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Gobao X-Serie: In diesen Motoren steckt das Getriebe für das E-Bike gleich drin

Gobao X-Serie als Antriebssystem, das Motor und Getriebe in einer Einheit vereint

Was lässt sich über einen Antrieb sagen, den, erstens, bislang kaum jemand gefahren ist und der, zweitens, noch nicht einmal offiziell präsentiert wurde? Offensichtlich ziemlich viel. Mit seiner Version einer Einheit aus Motor und Getriebe als Antriebssystem für ein E-Bike, der X-Serie, ist Gobao seit der Eurobike 2026 aus der Berichterstattung kaum noch wegzudenken. Kein Wunder. Schließlich hat Avinox mit seiner MG Concept auf der Messe in Frankfurt am Main eine von Idee her fast identische Lösung vorgestellt. Nicht zuletzt deshalb scheinen solche Motor-Getriebe-Einheiten gerade mächtig angesagt zu sein. Und Gobao befeuert mit den Erwartungen, die die X-Serie weckt, diesen Hype zusätzlich.

1. Motor-Getriebe-Einheiten für E-Bikes einer der bestimmenden Trends 2026
2. Aufbau der Antriebe der Gobao X-Serie
3. Gobao X1 und Gobao X1P: ein Prinzip, zwei Versionen
4. Unterstützungsstufen und Fahrmodi der beiden Systeme
5. Wie fährt sich ein E-Bike mit der Gobao X-Serie?
6. Auf dem Weg zur Serienreife
7. Top-Akkus und tolle App stehen bereit
8. Breites Einsatzspektrum für Gobao X1 und Gobao X1P denkbar
9. Wie viel kostet eine E-Bike mit Antrieben der X-Serie?
10. Vorstellung schon 2027 möglich
11. Gobao: Mit viel Erfahrung stärker in den Vordergrund

1. Motor-Getriebe-Einheiten für E-Bikes einer der bestimmenden Trends 2026

Warum sind im Moment derart viele Hersteller, große und kleine, an einem E-Antrieb dran, der Motor und Getriebe zusammen in einem Gehäuse vereint? Nun, weil ein derartiges System zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Im Wesentlichen lassen sich die auf vier Punkte herunterbrechen:

  1. Das Gewicht von Motor und Schaltung wird nahe des Tretlagers platziert. Dort ist es für das E-Bike als Ganzes am vorteilhaftesten – so mittig und gleichzeitig so tief wie möglich. Zusammen mit einem im Unterrohr integrierten Akku ergibt das eine nahezu optimale Gewichtsverteilung.
  2. Die bisherige Ketten- oder Nabenschaltung kann komplett entfallen. Dadurch reduziert sich die Masse deutlich, die auf ein Federungssystem am Hinterbau einwirkt. Bei geringerem Gewicht kann es viel feinfühliger agieren und ist auf Dauer geringeren Belastungen ausgesetzt.
  3. Was nicht länger benötigt wird, kann weder kaputtgehen noch muss es gepflegt oder ersetzt werden. Um die Schaltung braucht ihr euch hier nicht mehr kümmern.
  4. Stecken Motor und Getriebe gemeinsam in einem Gehäuse, sind sie bestens sowohl vor klimatischen und mechanischen Einflüssen geschützt als auch vor dem, was uns mit Dreck, Staub oder Streusalz während des ganzen Jahres vom Untergrund her droht. Im Idealfall läuft das gesamte System zuverlässig nahezu wartungsfrei tausende von Kilometern. Vermutlich so lange, bis einmal Riemen oder Kette erneuert werden müssen. Mehr nicht.

2. Aufbau der Antriebe der Gobao X-Serie

Die Gobao X-Serie setzt sich zusammen aus einem Motor, dem Getriebe, sprich der Schaltung, diversen Sensoren sowie einer Software. Diese basiert auf den dazugehörigen Algorithmen. Mit den Letztgenannten übersetzt am Ende der Hersteller seine Vorstellungen davon, wie sich das E-Bike-System fahren soll, in digitale Sprache. Gobao spricht bei seinem Antrieb von einem elektrischen stufenlosen Getriebe, auf Englisch Electrical Continuously Variable Transmission, ECVT.

Antriebssysteme Gobao X1 und Goabao X1P als Teil der X-Serie Gobao für E-Bikes
Gobao X1 und Gobao X1P bilden zusammen die kommende X-Serie.

Viel mehr als solch allgemeine Informationen geben Hersteller gewöhnlich nicht Preis über den genaueren Aufbau ihrer Entwicklungen. Klar, ein paar Geheimnisse wollen einfach gewahrt bleiben. Etwas mehr über das Innenleben konnte anscheinend Alex Boyce alias Alex Bike Tester in Erfahrung bringen. In einem Video über die Gobao X-Serie erwähnt er auf seinem Youtube-Kanal zwei Motoren, die dort arbeiten. Der erste Motor bewege sich fast ausschließlich in ein und derselben Richtung, während der zweite Motor in diese und in die entgegengesetzte Richtung arbeiten könne. Wann sich welcher Motor in welcher Richtung dreht, hänge davon ab, welche Übersetzung gerade realisiert werden soll.

Nach Aussage von Simon Aldebert, einem Entwickler beim Schweizer Unternehmen Radiate Engineering and Design, der an dem auf der Eurobike gezeigten Konzeptbike von Gobao mitgearbeitet hat, generiert der erste Motor die nötige Leistung, damit das E-Bike losfahren und beschleunigen kann. Er ist direkt mit der Kurbel und dem Kettenblatt verbunden. Oder dem großen Riemenrad, falls das E-Bike einen Riemenantrieb nutzt. Der zweite Motor werde primär durch das Drehmoment und die Trittfrequenz der Fahrenden gesteuert. Er treibe das eigentliche Getriebe an, trage aber auch einen Teil zur eigentlichen Leistung des Systems bei. Die Abstimmung zwischen Motor eins und zwei steuert eine Software.

3. Gobao X1 und Gobao X1P: ein Prinzip, zwei Versionen

In Frankfurt am Main hat Gobao zwei Modelle der X-Serie ausgestellt. Das deckt sich mit dem, was der Hersteller aktuell auf seiner Webseite zeigt. Demnach wird man wohl mindestens zwei Versionen des E-Antriebs herstellen und den E-Bike-Marken zur Integration anbieten. Der Gobao X1 ist eher für den Einsatz in urbane E-Bikes und Trekking-E-Bikes gedacht. Dagegen soll der Gobao X1P in erster Linie in E-Mountainbikes und E-Cargobikes zum Einsatz kommen. Beide Versionen wiegen rund 3,85 Kilogramm, nutzen wohl das identische Gehäuse und sind sowohl als Lösung für Pedelecs als auch für S-Pedelecs denkbar. Folglich kann ihre Unterstützung wahlweise bei einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde enden oder erst bei 45 Kilometer pro Stunde.

Spezialisten für verschiedene E-Bike-Typen

Unterschiede gibt es zwischen X1 und X1P in Bezug auf ihr Leistungsvermögen. Bereits der „schwächere“ Gobao X1 wartet mit Werten auf, die über dem liegen, was der eigene stärkste Mittelmotor P120, ein Avinox M2 oder ein Bosch Performance Line CX leisten können. Angesichts eines Drehmoments von 120 Newtonmeter und einer Spitzenleistung von 1.200 Watt darf die Frage gestellt werden, welches City-E-Bikes so viel Power wirklich braucht? Angemessener erscheinen da die 600 Prozent der maximalen Unterstützung und die 400 Prozent bei der Übersetzungsbandbreite.

Technische Details der Antriebseinheit Gobao X1

  • Nenndauerleistung: 250 W
  • Maximale Leistung: 1.200 W
  • Drehmoment: 120 Nm
  • Maximale Unterstützung: 600 %
  • Übersetzungsbandbreite: 400 %
  • Ganganzahl: variabel
  • Gewicht: 3,85 kg
Antriebseinheit Gobao X1 für E-Bikes vereint Motor und Getriebe
Antriebseinheit Gobao X1P für Trekking-E-Bikes und urbane E-Bikes

Erwartungsgemäß setzt der Gobao X1P dem noch einmal eins drauf. An sein Drehmoment von maximal 150 Newtonmetern und die Spitzenleistung von 1.500 Watt reicht aktuell im Grunde nur ein Avinox M2S heran. Gleiches gilt für die maximalen Unterstützung von 800 Prozent. Die Übersetzung erstreckt sich beim X1P über einen Bereich von 500 Prozent. Der Zugewinn im Vergleich zum X1 spielt sich Bereich der Untersetzung ab. Dort kann der X1P ein Verhältnis 1:0,8 umsetzen, während die kleinste Übersetzung am X1 1:1 beträgt. Im jeweils „größten“ Gang erreichen beide eine Übersetzung von 1:4. Das liegt in etwa auf dem Niveau hochwertiger andere Schaltsysteme. So kann eine Kassette am Mountainbike heutzutage eine Übersetzungsbandbreite von 520 Prozent bieten. Eine Pinion MGU mit zwölf Gängen bringt es sogar auf 600 Prozent.

Technische Details der Antriebseinheit Gobao X1P

  • Nenndauerleistung: 250 W
  • Maximale Leistung: 1.500 W
  • Drehmoment: 150 Nm
  • Maximale Unterstützung: 800 %
  • Übersetzungsbandbreite: 500 %
  • Ganganzahl: variabel
  • Gewicht: 3,85 kg
Antriebseinheit Gobao X1P für E-Bikes vereint Motor und Getriebe
Antriebseinheit Gobao X1P für E-Mountainbikes und E-Cargobikes

4. Unterstützungsstufen und Fahrmodi der beiden Systeme

Normalerweise lassen sich Begriffe wie Unterstützungsstufen und Fahrmodi synonym verwenden, wenn wir ein E-Bike-System beschreiben. Bei der X-Serie von Gobao empfiehlt es sich, beide gut voneinander zu trennen. Das System bietet so viele Auswahlmöglichkeiten, wenn es darum geht, wie ihr mit diesem Antriebssystem fahren wollt, dass man schnell den Überblick verliert.

Glücklicherweise erleichtert Gobao uns die Aufgabe, in dem der Hersteller die Optionen auf verschiedene Taster verteilt. Diese erinnern, nebenbei gesagt, mächtig an die AXS Pods von Sram. Gobao nennt seine eigene Lösung Remote Pads. Davon werden anscheinend stets zwei am Lenker verbaut sein – links und rechts. Fangen wir mit dem Einfachen an. Am linken Remote Pad lassen sich klassische Unterstützungsstufen auswählen, wie ihr sie seit Beginn des E-Bikes kennt. Bei seinen Präsentationsmodellen hat Gobao wohl in der Regel mit drei Stufen gearbeitet. Je nachdem, ob es sich dabei um ein Trekking-E-Bike oder ein E-Mountainbike handelte, waren das Eco, Tour und Turbo beziehungsweise Eco, Trail und Turbo. Später könnte noch eine für wenige Sekunden verfügbare Boost-Stufe hinzukommen.

Taster Gobao Remote Pad für E-Bikes mit einem Antriebssystem der Gobao X-Serie
Gobao Remote Pad

Fahrmodi ersetzen die Schaltung

Am rechten Remote Pad lassen sich Fahrmodi auswählen. Hinter den drei angebotenen Modi stecken drei ganz verschiedene Ideen des Schaltens:

  • Target RPM: Die Schaltung richtet sich ausschließlich nach der Trittfrequenz. Ihr könnt im System direkt am E-Bike eure gewünschte Frequenz eingeben. Die Auswahl erfolgt in Fünferschritten. Danach fahrt ihr konstant in der gewünschten Kadenz.
  • Manual Gear: Das an sich stufenlose Getriebe simuliert eine manuelle Schaltung. Über wie viele Gänge diese sich erstreckt, könnt ihr selbst entscheiden. Maximal sind wohl zwölf Gänge möglich. Diese schaltet ihr selbst am Taster wie an einer gewöhnlichen elektrischen Schaltung.
  • Auto Gear: Analog zur manuellen Einstellung sind hier ebenso viele Gänge definiert. Diese wechselt der Antrieb jedoch automatisch. Mit dem Wechsel der Gänge ändert sich gleichzeitig die Kadenz. Ihr tretet also mal schneller, mal langsamer. Der Modus nutzt eine künstliche Intelligenz und analysiert beispielsweise die Eigenleistung der Fahrenden sowie das Profil der Strecke.

Wir haben uns ein paar der wenigen Fahraufnahmen angeschaut, die es zu der X-Serie von Gobao gibt. Aus denen lassen sich noch ein paar erstaunliche Details herausziehen. So kann das System im Manual Gear angeblich innerhalb von 0,3 Sekunden von Gang 1 zu Gang 12 schalten. Das würde bedeuten, dass ihr aus dem Stand heraus vielleicht in nur einer Sekunde bei der Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde ankommen könntet, bei der sich die Unterstützung am Pedelec dann auch wieder abschaltet. Die Tester berichten einstimmig, dass der Schaltvorgang ohne jegliche zeitliche Verzögerung geschehe.

Ein Feedback zum Auto Gear beschrieb ein fast etwas gespenstisches Gefühl, weil man zwar eine Veränderung bemerke, aber dabei ungewiss bleibe, ob sich gerade die Übersetzung ändere oder die Unterstützungsstufe.

5. Wie fährt sich ein E-Bike mit der Gobao X-Serie?

Alle, die bisher ein paar Runden mit dem System drehen konnten, zeigten sich begeistert. Dazu sei angemerkt, dass wir niemanden darunter finden konnten, der ein E-Bike mit der X-Serie unter realen Bedingungen über längere Zeit im Straßenverkehr oder im Gelände testen konnte. Das schränkt die Aussagen natürlich ein Stück weit ein.

Der grundlegende erste Eindruck ist auf alle Fälle ein positiver. Durch das Wegfallen jeglicher Schaltkomponenten erhält das Fahren seine ganz eigene, sanfte Note. Kein Klacken oder kurzes Knacken beim Gangwechsel. Kein Geräusch einer Kette, die auf der Kassette hoch und runterwandert. Aber auch zu anderen Motor-Getriebe-Einheiten für E-Bikes zeigen sich Unterschiede. So fühle sich die viel stärker elektronisch umgesetzte Lösung von Gobao anders als eine Pinion MGU mit ihren Zahnrädern und zahlreichen anderen hochwertigen mechanischen Teilen an.

Arbeit an Feinheiten

Gleichzeitig lief auch noch nicht alles perfekt. So beschreibt Alex Boyce ein etwas schwammiges Gefühl, sobald man größere Kraft auf das Pedal ausübt und sich auf den Zeitpunkt konzentriert, in dem die Kraft vom Körper auf das Pedal übertragen wird. Gobao nennt das Schlupf. Nach Aussage des Herstellers entstehe das Phänomen, weil, erstens die Tretbewegung gegen das Magnetfeld arbeite, das die beiden Motoren im Inneren des Antriebs erzeugen und, zweitens, die Software eine gewisse Zeit brauche, um die Anforderungen des Algorithmus bei der Abstimmung der Motoren umzusetzen. Dies führe zu einer minimalen Verzögerung. Vermutlich reden wir jedoch über eine Nuance, die nur feinfühligen Experten auffällt und wohl 95 Prozent alle anderen Fahrenden, uns eingeschlossen, nicht wahrnehmen. Vielleicht sind es auch 98 Prozent. 😉

Boyce beschreibt das Ansprechverhalten als nicht so knackig wie das eines Bosch Performance Line CX-R. Dennoch bewege es sich bereits auf einem erstaunlich hohen Niveau. Er glaubte eine Abhängigkeit von der gewählten Unterstützungsstufe wahrzunehmen. In der höchsten Stufe falle die Gobao X-Serie gegenüber einem Bosch-Motor kaum ab. In den moderateren Fahrmodi sei dagegen ein gewisser Unterschied spürbar.

Gobao X-Serie als Antriebssystem, das Motor und Getriebe in einer Einheit vereint
Gobao hält eine vollwertige Systemlösung mit Antriebseinheiten, Akkus, Ladegerät, Displays, Bedieneinheiten und App bereit.

6. Auf dem Weg zur Serienreife

Was als verbesserungswürdig im Fahrverhalten anklingt, spiegelt allerdings auch nur den Stand aus dem Juni 2026 wider. Bei den Konzepten, die es auf der Eurobike zu fahren gab, handelte es sich Vorstufen. Gobao bekräftigte auf der Messe, dass weder X1 noch X1P bereits ausentwickelt seien. Gerade mit Blick auf die Software und die Algorithmen, die für ein gutes Fahrgefühl sorgen sollen, warte noch Arbeit auf die Entwickler. Auf dem Weg zu 100 Prozent sei man gerade bei etwa 60 Prozent angelangt.

7. Top-Akkus und tolle App stehen bereit

Gobao mag nicht so bekannt so bekannt wie Avinox sein. Sein E-Bike-System bietet allerdings eine absolut vergleichbare Komplexität. Inklusive des einen oder anderen Alleinstellungsmerkmals. Dazu zählen mit Sicherheit die Akkus von Gobao. Als Intube-Akkus lassen sie sich mit Kapazitäten von 500 Wattstunden, 750 Wattstunden und 900 Wattstunden im Unterrohr integrieren. So weit, so bekannt. Wäre da nicht ihr auf dem Markt derzeit einzigartige Schnellladefunktion. Sie ermöglicht das Aufladen des größten Akkus von null Prozent auf 80 Prozent innerhalb von 30 Minuten. Das sind 720 Wattstunden in 30 Minuten! Beim kleinsten Akku sind die 80 Prozent bereits nach 24 Minuten erreicht. Und besitzt der Akku noch 20 Prozent seine Kapazität, vergehen lediglich zwölf Minuten bis zur 80-Prozent-Marke.

Darstellung der kurzen Ladezeit der Akkus von Gobao im Vergleich zum Wettbewerb
Zwar nimmt es Gobao bei der Darstellung der Uhrzeit nicht ganz so genau. Aber wenn sich in der Praxis erweist, dass die eigenen Akkus tatsächlich in 30 Minuten und weniger von null auf 80 Prozent geladen werden können, dann sei dem Hersteller das verziehen. 😉

So unglaublich schnell kann Gobao laden, weil das dazugehörige Ladegerät einen Ladestrom von 30 Ampere realisieren kann. Damit dabei nichts schiefgeht, besitzt es sogar einen eigenen Lüfter. Wer mehr Zeit zum Laden hat, kann am Gerät den Ladestrom auch absenken.

Ladegerät von Gobao für E-Bikes mit dem Antriebssystem Gobao X-Serie
Bei einem Gewicht von gerade einmal 1,2 Kilogramm und seiner enormen Leistungsfähigkeit wird das Ladegerät schnell zum Kandidat für den Rucksack auf längeren Touren. Es ist viel leichter als ein zweiter Akku und gibt bereits in nur zehn Minuten etliche Energie zurück in den Akku.

Die Akkus scheinen keine ausgewiesenen besonderen Merkmale aufzuweisen. Es handelt sich um gewöhnliche Lithium-Ionen-Akkus. Allerdings hat Gobao nach eigener Aussage ein ganz wichtiges Problem gelöst. Entladen ließen sich solche Akkus nämlich schon immer recht schnell. Habt ihr vielleicht auf der einen oder anderen Tour auch schon einmal selbst feststellen können. Beim Aufladen gab es aber stets eine Limitierung. An dieser hat der Hersteller gearbeitet. Was genau sein Geheimnis ist, behält er jedoch für sich. Nur spekulieren lässt sich zudem darüber, ob und falls ja, in welchem Umfang, das Schnellladen die Akkuzellen schneller altern lässt. Unserer Vermutung nach kann Gobao die Naturgesetze von Physik und Chemie nicht ganz außer Kraft setzen. Wie groß der Effekt ist, werden aber erst unabhängige Langzeittests zeigen.

Gobao BT900FS im Überblick

  • Kapazität: 900 Wattstunden
  • Gewicht: 3,7 Kilogramm
  • Abmessungen: 425 mm x 71,6 mm x 71,6 mm

Gobao BT750FS im Überblick

  • Kapazität: 750 Wattstunden
  • Gewicht: 3,6 Kilogramm
  • Abmessungen: 425 mm x 71,6 mm x 71,6 mm
Akku Gobao BT900FS für E-Bikes mit Antriebssystem Gobao X-Serie
Die beiden größeren Akkus Gobao BT900FS und Gobao BT750FS nutzen dasselbe Gehäuse. Entsprechend leicht lassen sie sich von E-Bike-Herstellern aber auch E-Bike-Fahrenden gegeneinander tauschen.

Gobao BT500ES im Überblick

  • Kapazität: 500 Wattstunden
  • Gewicht: 2,6 Kilogramm
  • Abmessungen: 425 mm x 71,6 mm x 50 mm
Akku Gobao BT500ES für E-Bikes mit Antriebssystem Gobao X-Serie
Die Kombination aus extrem kurzer Ladezeit und geringem Gewicht macht gerade auch den kleinen Akku sehr attraktiv für die Integration an verschiedenen E-Bikes.

Bekannte Muster bei Bedienung und App

Auf die Bedienung der X-Serie sind wir schon im Abschnitt zu den Fahrmodi kurz eingegangen. Gobao setzt auf ein System mit zwei links und rechts am Lenker installierten elektrischen kabellosen Tastern. Ergänzt wird das Konzept durch zwei Displays – eines zur Integration im Oberrohr und eines für die Montage am Lenker. Beide lassen sich mithilfe eines Touchscreens bedienen. Erneut fühlen wir uns recht stark an die Lösungen von Avinox erinnert.

Zur App lässt sich nur sagen, dass sie so gut wie alles mitbringt, was man sich aktuell an der Stelle wünsche kann. Auf eine nahtlose Vernetzung legt der Hersteller erwartungsgemäß großen Wert. Auf dem Smartphone seht ihr alle wichtigen Infos um E-Bike selbst und euren Fahrten. Ihr könnt die Motoreinstellungen personalisieren, eine eigene Navigation nutzen, mit dem Smartphone das E-Bike sperren und entsperren, den Akku vor Diebstahl schützen, selbstverständlich einen Anti-Diebstahl-Alarm für das E-Bike einrichten und über Geofencing einen Bereich bestimmen, in dem das E-Bike bewegt werden darf. Ob ein Teil der Funktionen kostenpflichtig sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Gobao app for ebikes featuring the Gobao X Series drive system
Features such as geofencing, navigation and an anti-theft alarm come pretty much as standard with the accompanying app.

8. Breites Einsatzspektrum für Gobao X1 und Gobao X1P denkbar

So ausgeklügelt ein System wie eine Motor-Getriebe-Einheit für E-Bikes oder spezieller ein elektrisches stufenloses Getriebe (eCVT) auch sein mag, es wird sich aller Voraussicht nach künftig nicht zum alleinigen Antriebssystem entwickeln. Ein Grund dafür ist zum Beispiel das Gewicht der Gobao X-Serie von knapp unter vier Kilogramm. Für sehr leichte E-Bikes wie ein Light-E-MTB, ein E-Rennrad, ein E-Gravelbike aber auch ein sportliches urbanes E-Bike ist das einfach zu viel.

Für vollgefederte Commuter-Bikes, E-Cargobikes, für E-Bike-Flotten von Leihanbietern und einen großen Teil der für City-E-Bikes erscheint es dagegen als eine vielversprechende Lösung. Selbiges gilt natürlich für E-Mountainbikes, bei denen etwas weniger Wert auf ein möglichst schnelles Fahren bergauf gelegt wird und der Fokus eher auf dem Downhill liegt.

Wenn wir das mal ganz grob überschlagen, könnten Antriebe wie die Gobao X1 und die Gobao X1P potenziell für 40 Prozent bis 80 Prozent aller E-Bikes in Frage kommen. Darunter und darüber gibt es spezifischer zugeschnittene Lösungen und wird es sie weiterhin geben.

Serie der Intube-Akkus von Gobao für E-Bikes mit dem Antriebssystem Gobao X-Serie
Mit Kapazitäten von 900 Wattstunden, 750 Wattstunden und 500 Wattstunden bedient der Hersteller gängige Anforderungen der E-Bike-Hersteller. Einzig einen Range Extender scheint es derzeit noch nicht zu geben.

9. Wie viel kostet eine E-Bike mit Antrieben der X-Serie?

Trotz aller Details, die über die Gobao X1 und die Gobao X1P bereits bekannt sind, stellt die Frage nach dem Preis für die Einheiten für uns eine große Blackbox dar. Alex Boyce bringt eine Summe von 6.000 Euro ins Spiel, ohne näher auszuführen, wie er zu dieser Annahme kommt. Zusätzlich zitiert er eine anonyme Quelle, die ihm bestätigt habe, dass dieses System einen E-Bike-Hersteller bis zu 30 Prozent weniger kosten würde, als er für einen vergleichbaren Mittelmotor mit Schaltung zahlt. Könnte der finale Preis von E-Bikes sogar sinken? Und falls nicht sofort, wie schnell? Oder streichen die E-Bike-Hersteller – in der Realität wohl zusammen mit Gobao – lieber zu Beginn erst einmal möglichst große Gewinnmargen ein? Eine verlässliche Antwort darauf liefern womöglich erst die ersten E-Bikes mit der X-Serie. Was auch immer zu dem Moment aufgerufen wird, dürfte im Laufe der Zeit und mit einer größeren Marktdurchdringung später sinken.

10. Vorstellung schon 2027 möglich

Velomotion in Person von Redakteur Michael Faiß erwartet bereits für 2027 Großes. Neben der offiziellen Vorstellung des serienreifen Systems rechnet er mit mehreren E-Bikes unterschiedlicher Hersteller, die in dem Jahr ihre Modelle präsentieren werden. Angesichts der Entwicklungsdauer bei chinesischen Technologie-Unternehmen und des in diesem Jahr auf der Eurobike zu sehenden Entwicklungsstandes scheint diese Einschätzung ziemlich plausibel.

11. Gobao: Mit viel Erfahrung stärker in den Vordergrund

Nun, erst einmal, Gobao heißt gar nicht Gobao. Der korrekte Firmenname lautet Guangdong Gobao Intelligent Technology Co., Ltd. Gobao ist kürzer und lässt sich schneller merken. 😉Beheimatet im südchinesischen Dongguan verfügt das Unternehmen über weitere Standorte in China, Indonesien, Singapur und Deutschland. Gerade entsteht Vietnam eine neue Fabrik.

Gobao stammt aus dem Automotive-Sektor und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der E-Mobilität. Seine Geschäfte konzentrierte der Hersteller anfangs auf die Fertigung von Antriebssystemen und Sensoren für E-Roller. Seit einigen Jahren entwickelt und fertigt man zudem E-Bike-Systeme. Das geschah bis vor nicht allzu langer Zeit als OEM. Das heißt Gobao entwickelte und fertigte Antriebe, auf deren Gehäuse am Ende der Namenszug des Auftraggebers stand. Inzwischen tritt man offensiver unter eigenem Namen auf. E-Bike-System von Gobao findet ihr bei Modellen von Hepha, Aventon, Tarran und anderen. Dort kommt also Einiges an fundierter Engineering-Kompetenz zusammen.

Bilder: Guangdong Gobao Intelligent Technology Co., Ltd

4 Gedanken zu „Gobao X-Serie: In diesen Motoren steckt das Getriebe für das E-Bike gleich drin“

  1. Ich werde mit dem Kauf eines neuen E Enduro Bikes definitiv auf ein Modell mit Motorgetriebe warten.
    Serienreife und Dauerhaltbarkeit müssen sich natürlich noch zeigen.
    Aber dieser Art von Antrieb dürfte die Zukunft gehören, ich denke auch sämtlicher Verschleiß ist trotz viel Power deutlich reduziert.
    Das kann der große Gamechanger werden….

    1. Hallo,
      wie im Beitrag erwähnt, haben bisher nur wenige Personen den Antrieb testen können. Wir gehören leider nicht dazu. Daher können wir zum jetzigen Zeitpunkt zu einem Vergleich mit der Pinion MGU noch nichts sagen.
      Sportliche Grüße, Matthias

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