Das ist mal ein Update, das seinen Namen auch verdient. Gefühlt hat Giant bei der Überarbeitung seines Trance X Advanced E+ zur Saison 2027 kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Nach etwas mehr als drei Jahren hatte das High-End-Trailbike aber auch eine gründliche Überarbeitung verdient. Wir fassen die wesentlichen Veränderungen so kurz wie möglich und so tiefgehend wie nötig zusammen. Und dabei denken wir selbstverständlich auch an das neue Liv Intrigue Advanced E+, das Schwestermodell des Giant Trance X Advanced E+ für die Frauen der Mountainbike-Community.
1. Giant Trance X Advanced E+ und Liv Intrigue Advanced E+ – Zwillinge streiten um Aufmerksamkeit
2. Neues Giant Trance X Advanced E+ erhält mehr Federweg
3. Motorgehäuse auf Federungssystem aufeinander abgestimmt
4. Detailarbeit an nächster Generation des Maestro-Hinterbaus
5. Giant hält Gewicht bei rund 22 Kilogramm
6. Neuer SyncDrive Pro 4 treibt künftig Giant Trance X Advanced E+ an
7. Komplexere Sensorik ermöglicht neue Traktionskontrolle
8. Akkukapazität steigt auf über 1.100 Wattstunden
9. Steuerung mithilfe neuer Giant RideControl Ergo 5
10. Robustere Naben verlängern Laufzeit der Laufräder
11. Giants Antwort auf Linkglide-Kette von Shimano?
12. Giant Trance Advanced E+ mit großer Modellvielfalt für die Saison 2027
13. Neues Liv Intrigue Advanced E+ und seine Unterschiede zum Giant Trance Advanced E+
1. Giant Trance X Advanced E+ und Liv Intrigue Advanced E+ – Zwillinge streiten um Aufmerksamkeit
Lasst uns am besten gleich zu Beginn kurz auf die Misere eingehen, in die uns Giant und Liv häufig bringen, in dem sie im Grunde identische E-Bikes zum gleichen Zeitpunkt vorstellen. Welches davon bespricht man in einem Beitrag? Wohl kaum beide. Das würde zwangsläufig in zwei identischen Beiträgen enden. Die verständlicherweise niemand lesen möchte.
Bei uns fiel die Entscheidung auf das neue Giant Trance X Advanced E+ für die Saison 2027. Beinahe alles, was hier über dieses vollgefederte E-Mountainbike gesagt wird, gilt genauso für das das neue Liv Intrigue Advanced E+. Während des Lesens könnt ihr in Gedanken also einfach den Namen des einen gern durch den des anderen ersetzen. Auf die Punkte, in denen sich beide merklich unterscheiden, gehen wir gezielt am Ende des Beitrages ein. So viel zur Vorrede, los geht’s.
2. Neues Giant Trance X Advanced E+ erhält mehr Federweg
Es gibt wirklich eine Menge Details, in denen sich das Giant Trance X Advanced E+ von seinem Vorgänger, dem Giant Trance X Advanced E+ Elite aus dem Jahre 2023, unterscheidet. Und mehrere von ihnen sind so interessant, dass sie gut als Einstieg funktionieren würden. Gerade an einem E-Mountainbike zeigt sich jedoch am Rahmen, wozu das jeweilige Modell fähig sein wird. Nicht umsonst wird er gern als Herz eines Fahrrades bezeichnet. Daher werfen wir auf den zuerst einen genaueren Blick.
Das Herz des Giant Trance X Advanced E+ schlägt künftig kräftiger, in einem etwas schnelleren Takt. Oder er ruft bei euch das Phänomen hervor. Grund dafür ist sein leicht vergrößerter Federweg. Von 150 Millimetern an der Front und 140 Millimetern am Hinterbau geht es hinauf auf 160 Millimeter beziehungsweise 150 Millimeter. Angesichts dieser Dimensionen lässt sich immer noch guten Gewissens von einem Trailbike sprechen. Vor allem, da der Hersteller an dem Setup mit dem 29 Zoll großen Vorderrad und dem 27,5 Zoll großen Hinterrad festhält. Dennoch verschiebt sich sein Charakter leicht hin zu einem Fully-E-MTB, mit dem ihr in stärker verblocktem Terrain mit gröberen Hindernissen und weiteren Sprüngen besser zurechtkommt als bisher. Gleichzeitig wächst das Federungssystem nicht so weit auf, dass euch der Spaß beim Fahren bergan oder auf Flow-Trails verlorengeht.
3. Motorgehäuse auf Federungssystem aufeinander abgestimmt
Bei der Konstruktion des Carbon-Rahmens hat Giant nach eigenen Angaben an gewissen Feinheiten gearbeitet. Vor allem in Bezug auf die Frage, wie gut der Motor in die Form des Rahmens passt und dabei nicht mit der besonderen Integration des eigenen Maestro-Hinterbaus kollidiert. Von Yamaha erhielt der Hersteller demzufolge ein speziell konstruiertes Motorgehäuse, das allen Anforderungen hinsichtlich des benötigten Platzes Rechnung trägt. Vermutlich war das auch der Vergangenheit stets ein Aspekt, den es zu beachten galt. Worin genau die Weiterentwicklung des neuen Motorgehäuses oder der Motoraufnahme am Rahmen liegt, geht aus den Informationen von Giant nicht hervor.
Ein bekanntes Feature am Rahmen ist dagegen der Flip-Chip an der oberen Umlenkwippe des Maestro-Hinterbaus. Mit dessen Hilfe lässt sich die Rahmengeometrie verändern. Früher war dies in den Positionen High und Low möglich. Jetzt kommt mit der Position Mid eine dritte Position hinzu. Je nachdem, ob ihr den Flip-Chip in Low, Mid oder High fahrt, reagieren der Sitzwinkel, der Lenkwinkel und die Tretlagerhöhe. Grob gesagt, empfiehlt sich die Low-Einstellung wenn ihr mehr Sicherheit in bei sehr steilen Abfahrten erhalten wollt. Die mittlere Position versucht, Agilität und Fahrkontrolle möglichst gleichberechtigt auszubalancieren. In der High-Einstellung sitzt ihr aufrechter auf dem Bike und profitiert von einer maximalen Wendigkeit.

Flip-Chip in Position Low
- Sitzwinkel: 76,6°
- Lenkwinkel: 64,1°
- Tretlagerabsenkung: 17 mm
Flip-Chip in Position Mid
- Sitzwinkel: 77°
- Lenkwinkel: 64,5°
- Tretlagerabsenkung: 12 mm
Flip-Chip in Position High
- Sitzwinkel: 77,4°
- Lenkwinkel: 64,9°
- Tretlagerabsenkung: 7 mm
4. Detailarbeit an nächster Generation des Maestro-Hinterbaus
Vier Drehpunkte und zwei Umlenkhebel, die zusammen einen einzigen schwimmenden Drehpunkt bilden – so lautet die Kurzbeschreibung des Maestro Hinterbaus. Für diese Konstruktion hält Giant ein entsprechendes Patent. Wer diesen Hinterbau fahren möchte, findet ihn ausschließlich bei Mountainbikes von Giant und Liv.
Sein Design mit einem einzelnen virtuellen Drehpunkt nahe des Tretlagers in Kombination mit einem abgestützten Viergelenker hat der Hersteller ebenfalls verbessern können. Zum einen könne man die Spannung der Kette über einen längeren Zeitraum konstant halten, was für noch mehr Traktion des Hinterreifens sorge. Zum anderen würden die Einwirkungen der Bremskräfte noch effektiver vom Verhalten des Dämpfers entkoppelt werden, was ihn feinfühliger auf Stöße reagieren lässt.

5. Giant hält Gewicht bei rund 22 Kilogramm
Trotz aller Modifikationen hat der Rahmen sogar ein paar Gramm an Gewicht verloren. Mit exakt 2,773 Gramm wiegt das Rahmenset jetzt 300 Gramm weniger als zuvor. Anderes Fertigungsverfahren hier, weniger Material dort – und schon sind ein paar Gramm gespart. Bezogen auf das gesamte E-Bike macht das natürlich nicht besonders viel aus. Da wirken sich eher andere Maßnahmen aus. Zum Beispiel ein Wechsel von Motor und Akku. Beides ist am Giant Trance X Advanced E+ für die Saison 2027 geschehen. Gerade der neue Akku bringt ein deutlich höheres Gewicht mit. Daher muss Giant unter dem Strich dennoch clevere Entscheidungen bei der Ausstattung der Modelle getroffen haben. Denn mit den rund 22 Kilogramm als Gesamtgewicht für zwei seiner Ausführungen kann sich das Giant Trance X Advanced E+ mit seiner jetzt potenteren Federung absolut sehen lassen.
6. Neuer SyncDrive Pro 4 treibt künftig Giant Trance X Advanced E+ an
Beim Blick auf den Rahmen erkennt ihr, dass die überarbeitete Fassung des Trailbikes mehr Potenzial besitzt. Das bedeutet allerdings auch, dass die Version für die kommende Saison anders gefahren werden möchte. Und da kommen wir auf einen schnelleren Herzschlag zurück. Den verlangt es nämlich auch von euch. Zumindest, wenn ihr alles aus dem Gesamtpaket von Rahme, Fahrwerk und E-Bike-System herausholen wollt.
Den Takt gibt künftig der neue SyncDrive Pro 4 vor. Der Mittelmotor löst den SyncDrive Pro 2 ab. Im Vergleich zu seinem Vorgänger nutzt der Mittelmotor eine Betriebsspannung von 48 Volt statt 36 Volt. Die höhere Spannung eignet sich einfach wesentlich besser für die Antriebssysteme der heutigen Zeit. Spitzenleistungen von nahe 1.000 Watt oder mehr sowie das Unterstützen von Trittfrequenzen von deutlich über 100 Umdrehungen pro Minute fordern die Aggregate mächtig. In der Folge erhitzen sich die Motoren stärker. Mit einer geringeren Stromstärke lässt sich das spürbar besser beherrschen.
Lieber schnell als unendlich kraftvoll
Mit dem SyncDrive Pro 4 beschreitet Giant einen Mittelweg. Beim Wetteifern um absolute Spitzenwerte im Segment der Full-Power-Motoren klinkt sich der Hersteller offensichtlich aus. Dafür versucht er mit Eigenschaften zu punkten, die man in einem anderen Kontext vielleicht eher als Soft Skills bezeichnen würde. Dinge wie das Ansprechverhalten. So reagiert der Motor nach gerade einmal 0,28 Sekunden auf einen Pedaldruck und liefert ab diesem Moment sofort sein maximales Drehmoment von 120 Newtonmeter. Laut Giant hält der Motor, dessen Hardware wie gewohnt von Yamaha stammt und dessen Tuning über die Software dann Giant übernimmt, dies bis hinauf auf Trittfrequenzen von bis 140 Umdrehungen pro Minute aufrecht. Gleiches gilt demnach für seine Spitzenleistung von 850 Watt.
Sein dennoch beachtliches Leistungsvermögen, zudem auch die Unterstützung bis zu maximal 500 Prozent zählt, kombiniert der SyncDrive Pro 4 mit einem Gewicht von lediglich 2,4 Kilogramm. Damit reicht er zwar nicht an den leichtgewichtigen SEG Automotive BLM und dessen 2,1 Kilogramm heran. Um Avinox mit seinen M2 und M2S oder den Bosch Performance Line CX hinter sich zu lassen, reicht es aber allemal.
Die sechs Fahrmodi Eco, Tour, Active, Sport, Power und Boost lassen sich wie inzwischen üblich in der RideControl App individuell anpassen.
Giant SyncDrive Pro 4 im Überblick
- Dauernennleistung: 250 Watt
- Spitzenleistung: 850 Watt
- Unterstützung bis: 25 km/h
- Drehmoment: maximal 120 Nm
- Max. Unterstützung: 500 %
- Gewicht: ca. 2,4 kg
7. Komplexere Sensorik ermöglicht neue Traktionskontrolle
Das, was wir die Soft Skills des Motors nennen, hängt direkt mit seiner Sensorik zusammen. Schließlich kann das System live nur auf Aspekte des Fahrens reagieren, die es auch wahrnimmt. Und der neue SyncDrive Pro 4 nimmt eine Menge wahr. Er erfasst in Echtzeit die aktuelle Fahrgeschwindigkeit, das Drehmoment, die Trittfrequenz, die Leistung – sowohl vom E-Bike-System als auch die der Fahrenden, die Beschleunigung sowie Steigung und Gefälle.
Auf Grundlage dieser vielen Daten regelt der E-Antrieb das Drehmoment, das Maß an Unterstützung, die Beschleunigung, sein Ansprechverhalten und den Nachlauf. Der Hersteller nennt das in der Vorstellung des Giant Trance X Advanced E+ die Synchronized Power Matrix. Bemerkbar machen soll dies zum Beispiel ihr an einem steilen Anstieg das Durchdrehen des Hinterrades droht. Die neue Traktionskontrolle des SyncDrive Pro 4 erkennt die Situation und reduziert die Leistung so lange, bis der Reifen auf dem Untergrund wieder Halt findet. Anschließend kehrt die Leistung auf ihr ursprüngliches Niveau zurück und ihr für euch geht es kontrolliert weiter.

8. Akkukapazität steigt auf über 1.100 Wattstunden
In puncto Akkukapazität entscheidet sich Giant für eine große Lösung. Im Trance X Advanced E+ steckt der neue Energypak Smart 840. Mit seiner Kapazität von 840 Wattstunden schlägt er die 400 Wattstunden am alten Giant Trance X Advanced E+ Elite um Längen. Dafür wiegt er mit 3,7 Kilogramm aber auch rund 1,4 Kilogramm mehr als der damalige Energypak Smart 400. Bei den Akkuzellen handelt es sich unverändert um den Typ 22700-B.
Warum der Hersteller derart viel draufsattelt, bleibt für uns ein kleines Rätsel. In der Vergangenheit hat er mehrfach auf die Fahrdaten derjenigen verwiesen, die mit einem System m von Giant unterwegs sind. Laut dieser Daten deckt eine Kapazität von 600 Wattstunden rund 99 Prozent aller Fahrten ab. Gleichzeitig spart das E-Bike durch den kleineren Akku einige hundert Gramm. Gute Argumente für eine kleinere Lösung. Wer weiß. Gut möglich, dass hier einfach gewisse Automatismen des Markts greifen, laut derer man auch auf dem Datenblatt recht nah am Wettbewerb dranbleiben möchte. So unsinnig das mitunter auch sein mag.
Zumal sich im Sortiment von Giant noch ein Range Extender findet, der am neuen E-Mountainbike genutzt werden kann. Den Zusatzakku mit der Bezeichnung Giant Energypak Plus 280 hatte der Hersteller bereits 2026 präsentiert. Mit ihm könnt ihr die Gesamtkapazität auf enorme 1.120 Wattstunden erhöhen. Vielleicht gibt es Leute unter uns, die öfter so viel benötigen.
Quadratisch, praktisch, energetisch
Noch völlig unbekannt ist dafür ein Ladegerät, das Giant zusammen mit dem neuen Aushängeschild für die Trails zeigt. Und nein, das ist keine Handtasche, die jemand zufällig am Lenker angehangen und vergessen hat. Mit seiner quadratischen Form und dem metallenen Bügel wirkt das Giant Smart Charger X einfach ziemlich ungewöhnlich. In der Praxis dürfte der anfänglichen Skepsis schnell ein positiver Aha-Moment folgen. Denn dank seines Bügels gelangt das Ladegerät schnell aus dem Weg. Vor allem dort, wo mehrere E-Bikes geladen werden, ist das eine Stolperfalle weniger. Zudem bietet der Hersteller eine dazugehörige Wandbefestigung an. So verwandelt sich das E-Bike-Ladegerät in eine Wallbox. Auch das kann sich am passenden Ort schnell als sehr praktisch erweisen.

9. Steuerung mithilfe neuer Giant RideControl Ergo 5
Ganz neu ist ebenfalls eine nächste Bedieneinheit für das aktuelle E-Bike-System von Giant. Die Giant RideControl Ergo 5 besteht aus einer Basis, einem flachen geriffelten Schalter, der seitlich herausragt, sowie einem darüber montierten Kippschalter. Zusammen mit einem kleinen Button an der Stirnseite der Basis ergibt dies vier Punkte, an denen ihr durch Drücken eine Funktion auslösen könnt.

Im ersten Moment klingt das nach relativ wenig. Allerdings kann jeder der Punkte auch lang gedrückt werden. Damit landen wir dann bei acht Funktionen, die sich so steuern lassen. Und das Beste ist – jede Taste, jeder Tastendruck – kurz oder lang – kann in der App individuell mit einer Funktion belegt werden. Alle, denen das Setup im ausgelieferten Zustand nicht gefällt, können es also ganz den eigenen Wünschen anpassen.
Die vom linken Griff aus bequem mit dem Daumen erreichbare Giant RideControl Ergo 5 wird euch entweder als Einzellösung an E-Bikes begegnen oder als Duo mit einer zusätzlichen Bedieneinheit rechts am Lenker montiert. In der Werkseinstellung dient der Kippschalter zum Wechseln der Fahrmodi. Der breite graue Schalter ist mit einer elektronischen Sattelstütze verbunden. Ob sich mit den Tasten auch die Ansichten des im Oberrohr integrierten Displays durchblättern lassen, wissen wir nicht. Wäre schon schön, wenn das ginge. Ansonsten müsstet ihr dafür stets eine Hand vom Lenker nehmen, was schnell nerven könnte.

10. Robustere Naben verlängern Laufzeit der Laufräder
Auf das größere Leistungspotenzial des SyncDrive Pro 4 und die damit einhergehenden größeren Kräfte, die auf alle weiteren Komponenten am E-Bike einwirken, reagiert Giant mit neuen Laufrädern. Dort hat der Hersteller seinen Fokus auf die Naben gerichtet. An zwei Laufradsystemen unterschiedlicher Qualität – TRX und TRA HD – nutzt er ab sofort Titan-Ratchet-Naben. Das Prinzip dieser Naben mit schrägverzahnten Ringscheiben nutzen Spezialisten wie DT Swiss oder Hope seit etlichen Jahren. Im Falle von Giant koppelt und entkoppelt sich der Freilauf in den Naben über ein Ratschet-System mit 72 Zähnen. Dieser Kraftschluss wirkt viel direkter und materialschonender als bei einem Freilauf mit dem einfacheren Klinkensystem. Daraus resultiert eine höhere Standfestigkeit, die am E-Mountainbike absolut gefragt ist.

11. Giants Antwort auf Linkglide-Kette von Shimano?
Neben den Naben leiden vor allem Fahrradketten unter den höheren Lasten eines E-Antriebs. Nicht umsonst entscheiden sich viele E-Bike-Fahrende gern für Ketten und Ritzel von Shimanos Linkglide-Gruppen, die mit mehr Material und anderem Design längere Haltbarkeiten erzielen. Giant schlägt eine ähnliche Richtung ein. Zusammen mit dem Komponenten-Hersteller KMC wurde eine Kette entwickelt, die auch dann standhält, wenn ihr zusammen mit dem E-Bike-System ein Drehmoment von bis zu 300 Newtonmeter entwickelt. Robustere Bolzen und eine höhere Zugfestigkeit sollen für eine möglichst lange Lebensdauer sorgen. Bei eigenen Tests sah das wohl schon sehr vielversprechend aus. So wie die Ketten nach 2.000 gefahrenen Kilometern wohl nur einen Verschleiß von 0,157 Prozent auf. Ab einem Wert von 0,8 Prozent gilt der Verschleiß erst als kritisch.eo.
12. Giant Trance Advanced E+ mit großer Modellvielfalt für die Saison 2027
Bei der Ausdifferenzierung der Modellreihe wagt Giant einen Schritt, den wir ausgesprochen sympathisch finden. Und zwar traut sich der Hersteller Nuller-Preise aufzurufen. Keine Psycho-Tricks mit ein paar Neunen und einer entsprechend kleineren Ziffer davor, um einen Preis zu suggerieren, der defacto nur einen Euro unter der gerade Summe liegt. Hier wisst ihr sofort, was Sache ist.
Allen Modellen gemeinsam ist der Rahmen, der Motor, der Akku, ein Laufradsatz mit dem neuen Ratchet-System, die Reifendrucksensoren Aegis Tire Checker und das gesamte digitale Öko-System von Giant mit den Funktionen E-Lock und Apple Find My. Hierunter fällt also die Mehrheit aller maßgeblichen Updates des 2027er Giant Trance Advanced E+.

Je nach Modell zeigen sich dann verständlicherweise größere Unterschiede. Den besten Laufradsatz, das beste Federungssystem, die besten Bremsen, die beste Schaltung, das geringste Gesamtgewicht – all das erhaltet ihr für genau 10.000 Euro beim Topmodell Giant Trance Advanced E+ 0. Allerdings nur in einer einzigen Farbvariante namens Prismatic Haze/Raw Carbon.
Wer optisch die Wahl haben möchte, landet automatisch bei dem Giant Trance Advanced E+ 1 für 8.000 Euro oder dem Giant Trance Advanced E+ 2 für 6.000 Euro. Das Giant Trance Advanced E+ 1 fällt qualitativ kaum vom Giant Trance Advanced E+ 0 ab, weshalb allein es schon eine Überlegung wert ist. Beim Giant Trance Advanced E+ 2 gilt es abzuwägen, ob euch eine mechanische Kettenschaltung, der Wechsel von Fox auf RockShox bei den Federelementen sowie der Verlust der RideControl Ergo 5 zu doll schmerzen. Aufgrund seines Preises von 6.500 Euro sowie der Verwendung der Giant-eigenen Federelemente von Crest drängt sich das Giant Trance Advanced E+ SE ein wenig als besondere Kauf-Empfehlung auf.
Giant Trance Advanced E+ für die Saison 2027 im Überblick
- Modelle: Giant Trance Advanced E+ 0, Giant Trance Advanced E+ 1, Giant Trance Advanced E+ 2, Giant Trance Advanced E+ SE
- Rahmen: Carbon
- Rahmengrößen: S, M, L, XL
- Federgabel: Fox 36 Factory, Fox 36 Performance, RockShox Psylo Gold RC, Crest TR Elite E-tuned
- Dämpfer: Fox Float X Factory, Fox Float X Performance, RockShox Deluxe Select, Crest FloTrac TR E-tuned
- Motor: Giant SyncDrive Pro 4
- Akku: Giant EnergyPak Smart 840
- Bedieneinheit: Giant RideControl Ergo 5, Giant RideControl Ergo 4
- Display: Giant RideControl Go Lux
- Antrieb: Sram XO Eagle AXS, Sram GX Eagle AXS, Shimano Deore, TRP Electronic
- Bremsen: TRP Evo Pro, TRP Evo Expert, TRP Evo Comp
- Gewicht: ab 21,9 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
- Farben: Prismatic Haze /Raw Carbon, Carbon/Tactical Grey, Dusted Peri/Morning Mist, Moon Dust/Carbon, Fanatic Teal/Deep Lake, Copper Flow
- Preise: ab 6.000 Euro
Giant Trance Advanced E+ 1 für die Saison 2027 in der Farbe Dusted Peri/Morning Mist
Giant Trance Advanced E+ 2 für die Saison 2027 in der Farbe Moon Dust/Carbon
Giant Trance Advanced E+ 1 für die Saison 2027 in der Farbe Carbon/Tactical Grey
Giant Trance Advanced E+ 2 für die Saison 2027 in der Farbe Fanatic Teal/Deep Lake
13. Neues Liv Intrigue Advanced E+ und seine Unterschiede zum Giant Trance Advanced E+
Wie eingangs erwähnt, stellt das neue Liv Intrigue Advanced E+ an sich das Zwillingsmodell zum Giant Trance Advanced E+ dar. Einzig die Akkufrage löst Giant bei der Schwestermarke anders. In jeder der vier Rahmengrößen XS, S, M und L integriert der Hersteller den Giant EnergyPak Smart 560X. Der aus dem Unterrohr herausnehmbare Akku basiert auf den identischen Akkuzellen wie der Giant EnergyPak Smart 840. Folglich glänzt er ebenso mit einer Energiedichte von 352 Wattstunden pro Liter. Für das E-Bike bringt er jedoch 1,1 Kilogramm weniger an Gewicht mit als der große Bruder mit. Je nach Beanspruchung, dem Streckenprofil, dem Gewicht der Fahrenden und den klimatischen Bedingungen sollten sich daraus Reichweiten von 100 Kilometer und mehr ergeben.
Aus unserer Sicht ist das sogar die lohnenswertere Variante. Schließlich gehört bei jedem Modell der Range Extender, der Giant Energypak Plus 280, dazu. Insgesamt kommt ihr also immer noch auf eine Gesamtkapazität von 840 Wattstunden. Mit dem Vorteil, dass ihr bei Bedarf 280 davon – und 1,1 Kilogramm – zuhause lassen könnt. Das Topmodell landet damit bei einem Gesamtgewicht von ziemlich genau 20 Kilogramm.
Andere Unterschiede hängen mit der konsequenten Ausrichtung der E-Bikes auf Frauen zusammen. Der Hersteller greift zu anderen Sätteln, verbaut längere Kurbeln und abhängig von der Rahmengröße teilweise um 40 Millimeter schmalere Lenker.
Bei den Modellen zeigt sich dieselbe Abstufung wie bei Giant. Technische Unterschiede und damit einhergehende Preissprünge sind damit deckungsgleich. Schade finden wir, dass jede Ausführung in lediglich einer Farbe erscheint. Diese fallen durchweg ziemlich hell aus.
Bildergalerie zum Liv Intrigue Advanced E+ für die Saison 2027
Liv Intrigue Advanced E+ für die Saison 2027 im Überblick
- Modelle: Liv Intrigue Advanced E+ 0, Liv Intrigue Advanced E+ 1, Liv Intrigue Advanced E+ 2, Liv Intrigue Advanced E+ SE
- Rahmen: Carbon
- Rahmengrößen: XS, S, M, L
- Federgabel: Fox 36 Factory, Fox 36 Performance, RockShox Psylo Gold RC, Crest TR Elite E-tuned
- Dämpfer: Fox Float X Factory, Fox Float X Performance, RockShox Deluxe Select, Crest FloTrac TR E-tuned
- Motor: Giant SyncDrive Pro 4
- Akku: Giant EnergyPak Smart 560X + Giant EnergyPak Plus 280, Giant EnergyPak Smart 560X
- Bedieneinheit: Giant RideControl Ergo 5, Giant RideControl Ergo 4
- Display: Giant RideControl Go Lux
- Antrieb: Sram XO Eagle AXS, Sram GX Eagle AXS, Shimano Deore, TRP Electronic
- Bremsen: TRP Evo Pro, TRP Evo Expert, TRP Evo Comp
- Gewicht: ab 20,0 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
- Farben: Prism Pearl, Stardust Grey, Ember Violet, Supernova Grey
- Preise: ab 6.000 Euro
Erste Modelle vom Liv Intrigue Advanced E+ und dem Giant Trance Advanced E+ sind ab November 2026 erhältlich. Bestimmte Ausführungen kommen voraussichtlich aber auch erst im Februar 2027 in die Läden und Onlineshops.
Bilder: Giant Deutschland GmbH



























