es jedoch die Kettenschaltung durch eine wartungsarme Kombination aus einer 8-Gang-Nabenschaltung mit einem Riemenantrieb. Und mit der Wahl zwischen den drei Rahmenformen Diamant, Tiefeinsteiger und Trapez bringt es die Vielfalt mit, die ihr von einem modernen E-Bike für das Fahren in der Stadt erwartet.
KTM Macina Superbelt SX 2026 im Überblick
- Modelle: KTM Macina Superbelt SX 10 Di2, KTM Macina Superbelt SX 20
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: SR Suntour NCX32-D Sport Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Purion 200
- Antrieb: Shimano Alfine Di2 SG-S7051-8, Shimano Alfine SG-S7001-8
- Bremsen: Shimano MT410, Shimano MT200
- Gewicht: ab 22 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: ab 140 kg
- Preise: ab 3.499 Euro
4.4 KTM Macina Gravelator SX – das leichte E-Gravelbike von KTM
Gewicht: ab 14,9 Kilogramm
Das KTM Macina Gravelator SX zählt seit 2024 zum Programm von KTM. Aus den damaligen zwei Ausführungen sind für die Saison 2027 drei geworden. Neben dem nicht einmal 15 Kilogramm wiegenden Topmodell mit Carbon-Rahmen gibt es zwei mit einem aus Aluminium gefertigten Rahmen.
Rahmenmaterial, Schaltung, Bremsen oder Laufradsatz sind aber gar nicht die größten Unterschiede innerhalb des Trios. Maßgeblicher ist die Frage, auf welchen Motortyp das jeweilige Modell setzt. Neben dem Bosch Performance Line SX habt ihr hier erstmals die Wahl für einen Hinterradnabenmotor. Der Bosch Hub Line sorgt im KTM Macina Gravelator HX unter anderem dafür, dass der Preis für den Einstieg ins E-Gravelbike-Segment auf 2.500 Euro sinkt. Für 900 Euro mehr erhaltet ihr eine um rund 600 Gramm leichtere Variante mit dem Mittelmotor, einem Carbonrahmen und einer Schaltung mit größerer Bandbreite sowie mehr Gängen. Das Topmodell wiegt dann nur 14,9 Kilogramm und nutzt Shimanos GRX-Gruppe für Gravelbikes. Insgesamt bringt KTM hier inzwischen eine sehr ausgereifte Reihe an den Start, die noch differenzierter als in den Vorjahren ausfällt.
KTM Macina Gravelator SX 2027 im Überblick
- Modelle: KTM Macina Gravelator SX Elite, KTM Macina Gravelator SX 10, KTM Macina Gravelator HX
- Rahmen: Carbon, Aluminium
- Gabel: Carbon
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Bedieneinheit: Bosch Mini Remote Dropbar + Bosch System Controller
- Antrieb: Shimano GRX RX822, Shimano Cues U6000m Shimano Cues U4000
- Bremsen: Shimano GRX RX410, Shimano Cues U6030
- Gewicht: ab 14,9 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: ab 115 kg
- Preise: ab 2.499 Euro
4.5 KTM Macina Mini Me SX – das leichte E-Bike für Kinder
Gewicht: ab 16,9 Kilogramm
Was bei den Erwachsenen funktioniert, ist mitunter ja auch für den Nachwuchs eine gute Idee. Der Bosch Performance Line SX schafft diesen Spagat. Erst recht, da sich sein Leistungsvermögen mit Blick auf die Kinder anpassen lässt. So bietet KTM seit langem zwei E-Bikes für Kinder an, die sich an deren Körpergröße orientieren – und damit oftmals auch deren Alter und Entwicklungsstand recht gut abbilden.
KTM Macina Mini Me SX 24 basiert auf 24 Zoll großen Laufrädern und einer gedrosselten Version des Motors. Seine Unterstützung endet bereits bei einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde.
Am KTM Macina Mini Me SX 26 verbaut der Hersteller dagegen die größeren Laufräder mit einem Durchmesser von 26 Zoll. Hier unterstützt der Motor dann wie an jedem typischen Pedelec bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde. Eine Federgabel mit jeweils 80 Millimeter Federweg, eine Kettenschaltung mit neun Gängen und hydraulische Scheibenbremsen runden die beiden E-Mountainbikes für die Jüngeren ab. Ihr Gewicht beträgt 16,9 Kilogramm für das Mini Me SX 24 und 17,2 Kilogramm für das Mini Me SX 26.
KTM Macina Mini Me SX 2027 im Überblick
- Modelle: KTM Macina Mini Me SX 26, KTM Macina Mini Me SX 24
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: RockShox Judy Gold RL, SR Suntour XCR32-JR Air
- Motor: Bosch Performance Line SX
- Akku: Bosch CompactTube 400
- Display: Bosch Intuvia 200
- Antrieb: Shimano Cues U4000
- Bremsen: Shimano MT410
- Gewicht: ab 16,9 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: ab 68 kg
- Preise: ab 2.999 Euro
5. Wie viel kostet ein leichtes E-Bike?
Besonders leichte Komponenten bedeuten oftmals mehr Aufwand in der Herstellung und damit höhere Kosten. Folglich fällt ein leichtes E-Bike gern einmal teurer aus als ein schwereres Modell. Bei KTM sticht hervor, dass beinahe alle der hier erwähnten E-Bikes weniger als 4.000 Euro kosten und damit nicht aus dem übrigen Preisgefüge herausragen. Einzige Ausnahme zur Saison 2027 ist das KTM Macina Scarp SX Elite. Bei alle anderen Modellreihen beginnt der Einstieg der erwähnten Grenze. Selbst für das Topmodell des KTM Macina Gravelator SX mit seinem Rahmen aus Carbon wird eine Summe unterhalb von 4.000 Euro aufgerufen.
6. Welche Komponenten beeinflussen das Gewicht des E-Bikes maßgeblich?
Schon beim Ausstatten eines E-Bikes mit einem bestimmten E-Bike-System beeinflusst der E-Bike-Hersteller maßgeblich, wie leicht das finale E-Bike später sein kann. Besonders Akku und Motor für das E-Bike kommen dabei zum Tragen.
Der E-Bike-Akku: Balance zwischen Gewicht und Reichweite
Abhängig von der Anzahl der integrierten Zellen wiegt ein E-Bike-Akku mehr oder weniger. KTM nutzt für seine leichten E-Bikes ausschließlich den Bosch CompactTube 400. Bei einem Gewicht von rund zwei Kilogramm bietet dieser Akku eine Kapazität von 400 Wattstunden. Ein PowerTube 800 von Bosch verfügt über die doppelte Kapazität. Dafür wiegt er mit rund 3,9 Kilogramm aber auch annähernd zweimal so viel. Bei Akkus lassen sich als Intube-Akkus komplett im Unterrohr verbauen – sind als vom Typ her vergleichbar. Mit einer geringeren Reichweite lässt sich beim Akku also einiges an Gewicht sparen.
Der E-Bike-Motor: Wie viel Power brauchst du?
Ähnliches gilt für den Motor. Mit dem Zusatz „SX“ macht KTM erkennbar, wo der Hersteller bei seinen Light E-Bikes auf den Bosch Performance Line SX setzt. Mit „HX“ kennzeichnet er die Modelle mit dem Bosch Hub Line. Der Mittelmotor bringt rund zwei Kilogramm auf die Waage, während der Hinterradnabenmotor 2,3 Kilogramm wiegt. Angesichts dieser geringen Werte liegt ihr Leistungsvermögen überraschend hoch. Der meistgenutzte Motor von Bosch, der Performance Line CX, übertrifft sie natürlich deutlich. Sein Drehmoment von 120 Newtonmeter, die Maximalleistung von 750 Watt sowie die Unterstützung von 600 Prozent bewegen sich auf einem anderen Level. Das Mehr an Power erkauft sich der CX-Motor allerdings mit zusätzlicher Masse.
Bedeutet ein leichtes E-Bike mit dem kleineren Akku und einem weniger kräftigen Motor am Ende auch nur die Hälfte der Reichweite. Keineswegs. In der Praxis geht die Spanne häufig wesentlich weniger weit auseinander. Zum einen begnügt sich der kleinere Motor mit weniger Strom. Zum anderen muss er an dem leichteren E-Bike weniger Masse bewegen.
Der Fahrradrahmen: Eine Frage des Materials
Carbon und Aluminium. Mit diesen beiden Rahmenmaterialien arbeitet KTM aktuell. Carbon ist etwas leichter als Aluminium, fördert durch seine Steifigkeit eine effiziente Kraftübertragung und kann mit einem Mix unterschiedlicher Strukturen und Fasern mittlerweile auch einen gewissen Flex erzeugen. Aluminium kann in den genannten Punkten nicht ganz mithalten, ist aber günstiger in der Produktion. An einem herkömmlichen Fahrradrahmen liegt der Gewichtsunterschied zwischen beiden bei einigen hundert Gramm – jedoch weit entfernt von einem Kilogramm. Ein leichtes E-Bike spart mitunter weitere Gramm, in dem es Gabeln, Lenker, Vorbauten, Sattelstützen und Felgen aus Carbon nutzt.
Die Gabel: Starr oder gefedert?
Viele von euch werden wissen, dass vor allem der Unterschied zwischen einer Starrgabel und einer Federgabel sich massiv auf der Waage zeigt. Ein Gewichtsunterschied von 500 Gramm und mehr sind typisch. Unter Starrgabeln wirkt sich aus, ob sie aus Carbon oder Aluminium bestehen. Und bei Federgabeln spielt der Federweg eine Rolle. Je größer der Federweg, umso größer die Belastung, der die Gabel standhalten muss, was zwangsläufig die Anzahl der Gramm nach oben treibt.
Darüber hinaus gibt es weitere Komponenten, die mitbestimmen, wie leicht ein E-Bike sein kann.
- Schaltungstyp: Unterschied zwischen schwerer Nabenschaltung und leichterer Kettenschaltung, bei Kettenschaltungen Abstufung je nach Qualität der Schaltgruppe – Gewichtsersparnis: einige hundert Gramm
- Reifen: schmalere Reifen ohne massiven Pannenschutz wesentlich leichter als breitere Reifen mit mehrfacher Sicherheit – Gewichtsersparnis: einige hundert Gramm
- Sattelstütze: starre Sattelstütze aus Carbon deutlich leichter als gefederte oder versenkbare Varianten Schaltgruppe – Gewichtsersparnis: im zwei- oder dreistelligen Gramm-Bereich
7. Welche Vorteile und Nachteile kennzeichnen ein leichtes E-Bike?
Es wirkt vielleicht etwas komisch, aber eines der zentralen Argumente für ein leichtes E-Bike zeigt sich, wenn das Bike steht. Und das tut es gewöhnlich vor und nach jeder Fahrt. Dann holt ihr es nämlich von irgendwo her und bringt es wieder irgendwo hin. Dieses Irgendwo kann mehrere Stufen oder Treppen Höhenunterschied bedeuten, den ihr euer E-Bike eventuell tragen müsst. Und das geht zweifellos leichter, je weniger das E-Bike wiegt. Vom Bugsieren des Fahrrades in den Kofferraum eines Autos, auf einen Fahrradträger an selbigem oder in Bus und Bahn hinein ganz zu schweigen.
Keine Angst, auch beim Fahren selbst kann ein E-Bike mit niedrigerem Gewicht Pluspunkte sammeln. Meist zeigt es sich lebendiger, vermittelt mehr Fahrfreude, lässt sich leichter um Kurven lenken und wirkt insgesamt einfach spritziger. Gerade Fans einer eher sportlichen Fahrweise dürften das zu schätzen wissen.
Leichte E-Bikes weniger belastbar
Gäbe es nur Vorteile, würden die Hersteller vermutlich nur noch leichte E-Bikes fertigen. Dem ist jedoch nicht so. Dies liegt teilweise an dem deutlich geringeren maximal zulässigen Gesamtgewicht solcher Modelle. Oftmals liegt das zwischen 105 Kilogramm und 130 Kilogramm. Klar, es bleibt mehr Spielraum, da das E-Bike selbst weniger wiegt. Dennoch decken sich diese Limits weder mit den Anforderungen eines jeden E-Bikes noch mit denen aller E-Bike-Fahrenden.
Die Abstriche bei Akku und Motor klangen bereits an. Weniger Reichweite und eine weniger kraftvolle Unterstützung können Faktoren sein, die für manche von euch ein Ausschlusskriterium für leichte E-Bikes darstellen. Mit einem Range Extender wie dem Bosch PowerMore 250 lässt sich zumindest das Reichweitenproblem recht bequem lösen.

























Vielen Dank für den sehr informativen Beitrag, der sich gut und nachvollziehbar liest.
Er stärkt jedoch meine Idee, die ich beim Kauf meines E-Bikes im Jahr 2023 bereits hatte. Warum lassen die Hersteller nicht die Käufer:innen entscheiden, welche Akkuleistung sie benötigen? Mir hätte ein 500er-Akku gereicht. Das würde den Preis um knapp 500 € senken und das Gewicht näher an 20 kg bringen, ohne auf die Leistung eines CX-Motors zu verzichten.
Hallo,
den Wunsch nach einem derart individuellen Zusammenstellen des eigenen Wunsch-E-Bikes kann ich absolut nachvollziehen. Wie du selbst allerdings längst bemerkt hat, bieten nur ganz, ganz weniger Marken aktuell derart personalisierte Konzepte an. Meist führen die Hersteller als Grund die fehlende Kalkulierbarkeit in Bezug auf die Menge an Komponenten an, die sie dann für die E-Bikes tatsächlich bräuchten. Und auch das ist nachvollziehbar. Um irgendeine Form von Kompromiss kommt hier keiner der Beteiligten herum. Zumindest könntest du später beim Kauf eines Ersatzakkus zu einem leichteren und günstigeren greifen. Oder du tust es jetzt schon und verkaufts den Originalakku. So kommt vielleicht am Ende annähernd eine schwarze Null heraus. 😉
Sportliche Grüße, Matthias
Super Beitrag.
Das hat mein Wissen in Sachen leichte E-Bikes enorm erhöht.
Sind solche Beiträge auch für andere Hersteller, z. B. Diamant geplant?
Hallo,
freut uns, wenn du aus dem Beitrag etwas für dich mitnehmen konntest. Und vielen Dank für dein Feedback!
Aufgrund einer langjährigen engen Zusammenarbeit mit KTM kennen wir uns in dem Sortiment des Herstellers besonders gut aus, was das Erstellen eines solchen Inhalts verständlicherweise erleichtert. Bei Diamant ist das in dem Maße nicht der Fall. Aber ich nehme deine Anregung gern mal mit und schaue, wie der Rest des Teams dazu steht.
Sportliche Grüße
Matthias